Streitbar
Wenn man politischen Gegnern das Menschsein abspricht
25. Mai 2012, von Prof. Adorján Kovács
Jemand schreibt einen unverzeihlichen Blödsinn und erhält dann auch noch Publicity. Da muss man nicht mitmachen. Lassen wir also Namen beiseite und konzentrieren wir uns auf Fakten. Und nein, ich meine nicht Sarrazin, dessen Bücher und Thesen mir ziemlich gleichgültig sind. Aber er hat den Anlass geliefert.
Eine Journalistin schreibt u. a. Kolumnen bei der FR und bei der „Berliner Zeitung“. Seit 2005 arbeitet die 1976 in Sulingen als Tochter kurdisch-türkischer Migranten geborene Frau als Autorin und freie Journalistin in Berlin. Sie hat als jemand, die Migrations- und Integrationspolitik als ihr zentrales Arbeitsthema versteht, wie nicht anders zu erwarten, Stipendien und Preise bekommen - sie betreut also ein korrektes Thema, mit dem man ein Liebling der Mainstreammedien wird.
Ich kannte sie bisher kaum; ein nicht uninteressanter Vortrag beim Goethe-Institut, der 2008 in der „Welt“ erschien, ist mir damals aufgefallen („Deutsche sollten zu ihrer Nationalkultur stehen“[1]), weil er sehr lebhaft und humorvoll von der Sicht türkischer Migranten auf deutsche Eigenschaften erzählte.
Jetzt hat sie folgendes in der Berliner Zeitung veröffentlicht:
„Unbedingt müsste man auch Günther Jauchs von Herzen gut gemeinte Werbemaßnahme für Sarrazins neues Buch erwähnen und die Verplemperung unserer Fernsehgebühren für diese lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur, die Sonntagabend in Ruhe das tun darf, was er am besten kann; das niedrigste im Menschen anzusprechen. Ich meine Sarrazin.“
Ich frage mich (und jetzt muss ich spekulieren), ob eine solche Entgleisung ein Ausrutscher ist oder doch eine faschistische Kernüberzeugung freilegt, über deren Herkunft man nachdenken kann. Ist das jetzt die Anpassung der voll integrierten Migrantin an angebliche dumpf-deutsche Urüberzeugungen? Oder kommt da die Erziehung durch treue Kemalisten spät noch zum Ausdruck, die einen Atatürk, der mit Mussolini, Salazar und Franco in einem Atemzug genannt werden muss, für ein politisches Vorbild halten?
Oder ist sie innerlich weit weniger säkular als äußerlich? Unsere Journalistin hält nämlich die Salafisten (aber auch alle anderen Religionen, die sie allerdings mit dem Salafismus in einen Topf wirft) für weniger gefährlich als die Lebensmittelindustrie und das Bankenwesen. Und das dürfte in der ansonsten satirisch gemeinten FR-Kolumne namens „Liebe Salachristen!“ ernst gemeint gewesen sein.
Noch ein Faktum: Der Artikel zu Jauch und Sarrazin ist mittlerweile vom Netz. War das schon alles? Mir fällt dazu eigentlich nur ein, was die Sulingerin selbst in einem Beitrag[2] über die Webplattform „Politically Incorrect“ geschrieben hat, in dem sie sich über gegen sie dort platzierte vermeintliche und tatsächliche Verbalinjurien beschwerte. Die Überschrift ihres Artikels lautete: „Vulgär, enthemmt, rassistisch“. Das ist ihre Aussage, mit der sie Sarrazin das Menschsein abspricht, auch. Sie geht damit noch über die Unsäglichkeiten von PI hinaus. Das darf eigentlich nicht ohne weitere Konsequenzen bleiben.
Das denke ich, aber... Alle sind gleich, einige aber sind gleicher als die anderen. Kommt es in diesem Fall zu einer Empörung in den Mainstreammedien – und sei sie auch nur rituell? Keine Spur. Fehlanzeige. Totschweigen ist auch eine Strategie. Warum wird sie in diesem Fall gewählt (ich rede nicht vom Netz)? Ist sie hier gerechtfertigt? Wohin mag die öffentliche Diskussionskultur in Deutschland steuern? Sie scheint mir von allem gesteuert, nur nicht von Sachlichkeit.
[1] Deutsche sollten zu ihrer Nationalkultur stehen, Die Welt
[2] Vulgär, enthemmt, rassistisch, Berliner Zeitung
Bildnachweis: Thilo Sarrazin







Kommentare
www.fr-online.de/meinung/in-eigener-sache-wider-die--hetzkampagne,1472602,16146246.html
Eine derartige Hetze wegen eines einzigen Satzes gibt es wohl hundertmal eher gegen Journalisten fremdländischer Herkunft als gegen eingeborene. Das dürfte wohl am ehesten erklären, warum die FR mit einem "positiven Rassismus" dagegenhält (wenn diese These überhaupt zutrifft, die Beleglage dafür ist immer noch minimal). Es tut mir leid, die Massenhetze der Sarrazin-Fans ist ein erheblich größeres Problem für unsere Gesellschaft als ein bescheuerter Satz einer FR-Autorin.
