Haltbar
Ungleichheit ist nicht gleich Diskriminierung
Entideologisierung des Gender Pay Gaps
Von Michael Klein, 4. Mai 2012
Zuerst erschienen auf Sciencefiles.org

Seit Jahren finden es die Betreiber von Sciencefiles.org immer wieder erstaunlich, dass ungleiche Verteilungen, wie sie z.B. zwischen den Einkommen von Männern und Frauen bestehen, als Beleg für Diskriminierung bewertet werden, und zwar von zumeist denselben Personen, die nie auf die Idee kämen, z.B. das schlechtere schulische Abschneiden von Jungen, den höheren Frauenanteil (rund 65%) im Bundesministerium für alles (außer Männer) oder den gemessen an ihrem Anteil in der Bevölkerung geringeren Anteil von Kindern aus Arbeiterfamilien auf Gymnasien und Universitäten als Ergebnis von Diskriminierung anzusehen.
Offensichtlich ist es nicht die ungleiche Verteilung, die Anlass zur Diskriminierungs-Hysterie gibt, offensichtlich steht hier etwas anderes Pate, wenn es um die Bewertung einer ungleichen Verteilung als Diskriminierung geht. Dies wird besonders deutlich, wenn man sich mit den Daten beschäftigt, die die Diskriminierungs-Behauptung begründen sollen.
Aggregatdaten
Seit etlichen Jahren ist die Öffentlichkeit in Deutschland einem Trommelfeuer von Genderisten ausgesetzt, die behaupten, ungleiche Einkommen, wie sie zwischen Männern und Frauen bestehen, seien das Ergebnis einer Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt. Die Behauptung, die in monotoner Einfältigkeit immer und immer wieder aufgestellt wird, basiert auf einer Formel, die in den Hinterzimmern der Europäischen Kommission ersonnen wurde und deren Anwendung auf Deutschland im Aggregat ein Pay Gap von 23% zwischen Männern und Frauen ergibt. Selbst dem Statistischen Bundesamt, das sich nicht gerade durch kritische Stellungenahmen hervortut, ist die Berechnungsweise dieses Gender Pay Gap zu primitiv, weshalb es eigene Berechnungen durchgeführt hat, die das Gap auf 8% geschrumpft haben. Dass selbst diese 8%, die auf der Aggregatebene gemessen werden, als Ergebnis der Art der Berechnung angesehen werden müssen und deshalb ein statistisches Artefakt darstellen, habe ich in einem älteren Beitrag auf Sciencefiles.org bereits gezeigt. Alle bisher berichteten Behauptungen eines Gender Pay Gaps beziehen sich auf Aggregatdaten, d.h. auf zusammenfassende Daten für alle Beschäftigten oder auf zusammenfassenden Daten für bestimmte Bereiche der Wirtschaft. Die Gesamtsummen der Verdienste werden dabei jeweils nach Geschlecht differenziert. Folglich erlauben diese Daten keinen Schluss von dem Einkommensunterschied im Aggregat auf einen Einkommensunterschied zwischen Individuen. Ein solcher Schluss wird als ökologischer Fehlschluss bezeichnet. In keinem Fall kann auf Grundlage einer auf Aggregatdaten gemachten Beobachtung eine auf Ebene von Individuen vorliegende Diskriminierung belegt werden. Dies käme der Behauptung gleich, der Erfolg der Deutschen Fussballnationalmannschaft sei das Ergebnis der Jugendarbeit beim SC-04 Tuttlingen.