Dass ein Fan von "Politically Incorrect" auch hier aufschlagen würde, war übrigens wohl nur eine Frage der Zeit, nachdem Cuncti so herzlich dazu eingeladen hat. Und während unser "linker" Cuncti-Leser hier gegen Muslime pöbelt, pöbelt er auf seiner eigenen Website genauso eifrig gegen Homosexuelle. Außer für Wolfgang Wenger scheint diese Hetze aber für niemanden der Rede wert zu sein. Einwände vom Professor? Aber nicht doch ...
Ich geb's auch auf. Jetzt schauen hier gleich noch mal die Sarrazin-Fans hier vorbei, geben diesem Kommentar hier mindestens eine Bewertung von minus 50, und es herrscht wieder Frieden im Land. (Die Kyiaks bekommt ihr auch noch irgendwie hier raus. Es ziehen ja jetzt schon zahllose gerade gut ausgebildete Türken aus Deutschland weg, weil sie den Hass und den Irrsinn hier nicht länger ertragen. Verdenken kann man es ihnen nicht.)
Es tut mir leid, wenn Sie den Unterschied zwischen meiner Kritik und den in dem FR-Redaktionsbeitrag zitierten Tiraden nicht (an)erkennen.Ich sehe nicht, irgendwo gehetzt zu haben; auch für mich gilt (aktiv und passiv) die individuelle und nicht die kollektive Beurteilung. Ich fand, mit der harten, aber weitgehend fairen
Diskussion auf dieser Seite konnte man zufrieden sein - und darauf, sehr geehrter Finn, kommt es doch an, oder?
„Einwände vom Professor“: Bin ich damit gemeint? Ich bin nicht der Moderator dieser Seite und mische mich daher nicht in Auseinandersetzungen zwischen zwei Lesern ein, die sich sehr sehr weit vom eigentlichen Thema entfernt und leider verpersönlicht haben ("Schwanzträger", "Fall für die Tiefenpsychologie" etc).
ich pöbele nirgends gegen Muslime.
Ich pöbele nirgends gegen Homosexuelle.
Ich bin kein Fan von Thilo Sarrazin.
Ich bin kein Fan von Politically Incorrect.
Ich bitte Sie, meine Beiträge hier und auf meinem Blog nicht zu verzerren.
Ich besuche so gut wie nie Politically Incorrect. Ich habe auch nicht Sarrazins Buch gelesen.
Erst die Diskussion mit Wolfgang Wenger hat mich wieder dazu gebracht, ein paar mal PI aufzurufen.
Dieses pathologische Linkssein, wie Sie es und Herr Wenger repräsentieren, ist das Grundproblem in unserer Gesellschaft.
Lesen Sie sich bitte genau meinen Blog-Artikel "Homophobie mal ganz sachlich durch".
Wenn ein Deutscher den Satz von Frau Kiyak geschrieben hätte, wäre er in der Tat weniger brisant, weil er nicht die Arroganz und Respektlosigkeit vieler muslimischer Migranten gegenüber unserer Gesellschaft zum Ausdruck bringen würde.
Die gut ausgebildeten Moslems und Türken sollten sich bei ihren Landsleuten bedanken, die sich der Integration verweigern und das negative Bild dieser Bevölkerungsgruppe prägen.
Mir scheint, daß Sie auf einem anderen Planeten leben.
Das pathologische Linkssein, das Sie und Herr Wenger repräsentieren, treibt die Menschen in die Hände von Sarrazin, Pro NRW oder PI.
Sie können also selbst einiges tun, um die Zustände in unserem Land zu verbessern.
Denn Sie wissen nicht, was Sie tun
Vielleicht sollten Sie, was sie schreiben, mal ganz sachlich durchlesen. Wir können nicht alles für sie machen.
Ja, ganzganzganzviele Menschen leben auf einem anderen Planeten als sie. Lernen sie daher erstmal unsere Sprache.
WIR sollen das Maul halten, damit wir die Leute nicht in die Hände von Sarrazin und PI treiben? Gehts noch? Denken Sie NIE vorher nach, bevor sie sowas schreiben? Sie werden peinlich
Sie sollen nicht "das Maul" halten.
Da haben Sie mich mißverstanden.
Wollen Sie irgendwie mit Frau Kiyak konkurrieren? Dann müssen Sie damit rechnen, daß Herr Kovács einen Artikel über Sie schreibt.
Sie sind ein interessanter Fall für die Tiefenpsychologie.
Und wie sie das macht! Wie immer in Schwarz-Weiß-Malerei: Natürlich ist die besagte Journalistin von ihr zum „Feindbild der fanatischen Sarrazin-Fans“ erklärt worden, als ob neutrale Beobachter an ihrer Formulierung nichts auszusetzen gehabt hätten. Auch wollte die „taz“, die sonst jeden anrüchigen Beigeschmack einer Aussage erschnüffelt, diesmal die tiefere Bedeutung der Entgleisung nicht wahrhaben. Na ja, was soll‘s, Sarrazin ist ja das Feindbild der fanatischen Linken - Schwarz-Weiß können wir auch... Ach ja.
@WolfgangWengerOdin
Ihr Bericht aus der Berufspraxis hat mich beeindruckt. Er stimmt nur zu sehr. Meine Frau hat in den 80ern in der Stadtteilbibliothek HH-Wilhelmsburg gearbeitet und wollte dort Migranten verstärkt an das Lesen heranführen. Sie musste mit ansehen, wie interessierte und begabte türkische Mädchen von ihren Vätern vom Besuch der Bibliothek abgehalten wurden. Sie musste allerdings auch sehen, dass sich von Staats wegen niemand ernsthaft mit den Migranten auseinandergesetzt hat. Es war keine Toleranz, sondern Gleichgültigkeit von deutscher Seite zu verzeichnen - nach dem Motto: Hauptsache, die Leute arbeiten und halten die Klappe. Man hätte viel früher auf die Migranten zugehen und sie durch Fordern fördern müssen. Dazu hätte man aber schon wesentlich früher begreifen müssen, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist und ein Einwanderungsgesetz erlassen müssen, aber niemand wollte wahrhaben, dass die Leute nicht wieder in die Herkunftsländer zurückgehen. Damals - und das meinen Sie wohl damit, dass Sarrazin zu seiner politisch verantwortlichen Zeit versagt habe - hätte man die Generation von Migranten, die heute Anfang 20 und verkorkst ist, noch mit ins Boot holen können.
www.taz.de/!94234/
Ich würde gerne mal von Ihnen erfahren, wie Sie es finden, daß viele Türken und Moslems sich der Moderne verweigern und z.B. ihren Töchtern aufzwingen, Kopftücher zu tragen.
Ich persönlich habe noch nichts davon gehört, daß deutsche Kinder zum Lederhosen-Tragen oder Kraut-Essen gezwungen wurden. Daher verstehe ich Ihre Antwort nicht. Könnten Sie mir Ihren Vergleich bitte erklären?
Falls er deplatziert und ein dümmliches Ausweichmanöver gewesen sein sollte, können Sie mir dies ebenfalls mitteilen.
Ich hoffe, auch Linke sind dazu willens, die Zustände in der muslimischen Parallelgesellschaft zur Kenntnis zu nehmen.
Politically Incorrect leistet hier wichtige Aufklärungshilfe. Ich persönlich bin froh, daß es PI und Sarrazin gibt, und habe es nicht nötig, diese Phänomene, die zweifellos auch kritikwürdig sind, auf so billige Weise zu denunzieren.
Einigen wir uns darauf: sie sind der Vorzeigelinke, der gute Linke, finden PI und Sarrazin voll geil und wichtig und zeigen, was für ein toller Typ sie sind.
Ich bin der böse Linke und find es gleich schlimm, wenn jemand "ganz nett" auf Tatsachen hinweist, wie, dass Türken kopftuchmädels "produzieren".
Auf den "Schwanzträger" sind sie noch nicht eingegangen. Es dürfte doch ganz toll sein, den Feministinnen zu gratulieren, wenn sie einfach so ganz nett und nebenbei auf die Tatsache hinweisen, dass wir Penisse haben. Es gibt ja Irre (hab ich mir sagen lassen) unter den Männern, die finden sowas verwerflich. Dabei tragen alle Männer Schwänze und kaum türkische Mädchen Kopftücher.
Wenn sie das mit dem Lederhosen tragen und den Krautfressern immer noch nicht kapiert haben, lohnt es sich auch nicht, weiter drüber nachzudenken. Einigen wir uns darauf, dass es dümmliches Ausweichmanöver von mir war. Vielleicht haben es ja andere kapiert.
ich verstehe Ihre Antworten nicht so recht. Wir sprachen von Mädchen, die zum Kopftuchtragen gezwungen werden. Sie entgegnen dem, daß auch deutsche Kinder zum Lederhosentragen oder Krautessen gezwungen werden und daher das Kopftuchbeispiel irrelevant sei.
Dem kann ich nicht folgen. Könnten Sie mir deshalb ihren Vergleich erklären?
Es werden auch türkische Mädchen erschossen, die einen westlichen Lebensstil anstreben. Diese Morde sind ja nur die Spitze des Eisberges. Man kann sich vorstellen, wieviele türkische Kinder in eine archaische Familien- und Religionstradition gezwungen werden.
Wurde denn der Kummunionsteilnehmer zum Anzugtragen gezwungen? Ich finde dieses Beispiel nicht adäquat. Eine Kommunion ist eine einmalige Sache.
Bei Ihren Antworten werde ich nicht so recht schlau. Ich habe das Gefühl, daß Sie mir ausweichen und offensichtlich verfehlte Vergleiche anstellen.
Für alle, die es interessiert. Hier ein Spiegel-Artikel über Ehrenmorde, der leider noch nicht frei verfügbar ist:
INTEGRATION - Abschied zum Ich: Sie fliehen vor Unterdrückung, körperlicher Gewalt und Todesdrohungen im Namen der Ehre. Hunderte junger Migrantinnen verstecken sich in Deutschland vor ihrer Familie, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.
In Spiegel 15/12.