Individualdaten
Individualdaten erlauben es im Gegensatz zu Aggregatdaten, Aussagen über Zusammenhänge auf der Individualebene zu machen. So könnte man, wenn man das wollte, eine Studie durchführen, deren Ziel darin besteht, die vermeintliche Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt zu messen, z.B. in dem man Diskrimierung als im Vergleich zu Männern ungleiches Gehalt bei identischer Leistung operationalisiert und dann in ausgewählten Unternehmen untersucht, wie es sich mit dem Einkommensunterschied und der individuellen Leistung verhält. Bezeichnender Weise gibt es eine entsprechende Studie meines Wissens nicht. Was es gibt, sind Studien von zumeist Ökonomen, die auf Grundlage individueller Datensätze (z.B. dem Sozio-Ökonomischen Panel oder dem Mikrozensus), also auf Grundlage von Datensätzen, denen entnommen werden kann, was Peter Meier und Lieschen Müller tatsächlich verdienen, das Gender Pay Gap zu erklären versuchen. Individualdaten erlauben es auf der einen Seite, die Einkommen individuell zu bestimmen, sie erlauben es auf der anderen Seite aber nicht, die Randbedingungen vollständig zu kontrollieren. So besteht eine Fehlerquelle in diesen Studien regelmäßig im groben Datenniveau. So kann Peter Meier Bankkaufmann und Lieschen Müller Bankkauffrau sein, aber Peter Müller arbeitet als Bankkaufmann in der Forschungsabteilung der Deutschen Bank und Lieschen Müller steht hinter der Theke bei der Sparkasse Südliche Weinstrasse. Beide gelten als Bankkaufmann (im Datensatz als Bankkaufmann gemessen), haben aber mit Sicherheit deutlich unterschiedliche Aufgaben, Verantwortlichkeiten und dementsprechend Einkommen (im Datensatz nur als Einkommen, nicht als Aufgabe, Verantwortungsbereich gemessen).
Entsprechend versucht man auf Grundlage von Individualdaten “näherungsweise Erklärungen” für bestimmte Phänomene zu finden, die jedoch aufgrund der eben angesprochenen Probleme immer mit einem Fehlerbereich, einem in der Statistik so bezeichneten Residuum, versehen sind, einen Bereich, den man wegen der Datenqualität oder – wie es unter Genderisten gerne heißt – der Komplexität der Realität nicht erklären kann. Eine ganze Reihe von ökonomischen Analysen, die auf der Basis von Individualdaten vorgenommen wurden, hat regelmäßig das selbe Ergebnis erzielt: Zwischen Männern und Frauen bestehen Einkommensnterschiede, die sich zum großen Teil durch Unterschiede in der “Ausstattung” beschreiben lassen, also, z.B. durch zwischen Männern und Frauen unterschiedlichen Karriere-Aspirationen, unterschiedliche Erfahrung, unterschiedliches Humankapital, unterschiedliche Arbeitszeit, unterschiedliche Flexibilität, kurz: unterschiedliche Investitionen in die Berufskarriere (siehe Weichselbaumer & Winter-Ebmer, 2005 für einen Überblick über entsprechende Studien). Wie immer bei Analysen, die mit Individualdaten durchgeführt werden, bleibt bei diesen Studien ein Residuum, ein Teil nicht-erklärter Varianz, den man als nicht erklärten Anteil des Einkommensunterschieds bezeichnen kann. Diesen Anteil nehmen Genderisten regelmäßig zum Anlass um von Diskriminierung zu schwadronnieren, denn so der Fehlschluss (der Bejahung des Konsequens), wenn Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen nicht vollständig durch Arbeitszeit, Qualifikation, Erfahrung usw. erklärt werden könnten, dann bleibe nur noch Diskriminierung übrig.
Der hysterische Aufschrei der Diskriminierung mag sich dazu eignen, Stellen für Genderisten zu schaffen, finanzielle Vorteile für sich und die Klientel gleichgesinnter Frauen zu schaffen, er eignet sich nicht, um die Ergebnisse der berichteten Analysen zu erklären. Eine neue Studie von Lechmann und Schnabel (2012) zeigt zudem, dass die Diskriminierungs-Hysterie wie sie in der Gender Pay Gap Debatte institutionalisiert wurde, nicht nur unangebracht ist, sondern nur bei Menschen ausbrechen kann, die entweder in der Verfolgung der eigenen Ziele keinerlei Skrupel kennen oder deren intellektuelle Auffassungsgabe dermaßen eingeschränkt ist, dass man sie fast schon zu den Debilen zählen muss.