Wir sprachen mitnichten von Mädchen, die zum Kopftuchtragen gezwungen werden und ich habe überhaupt nicht gesagt, dass deutsche Jungen zum Krautessen gezwungen werden. Wieder so eine Rauchbombe.
Zum Verständnis der Reihe nach:
SIE sprachen davon: "Daß Türken in unangenehm häufiger Weise Kopftuchmädchen zur Welt bringen, ist eine Tatsache. Ich empfinde das als ein respektloses Verhalten seitens der Türken und Moslems in Deutschland."
Das heißt, das sie es für eine Tatsache halten, dass Türken Kopftuchmädchen zur Welt bringen und ich antwortete darauf, dass es dann ebenso eine Tatsache ist, dass Deutsche Krautfresser produzieren. "..feststellen, das auch Deutsche lauter kleine Lederhosenschei sser und Krautfresser in die Welt setzen.
Na? Gehts uns jetzt besser?
Ist ja NUR ne Tatsache"
Kein Wort von Zwang - es ging nur um das Argument "Tatsache". Wie ich ihnen erklärt habe, wurde die Bezeichnung
"Krautfresser" in ebenso abwertender WEise von den Aliierten im zweiten Weltkrieg für die Deutschen gebraucht. Auch dies entsprang der "Tatsache", dass Deutsche - insbesondere damals, eben Kraut, Sauerkraut aßen und war eben NICHT als reine Tatsache gebraucht, sondern abwertend. Natürlich können wir uns auch über die statistische Wahrscheinlichkeit unterhalten, dass türkische Mädchen Kopftücher tragen oder dass deutsche Sauerkraut essen, aber es sollte wohl klar sein, dass es um die Abwertungsabsicht ging.
Ihre Antwort ist nebulös und hält sich mit eben jener statistischen Wahrscheinlichkeit auf. Dazu einige Beleidigungen, die wohl davon ablenken sollen, dass Sie die Fragwürdigkeit Ihrer Argumentation vielleicht erahnt haben. Gleichzeitig "werfen" sie den ersten Nebel und kommen plötzlich mit dem neuen Argument, dass die Kopftuchmädchen so ERZOGEN werden verbunden mit einer völlig überzogenen Argumentationskette "...sondern daß viele Mädchen eben zu Kopftuchmädchen erzogen werden, sich nicht in die deutsche Gesellschaft integrieren dürfen und unter Umständen sogar von ihren Brüdern auf Befehl des Vaters ermordet werden "
Soll wohl heißen, wer mit Kopftuch herumrennt, liegt wohl bald von seinen Brüder ermordet im Graben. Sehr bezeichnend, wo man landen kann, wenn man sich auf Sarrazins Argumente einläßt.
Im Antwortschreiben gehe ich nochmal auf das erste Argument der "Tatsache" ein (dummer Versuch von mir, das eigentliche
Thema beizubehalten, obwohl schon genug Nebel liegt) und komme mit der Tatsache des "Schwanzträgers". Selbst bis jetzt
wollten sie nicht auf dieses Argument einer "Tatsache" eingehen. Sie wissen, warum.
Ich erkläre Ihnen das Wort "Kraut" (umsonst) und versuche nochmal, Ihnen nahezulegen, zwischen den Zeilen zu lesen, dass es eben KEINE "nur Tatsache" ist, von kopftuchtragenden Mädchen "produzieren" zu reden.
Sie antworten (ich tue mich schwer, die direkten Antworten zu finden, weil sie nicht direkt anschließen, sondern irgendwo in den Kommentaren zu finden sind - nur als Hinweis): "Ich würde gerne mal von Ihnen erfahren, wie Sie es finden, daß viele Türken und Moslems sich der Moderne verweigern und z.B. ihren Töchtern aufzwingen, Kopftücher zu tragen."
Jetzt kommt erst der Zwang! Und sie wundern sich, warum ich noch nicht schon längst dieses, noch nie geäußerte Argument, berücksichtigt habe. Tja, weil, wenn ich das könnte, ich viel Geld im Zirkus verdienen würde!
In meiner Antwort gehe ich auf diesen "Zwang" ein und nehme auch das Argument der "Erziehung" mit auf. Erziehung ist immer auch Zwang und vergleiche das mit dem Anzug tragen in der Kirche und sage dazu, dass es wohl auf die Gründe ankommt, wozu man "gezwungen" wird. Ich versuche zu erklären, dass es wenige Mädchen gibt, die Kopftücher tragen und dies schon gar kein Zeichen für militanten Islamismus ist. Sicherlich mit ernst gelebtem Glauben, ähnlich dem Anzug in der Kirche.