Lechmann und Schnabel untersuchen den Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen. Aber: Lechmann und Schnabel untersuchen nicht den Unterschied im Einkommen abhängig Beschäftigter, nein, sie untersuchen den Einkommensunterschied zwischen Männer und Frauen, die selbständig sind. 15.443 Individuen gehen in die Analyse der Autoren ein, darunter 972 selbständige Männer und 496 selbständige Frauen. Auf der Basis dieser Daten und im Einklang mit Forschungsergebnissen, aus den USA oder dem Vereinigten Königreich, errechnen die Autoren für Selbständige ein “Gender Pay Gap” das noch deutlich größer ist als unter abhängig Beschäftigten: Selbständige Männer haben in Deutschland ein durchschnittliches Monatseinkommen von 4.179 Euro, während selbständige Frauen ein monatliches Durchschnittseinkommen von 2.324 Euro erzielen. Wie kann dieses Gender Pay Gap unter Selbständigen erklärt werden?
Die Analyse der Autoren ergibt die folgenden Ergebnissen, die die gestellte Frage beantworten:
- Arbeitszeit,
- Erfahrung und Humankapital,
- Branche.
Selbständige Männer arbeiten deutlich mehr als selbständige Frauen, sie verfügen über mehr Erfahrung mit Selbständigkeit und haben vor ihrer Selbständigkeit auch mehr Erfahrung in mehr Bereichen der Wirtschaft gesammelt als Frauen, und Männer betreiben ihre Selbständigkeit in lukrativeren Branchen als Frauen.
Dies erklärt das Gender Pay Gap zwischen selbständigen Männern und Frauen erstaunlich gut. Doch wie immer, wenn Individualdaten die Grundlage einer Analyse bilden, bleibt ein Residuum, ein Teil nicht erklärter Varianz, ein Teil nicht erklärter Einkommensunterschiede. Wie kann man den verbleibenden Rest des Einkommensunterschieds, der nicht über Arbeitzeit, Erfahrung und Humankapital sowie die Branche erklärt werden kann, erklären?
Hören Sie die Genderisten bereits Diskriminierung schreien? Nun, bei Selbständigen ist dies schwierig, und hier zeigt sich das ganze Elend von ideologisch motivierten ad-hoc Erklärungen: Wer soll Selbständige diskriminieren? Die Bundesanstalt für Arbeit, in dem sie vornehmlich Männer mit Existenzgründungszuschüssen ausstattet? Die Kunden, die Produkte lieber von Männern als von Frauen (und vielleicht mit gutem Grund) nachfragen? Bereits diese beiden Fragen belegen die Absurdität der Erklärung des Gender Pay Gaps mit Diskriminierung. Statt dessen wäre es sinnvoll, nach Variablen Ausschau zu halten, von denen bekannt ist, dass sie einen Unterschied im täglichen Leben machen: Perönlichkeitsmerkmale schlagen Lechmann und Schnabel (2012) vor, also z.B. die Ehrlichkeit im Umgang mit Kunden, die Gewandtheit im Umgang mit Kunden oder die Fähigkeit, Marktentwicklungen und Neuerungen frühzeitig zu erkennen und sich darauf einzustellen. Der Spass am Wettbewerb, die Einstellung gegenüber riskanten Entscheidungen und die Freude an selbständiger Tätigkeit sind andere Faktoren, von denen man annehmen könnte, dass sie einen Einfluss auf das Einkommen haben.
In jedem Fall gibt es eine Menge von Variablen, die man untersuchen müsste, bevor man “Diskriminierung” schreien kann. Aber so lange wollen Genderisten natürlich nicht warten (- schon weil die hohe Gefahr besteht, dass Diskriminierung nichts zur Erklärung des Gender Pay Gaps beiträgt). Sie wollen sich heute (finanzielle) Vorteile verschaffen, sie wollen heute ihre Taschen aus öffentlichen Töpfen füllen, und entsprechend schreien Sie hier und jetzt Diskriminierung – ungeachtet der Tatsache, dass es keinen Beleg für Diskriminierung gibt.