Als über 50jähriger kann ich ihnen bestätigen, dass es zu meiner Zeit KEINE Frau und kein Mädchen gab, das nicht ohne Kopfbedeckung in der Kirche saß. Keine Ahnung, wie das jetzt ist. Dies bezog sich damals nur auf die Kirche. Nur ältere Frauen - und Klosterschwestern - trugen die Kopfbedeckung auch im Alltag. Ich kenne türkische Mädchen und deren Eltern, die
so handeln. Religiös, vielleicht etwas zu wenig integriert, aber nette, ehrliche Menschen. Selten liegt die Tochter tot in der Badewanne, weil sie in die Disko gehen wollte. Oft wird erzürnt reagiert, wenn diese Anwandlungen der Töchter kommen, wenn sie mal 16 oder 17 ist. Ich kenne diese skeptische Haltung aus meiner Kindheit von ehrlichen, christlichen Vätern, die
meinen, dass das noch zu jung für ein Mädel in diesem Alter sei. Ich kanns verstehen!!!
Ich verweise nochmal - umsonst - auf den "Schwanzträger". Sie gehen wieder nicht darauf ein. Sie beginnen vielleicht zu verstehen, dass es eben NICHT nur um reine "Tatsachen" geht, sondern, dass ich einer radikalen Feministin ZURECHT übers Maul fahre, wenn sie mich mit der Tatsache "Schwanzträger" konfrontiert, weil es nicht schwer ist, zwischen den Zeilen zu lesen.
Sie antworten jetzt WIEDER mit türkischen Mädchen, die erschossen werden. Spätestens JETZT müsste Ihnen einleuchten, wohin die "Tatsache" der kopftuchtragenden Mädchen geht, wenn man die eigentliche Absicht dahinter weiter spinnt. Letztlich ging es bei Sarrazin eben NICHT um die "Tatsache" einer Mode wie dem Kopftuch, sondern er transportiert etwas anderes und genau SIE sind auf eben diesen Dampfer geraten. Was wollen wir jetzt weiter diskutieren? Meinen sie allen ernstes, dass ich erschossene Mädchen ganz furchtbar toll finde? Soll ich jetzt tatsächlich antworten, dass auch Deutsche ihre Kinder ermorden? Wollen wir dann weiter diskutieren, dass türkische Brüder aber öfters ihre Schwestern ermorden, als deutsche Brüder ihre Schwestern? Wollen wir mit Zahlen jonglieren, was häufiger ist und ob wir Onkel auch noch dazu zählen sollten oder die Morde der Mütter oder gar die Abtreibung? Wie lange dauert es, bis wir bei der Frage sind, ob es nicht an den Genen der Nationalitäten sind, die solche Morde möglich machen? Schließen wir dann die Frage an, wie man schädliche Gene ausmerzen
könnte? Erschiessen wir erst die Türken und machen dann Selbstmord, weil WIR die Bestien sind, oder erschiessen wir gleich uns selbst, weil uns vorher noch das dritte Reich einfällt?
Machen wir ruhig weiter, dann wissen selbst Sie, was Sarrazin TATSÄCHLICH aussagt mit dieser Aussage der Kopftuchmädchen produzierenden Türken - Weil SIE SELBST diesen Weg nachgegangen sind - während sich Sarrazin unschuldig in den Sessel zurücklehnt und ganz entsetzt ist, was für böse Sachen sie aus seiner einfachen "Tatsache" machen.
Noch eine Anmerkung, die nichts mit der bisherigen Diskussion zu tun hat:
Ich bin seit 30 Jahren Sozialpädagoge und arbeite mit schwierigen Kindern und Jugendlichen. Seit mehreren Jahren gebe ich ehrenamtlich Hausaufgabenhilfe für Hauptschüler. Ich hatte mehrere Türken, einen Serben, einen Kosovoalbaner, einen Kroaten und im Moment wieder zwei Kroaten. Nette Jungs, fleißige Jungs - sonst hätten sie sich ja auch nicht freiwillig gemeldet.
Mehr oder weniger bemühte Eltern, manche gar nicht. Zum Glück meist gute Deutschkenntnisse (naja, 8. oder 9. Klasse). Ein türkischer Vater hat sich arg bei mir beklagt, wie dumm er gewesen sei. Er wollte sein Kind zum (bayrischen) Kindergarten anmelden, aber dort hat man ihm gesagt, dass es dem Jungen doch besser geht, wenn er zuhause bei der Mami ist. Er war so "dumm" (eigentlich unwissend als Ausländer aber er ist tatsächlich selbst keine große Leuchte und "nur" einfacher Arbeiter) und hat nachgegeben. Mit 6 brachte er den Jungen zur Einschulung (für Türken ein Job des Vaters, nicht der Mutter). Der Junge sprach kein Wort Deutsch. Der Vater spricht sehr schlecht, die Mutter gar nicht. Wo hätte der Junge das lernen sollen? Also stellte man ihn zurück - und schickte ihn wieder NACH HAUSE und wunderte sich ein Jahr später, dass der Junge mit sieben immer noch kein Deutsch konnte und mußte ihn jetzt aber vom Alter her einschulen.
Seit dreißig Jahren arbeite ich auch beruflich mit solchen Jugendlichen. Über das Problem einer mangelnden Integration braucht mir kein Sarrazin was zu erzählen. Davon wußte ich schon zu der ZEit, als Sarrazin noch Politiker war und genau diese Probleme VERURSACHT hat, vor denen er jetzt warnt. Er hat vorher nichts unternommen und jetzt reißt er das Maul auf und schadet nochmal. Was er vorher zuwenig gemacht hat, macht er jetzt falsch mit doppelter Anstrengung. Mir braucht kein Sarrazin weiß machen, er hätte jetzt ein Problem erkannt. Das haben genau die PRAKTIKER, die ihn jetzt korrigieren, schon Jahre vor ihm erkannt. Wir sehen nur gelegentlich ein kopftuchtragendes Mädchen, dass von seinem Vater und von seinen Brüder sehr geliebt wird und meinen, dass SARRAZIN ein Integrationsproblem hat. Nur meinen diese Väter und Brüder eben, dass es zur Liebe gehört, das Mädchen zu beschützen und es auf ein treues Leben im Haushalt an der Seite eines treusorgenden Ehemannes vorzubereiten. Ich kenne dumme Deutsche, die.... aber lassen wir das.
Na wenn man daraus keinen Bestseller machen könnte.
Ihr Kommentar ist ein schönes Beispiel für die Dummheit der Linken. Dies schreibe ich vor allem für die anderen Mitleser. Deutsche gebären keine "Lederhosenscheißer", da deutsche Kinder in der Regel keine Lederhose tragen und diese auch nicht mit einer archaischen destruktiven Religiosität verbunden ist.
"Krautfresser" setzen auch Moslems in die Welt. Es geht nicht darum, daß Moslems Kinder gebären, sondern daß viele Mädchen eben zu Kopftuchmädchen erzogen werden, sich nicht in die deutsche Gesellschaft integrieren dürfen und unter Umständen sogar von ihren Brüdern auf Befehl des Vaters ermordet werden können, weil sie einen westlichen Lebensstil bevorzugen und einfach Menschen sein wollen.
Das interessiert wohl manchen wohlmeinenden Linken wie Herrn Wenger nicht.
Danke für dieses Sarrazin-Feeling im Kleinformat, Herr Wenger. Solche dümmlichen Kommentare und Dämonisierungen mußte sich auch Herr Sarrazin bieten lassen. Sie zeigen hier noch einmal sehr eindrücklich, wie der Diskurs in Deutschland funktioniert.
Wie schlimm es mit unserem Land gekommen ist, wird vielleicht deutlich, wenn ich hiermit bekenne, ebenfalls links und Stammwähler einer linken Partei zu sein.
Solche "Linke" wie Sie, Herr Wenger, empfinde ich als äußerst unangenehm und als ernstere Bedrohung für unsere Gesellschaft als einen Sarrazin oder Politically Incorrect.
Keine Sorge, sie brauchen nicht nachdenken. Ich will sie nicht überfordern.
"Krauts" war übrigens - ein wenig Geschichtsunterrricht gratis - das Schimpfwort der Aliierten gegenüber den Deutschen und auch "nur" eine Tatsachenbeschreibung. Türkische Mädchen tragen ebenfalls nicht alle Kopftücher und ist daher genau so objektiv wie kopftuchtragende Türkenmädchen - und sicherlich genau so objektiv von Herrn Sarrazin und dem Mann im unendlichen Universum gemeint.
Wieso sind sie übrigens so wütend? Wir tauschen doch "nur" Tatsachen aus. Sie wollen doch nicht etwa behaupten, dass sie tatsächlich in der Lage sind, zwischen den Zeilen zu lesen? Schade, dass sie das offensichtlich erst seit heute können - oder nur, wenn es sie selbst angeht.
Üben...üben..üben...
Hat Sarrazin denn nichts Sachliches von sich gegeben? Daß Türken in unangenehm häufiger Weise Kopftuchmädchen zur Welt bringen, ist eine Tatsache. Ich empfinde das als ein respektloses Verhalten seitens der Türken und Moslems in Deutschland.
Sarrazin ist zweifellos kein Waisenknabe. Es wird ab leider häufig ausgeblendet, was er von Anfang an einstecken mußte, als es noch nicht um Genetik und dergleichen ging.
Sarrazin hat symbolisch recht. Er gibt dem natürlichen Empfinden vieler Deutscher, daß Moslems sich respektlos verhalten und ihr Gastrecht mißbrauchen, eine Stimme.
Mich persönlich ärgert immer wieder die politisch korrekte Verblendung aufseiten der Linken. Daß Politically Incorrect und Sarrazin auch zu einem gewissen Grad berechtigte Kritik zum Ausdruck bringen und ein Stück der Gesamtwahrheit ausmachen, wird leider immer wieder ziemlich dümmlich wegdenunziert.
Na? Gehts uns jetzt besser?
Ist ja NUR ne Tatsache
Sarrazin und PI vermischen Kritik an islamischem Fundamentalismus, prämodernen Wertesystemen und Integrationsproblemen mit allen möglichen reaktionären Tendenzen und falschen Analysen und besitzen keinerlei Sensibilität für das Problem des antimuslimischen Rassismus.
Antimuslimischer Rassismus und islamischer Fundamentalismus dürfen aber nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen beide als faktisch rechtsradikal begriffen und bekämpft werden.
Eine linke Kritik am Multikulturalismus und am islamischen Fundamentalismus kann auf Sarrazin und PI daher gut verzichten.