Technische Anmerkung
Ein Residuum beschreibt den Teil der Varianz in einem Erklärungsmodell, der nicht durch die Variablen erklärt wird, die sich im Modell befinden. Im Englischen spricht man von einer modelling-error variance oder einer prediction-error variance, was darauf verweist, dass die Erklärung nicht vollständig ist. Um die Erklärkraft eines Modelles zu erhöhen bzw. das Residuum zu verkleinern, ist es notwendig, Variablen, die bislang nicht im Modell berücksichtigt sind, in das Modell zu intergrieren und zu prüfen, wie sich die Erklärkraft durch ihren Einschluss verändert. Wer also behauptet, Diskriminierung sei die Erklärung für das Residuum, der muss Diskriminierung operationalisieren, in das Modell integrieren und den Einfluss von Diskriminierung prüfen. Und selbst wenn Diskriminierung, so in das Modell integriert, die Erklärkraft des Modells erhöhen würde, so würde Diskriminierung doch das Residuum nur verkleinern, nicht jedoch beseitigen. In knapp 100 Jahren Sozialforschung gab es noch kein Modell, das keinen nicht erklärten Teil enthalten hätte.
In keinem Fall reicht es also aus, Diskriminierung zu behaupten und das Residuum als Indiz für Diskriminierung anzugeben. Dieses Vorgehen gleicht dem Arzt, der nachdem er Blinddarm als Ursache der Bauchschmerzen seines Patienten ausgeschlossen hat, der Ansicht ist, es liege – da eine Blinddarmentzündung auszuschließen sei, ein Fall von Nierenversagen vor.
Literatur
- Lechmann, Daniel S. J. & Schnabel, Claus (2012). What Explains the Gender Earnings Gap in Self-Employment? A Decomposition Analysis with German Data. Bonn: Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit, Discussion Paper, IZA DP No.6435.
- Weichselbaumer, Doris & Winter-Ebmer, Rudolf (2005). A Meta-Analysis of the International Gender Wage Gap. Journal of Economic Surveys 19(3): 479-511






Kommentare
Die Geschmäcker sind verschieden, erst recht beim Diskussionsstil ... als Konsens können wir offensichtlich festhalten, daß die Beiträge polemisch sind und die Gülle wieder in hohem Bogen ins andere Lager zurückgeworfen wird.
Dann würde ich den Blog aber nicht "sciencefiles" nennen, was wäre ein böser Etikettenschwindel. Science ist übrigens englisch und bedeutet Naturwissenschaften, in Abgrenzung zu Geisteswissenschaften (Humanities). In der Science gibt es nur Fakten, keine Wertung oder Polemik, in den Geisteswissenschaften ist es - sehr polemisch formuliert -, eher umgekehrt.
Sie sind fundiert, klar agumentiert und angesichts der Propagandagülle, die die feministische Frauenlobby seit Jahrzehnten auf uns niederregenen lässt, eine Gülle, gemischt aus halben Wahrheiten und ganzen Lügen, erstaunlich wenig polemisch.
Ich hoffe, Michael Klein lässt sich vom Wunsch nach Leisetreterei, den einige hier äußern, nicht beeindrucken.
Ausserdem trifft das Florett zielgenauer als die Mistgabel.
Wie gesagt: Inhaltlich bin ich ja einverstanden. Der Rest ist eine Frage des Geschmacks, des Feingefühls ... und der Wirkung, die man hat.
Offensichtlich kommt Ihr Stil bei unterschiedlichen Lesern unterschiedlich an. DAS ist doch eine Information, die Ihnen eine rationale Entscheidung über die künftige stilistische Gestaltung Ihrer Texte ermöglichen sollte.
Das ist vielleicht "unsachlich" insofern, als es den Kern Ihrer Argumente zugegebenermaßen nicht trifft, es ist aber sachlich insoferm, als es ein Hinweis auf eine m.E. unglückliche Wirkung inhaltlich richtiger Argumente durch eine m.E. unglückliche Darbietungsform ist.
Eine Kritik, die übrigens aus inhaltlicher Solidarität erfolgt! Aber die Massivität in Sachen Wortwahl, expliziter Rechthaberei und inhaltlichen Wiederholungen kann Kopfschmerzen bereiten. Wenn jemand gegen jemand argumentiert, dann gehe ich davon aus, dass er dovon überzeugt ist, dem anderen gegenüber im Recht zu sein. Dann interessieren mich die Argumente und nicht die Betonung des eigenen Im-rechts-Seins und des Nicht-Im-Recht-Seins der Angegriffenen. Was eh schon klar ist, weil es zu den Voraussetzungen der Stimmmeldung gehört, weil ich nicht dauernd und dauernd und dauernd erneut lesen und wieder und wieder und wieder gesagt bekommen.
Kennen Sie das Wort Redundanz? Diese ermüdet und stößt ab.
Was, wie gesagt, nichts über inhaltliche Richtigkeit aussagt, sondern nur über Wirkung...
Ich fürchte, Sie verlangen zu viel von mir, ich kann mich nicht zu jemandem machen, der ich nicht bin und warum auch? Meinen Sie es tut einem Argument weh, wenn man es mit etwas Ironie würzt. Nun, dann ersinken Sie vermutlich in Langeweile. Im Übrigen kann ich Ihre Rechthaberei über meine Rechthaberei nicht so ganz nachvollziehen und entsprechend auch keine inhaltliche Solidarität bereitstellen. Ich bin sowieso eher jemand, der sich von Argumenten überzeugen lässt, leider haben Sie mir noch keines genannt, das mir sagen würde, warum Ironie schlecht ist, ich meine, außer dass Sie Ihnen nicht gefällt. Anyway, (1) niemand zwingt Sie, meine Texte zu lesen, (2) wenn Sie Ihnen nicht gefallen, dann ist es Ihr Recht das zu sagen, aber ich verbitte mir Versuche, ihren Geschmack auf mich über missionieren zu wollen, diese Art von hegemonialer "inhaltlicher Solidarität" kann ich überhaupt nicht ausstehen, (3) ebensowenig wie ich es ausstehen kann, als derjenige herzuhalten, an dem man "aus inhaltlicher Solidarität" seine Mütchen kühlt. Wie wärs Sie treten einmal aus Ihrem "Inkognito" und schreiben etwas Gescheites, stehen mit Ihrem Namen dafür und dann reden wir weiter!
Ich bin im übrigen überhaupt nicht bereit zu inhaltlicher Solidarität mit jemandem, der sich "ahab" nennt, und damit seine Nähe zu einem verrückten Mormonen ausdrückt, der wegen seiner eigenen Bessenheit fast seine gesamte Mannschaft "aus Solidarität" in den Tod mitgerissen hat.
Wirklich schlechten Stil findet man da, wo auch die Argumente nicht stimmen.
Wir werden zugeschüttet mit feministischer Propaganda, die aus allen offiziellen/offiziösen Kanälen suppt und tropft und trieft.
Eine stinkende Gülle aus halben Wahrheiten und ganzen Lügen regnet unablässig auf uns nieder, da sind seine fundierten Beiträge eine Brise frischer Luft in diesem Gestank.
Angesichts der seit Jahrzehnten zur Normalität geronnen Lügenpropaganda ist das bißchen Polemik, das er sich leistet, nicht nur entschuldbar, es ist sogar nötig.
Mit der Haltung eines höflichen Bittstellers, der bei Hofe antichambriert mit dem Hut in der Hand, den Blick zu Boden gerichtet, wie es sich geziemt vor der staatsfeministischen Obrigkeit für einen "schuldigen" Mann, Angehöriger des frauenausbeutenden und -unterdrückenden Tätergeschlechtes, Verzehrer der patriarchalen Leibrente, die den Frauenundihrenkindern abgepresst wird, beeindruckt man diese nicht.
Die Positionen der Hofnarren sind ohnehin schon vergeben an Willigere.
Um die muss man sich hier doch nicht auch noch bewerben.
Dem ist nichts hinzuzufügen. Man(n) nennt sowas auch politischen Selbstmord. Wünsche einen angenehmen Aufenthalt in den Außenbezirken der politische Landschaft.
Selbst wenn man seine Argumentationsstrategie nicht so offen ausdrücken würde: ganz so dumm sind die Leute nicht. Gerade die, die die unseriösen Argumente des Feminismus durchschauen, durchschauen genausogut die unseriösen Argumente der Gegenseite.