Zwei in der zeitgenössischen Linken verbreitete lesenswerte Texte zu einer linken Kritik an Multikulturalismus und islamischem Fundamentalismus, findest Du z.B. hier:
frankfurt.umsganze.de/.../
und
internationalworkersassociation.blogspot.de/2011/02/multikulturalismus-diversitat-und.html
Leszek
(linker Maskulist und Kulturmarxist)
Die FR und die "Berliner Zeitung" bieten besagter Journalistin ebenso ein Forum wie die "taz". Diese Zeitungen sind regelmäßig Beispiele für positiven Rassismus, also eine m. E. falsche Rücksichtnahme auf sog. "Ausländer", mit der man diese übrigens auch nicht ernstnimmt. Besonders in Deutschland ist man, wie auch an den Kommentaren gesehen werden kann, naiv gegenüber ideologischen Brillen, wenn sie von "Ausländern" getragen werden (oder links gefärbt sind).
Das Buch Dolf Sternbergers hat mir weniger über die Un-Sprache der Nazis gesagt als "LTI" von Victor Klemperer. Wenn besagte Journalistin sich nun mit dem Hinweis entschuldigt hat, das von ihr benutzte "Bild" habe fatalerweise die ihr unbekannte "Physiologie" der Gesichtslähmung von Sarrazin gemeint, dann verharmlost sie natürlich. Ich will so etwas weder von einer kurdischstämmigen deutschen Journalistin hören noch von Sarrazin, zu dessen Absurditäten nun medial wirklich genug gesagt worden ist.
Ich bin noch nicht überzeugt, dass man auf Kiyak große Rücksicht nimmt, weil sie Zuwandererin ist. Vermutlich sagen sich doch eher viele Leute: "Wenn ich kontinuierlich auf dermaßen unterirdische Art angegriffen würde, wie Sarrazin das tut, würde ich auch irgendwann im selben Tonfall zurückkeilen." Das bedeutet nicht, dass man "Menschenkarikatur" für die richtige Form der Auseinandersetzung hält.
Allerdings weist der von attatroll verlinkte FR-Artikel darauf hin, dass Kiyak offenbar öfter mal idiotische Artikel aus dem Bauch heraus schreibt; das ist für eine Journalistin im Gesamtbild natürlich fragwürdig. Wenn man ihr sowas immer wieder durchgehen lässt, wäre das für Ihre These vom "positiven Rassismus" doch wieder ein starker Beleg.
Nun hat man, während Sarrazin seine Angriffe weiterhin ungehindert fortfahren kann, bei der Berliner Zeitung offenbar reagiert und Kiyaks Artikel vom Netz genommen. Kiyak hat auch öffentlich um Entschuldigung gebeten. Die BILD, die Sarrazin gerne pusht, macht aus dieser Entschuldigung einen heuchlerischen Artikel mit Fragen wie "Woher kommt nur diese Wut im Bauch?" (Woher wohl?) Und die "Welt" schreibt gar von "rassistischen Verunglimpfungen" Kiyaks. Da habe ich schon den Eindruck, dass Sarrazin einmal mehr als unschuldiges Opfer inszeniert werden soll, der doch nur sachlich diskutieren wollte ...
Welche Konsequenzen fordern Sie denn darüber hinausgehend für Kiyak? Schreibverbot?
Kein Beleg für einen "positiven Rassismus". Eher ein Beleg für den Tittenbonus
www.bild.de/.../diese-journalistin-muss-sich-bei-sarrazin-entschuldigen-24344024.bild.html
www.fr-online.de/panorama/kenia--das-land-der-zitternden-maenner-,1472782,11678570.html
fr-online.de/.../...
"Im übrigen sind Ausländer keine besseren Menschen und auch keine, die einen Bonus haben, unkritisiert "Widerwärtigkeiten" äußern zu dürfen."
Meine Weltsicht ist der von Sarrazin genau entgegengesetzt und ich habe stets gegen seine Thesen argumentiert und werde dies auch in Zukunft tun.
Was den obigen Satz von Adorján Kovács angeht (mit dessen Weltbild mich ebenfalls wenig verbindet), muss ich jedoch sagen: Da hat Kovács nun mal Recht.
Wen jemand Sätze äußert wie: "...für diese lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur, die Sonntagabend in Ruhe das tun darf, was er am besten kann; das niedrigste im Menschen anzusprechen", dann wird mit einer solchen Formulierung ja tendenziell ebenfalls das niedrige im Menschen angesprochen.
Entscheidend ist hierbei nicht, dass scharfe, polemische Kritik an Sarrazins Ansichten nicht legitim wäre, scharfe Kritik auf der Sachebene muss Sarrazin schon verkraften können, aber in solcher Weise personalisierend, dehumanisierend und beleidigend verbal auf eine andere Person einzuschlagen, halte ich für weder ethisch vertretbar, noch der Sache dienlich.
Sowas scheint mir doch eigentlich eher die Mentalität der "Linke-sind-die Pest-Kulturmarxismus-Vers chwörungstheoretiker-Frak tion" zu sein.