Nichts ist übrigens schöner als ein politischer Gegner, der sich selber dermaßen deasvouiert, daß ihn erstens kaum noch jemand ernst nimmt und den man zweitens jederzeit als Argument präsentieren kann, die Argumente dieser Seite seien falsch und unseriös, weil nämlich die Vertreter unehrenhaft und unseriö sind.
Aber dieser ständige SCHRILLTON wirkt abschreckend - auf SEINER Seite mag das noch angehen, da weiß man, was einen erwartet und schluckt es (widerwillig). Aber HIER führt das zu einem SEHR SCHLECHTEN Beigeschmack - Hoffmann und die Anderen vermögen ausgewogen und mit einem gewissen Charme und Witz zu polemisieren, wo sie es tun, MK ist so MASSIV in seiner Rechthaberei, dass es selbst dort von seinen Texten abschreckt, wo er in der Sache recht hat.
UND SORRY: Ich zucke mittlerweile schon zurück, wenn ich den nächsten und den nächsten und den nächsten MK-Artikel auf Cuncti sehe - meist weiß man eh schon, was drinsteht.
Ein bisschen mehr Zurückhaltung im Stil und in der Quantität würde der Sache eher nützen - der Leser, auch der im Prinzip einverstandene, will nicht ÜBERROLLT werden - erst nicht von einem Ballon voller Pressluft.
So ist es. Weniger ist oft mehr.
Als Otto Notmalverbraucher habe ich, selbst wenn ich an den Thema besonders interessiert bin, einfach nicht die Zeit, täglich einen 4 Seiten langen Text in Ruhe zu lesen. Wenn diese Texte dann auch noch viele Wiederholungen enthalten, verliert man schnell die Lust, weil man immer seltener irgendetwas relevantes neues findet.
Vielleicht ist das hier auch nicht die passende Seite für mich und es gibt andere, wo ich die gleiche Information in einem Drittel des Textvolumens finde.
Zum Stil: Selbst wenn wir hier keine Zeitung haben, kann man trotzdem vom Stil beispielsweise der FAZ lernen: ziemlich klare Trennung zwischen Sachbericht ung Meinungen / Kommentaren. Erstens halbiert sich die Durchschnittslänge der Artikel, zweitens möchte ich die Option haben, mir erst einmal selber anhand der dargestellten Sachlage und meinen eigenen Informationen eine Meinung bilden. Traue ich mir schon zu.
Kein Mittel darf uns zu unehrenhaft sein, denn die Gegenseite spielt nicht fair. Wenn umfangreiche Eingeständnisse und Einsicht aus den entsprechenden Lagern kommt, dann muss man auch seinen Stil ändern aber nicht unter diesen Umständen!!!
"Wenn die Wahrheit zu schwach ist sich zu verteidigen, dann muss sie in den Angriff übergehen" (BB)
Die Sache: Man kann nicht einfach aus statistischen Daten auf Diskriminierungen schließen. Das 23% gap ist unseriös, usw. alles richtig, sollte besser / anders / neu gemacht werden. Brauche ich nicht zu wiederholen.
Aber zwischendurch dann laufend Sätze wie "Hören Sie die Genderisten bereits Diskriminierung schreien?" Tut mir leid, aber das ist unterste Schublade. Wenn ich den Anspruch an andere stelle, daß wissenschaftlich fundiert argumentiert werden soll, dann bitte selber daran halten. Also keine Privatmeinungen über die Stimmlage oder die Charaktereigenschaften meiner Meinungsgegner. Bitte bei der Sache bleiben.
Und anderen vorzuwerfen, sie würden "schreien", und das in einem derartigen Kreischton zu formulieren, ist ein kaum zu überbietender Widerspruch. Wenn man Mehrheiten erreichen will und intelligente Leute ansprechen möchte, sollte man keine solchen Widersprüche produzieren.
Mit besten Grüßen aus der Welt der Normalos, denen die notorische Frauenbevorzugung stinkt, die aber einen solchen unsachlichen Stil noch viel abschreckender finden!
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