Linke sollten versuchen erst gar nicht auf dieses Niveau abzugleiten.
Der Grundsatz "Niemals mit zweierlei Maß messen" ist m.E. ein zentrales Prinzip klassischen linken Denkens und exakt das, was radikal-humanistische Ethik von Political Correctness unterscheidet.
Sachliche Kritik an Sarrazin findet sich z.B. in folgenden lesenswerten Büchern:
www.amazon.de/.../ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1337976338&sr=1-1
und
www.amazon.de/.../ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1337976413&sr=1-1
Leszek
(linker Maskulist und Kulturmarxist)
Man kann sich über den Begriff beschweren, ihn kritisieren, aber ihn mit Faschismus zu vergleichen zeugt von Unkenntnis der Materie und von mangelnder Berechtigung Artikel schreiben zu dürfen.
Sie dürfen das jetzt aber gerne mit der Bücherverbrennung der Nazis gleichsetzen.
jeder zweite Kommentator im Netz spricht dem jeweiligen Autor die Fähigkeit ab, Artikel zu schreiben; das ist also nichts Besonderes.
Ich erkläre ungern ausführlich, was auch so verstanden werden kann; aber für Sie zum Mitschreiben: Eine Karikatur ist ein Zerrbild. Sehr beliebt z. B. bei Leuten einer gewissen Geisteshaltung waren antisemitische Karikaturen, die ein Zerrbild von Juden gaben, also Juden anders darstellten, als Juden in Wirklichkeit sind. Über diesen Umweg kam man schliesslich dahin, Juden mit Ungeziefer zu vergleichen. Wenn man nun ein Zerrbild von einem Menschen zeichnet, stellt man ihn anders dar, als ein Mensch in Wirklichkeit ist - man hat sich hier bei der Dehumanisierung den Umweg gespart.
Aber vielleicht meinen Sie wie einige Historiker, Nazismus sei kein Faschismus gewesen. An dieser subtilen Diskussion will ich mich nicht beteiligen.
Karikaturen in faschistoide Nähe zu bringen, scheint mir nicht zielführend. Ich sehe schon eine Verhaftungsswelle in den Verlagen anrollen. Dies scheint mir dann eher faschistoid zu sein.
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.
Ich halte Ihnen jedoch zu Gute, dass Ihnen meinschenfeindlich scheinende Äußerungen suspekt sind. Mir auch. Das macht aber nicht jeden Anschein von Menschenfeindlichkeit gleich faschistoid.
Satiren sind übrigens auch Zerrbilder
Aber gleich mit Nazivergleichen aufzuwarten ist schon mehr als starker Tobak.
Sarrazins Menschenverachtung erzeugt bei den Betroffenen Gegenverachtung. Tolle Beobachtung. Wo blieb Ihre Empörung über Sarrazins menschenverachtende Widerwärtigkeiten, Herr Kovacs? Dabei lehnen Sie eine "moralisierende Auseinandersetzung" bezeichnenderweise ab. Das Sprichwort mit dem Glashaus und den Steinen kennen Sie?
dass Verachtung die geeignete Art der Auseinandersetzung ist? Auch wenn sie eine „Gegenverachtung“ wäre? Wird es besser dadurch? Oder ist etwas bei bestimmten Leuten nicht schlimm, bei anderen doch? Nein, die doppelte Moral von FR, TAZ, „Berliner Zeitung“ usw ist bedenklich, und hinter manchen Worten steckt mehr als ein spontaner Verschreiber.
Ich kann gerne versuchen, es Ihnen noch einmal mit einer Analogie begreiflich zu machen. Im Jahr 1967 hat Dolf Sternberger sein "Wörterbuch des Unmenschen" herausgegeben, in dem er sich mit der Sprache der Nationalsozialisten beschäftigte. Auf dieses Buch hätten Sie konsequenterweise genauso reagieren müssen, wie Sie das heute bei Sarrazin tun:
"Unmenschen! Wie empörend, dass man dem politischen Gegner derart die Menschlichkeit abspricht! Wir sollten eine moralisierende Auseinandersetzung doch ablehnen, wenn wir uns darüber unterhalten, ob der Nationalsozialismus gut oder schlecht war, sondern eine Sachdebatte auf der Grundlage ökonomischer Kriterien führen. Aber leider wird hier ein korrektes Thema betrieben, mit dem man ein Liebling der Mainstreammedien wird ..."
Haben Sie damals auf dieses Buch so reagiert?
Und warum um alles in der Welt werfen Sie der "taz", der FR und der "Berliner Zeitung" Doppelmoral vor, wenn nur im letzeren Blatt die von Ihnen kritisierte Passage vorkommt? Ist das ein versuchter Rundumschlag gegen alle, die Fremdenfeindlichkeit kritisieren?
Zuletzt: Sarrazin ist selbstverständlich ein Liebling der Massenmedien, auch wenn die meisten Journalisten mit geheuchelter Empörung arbeiten. Hier wird gut erläutert, wie dieses perfide Spiel funktioniert:
carta.info/43839/der-stern-sarrazin-oder-biedermann-und-die-brandstifter/
Und das mit dem "Liebling der Mainstreammedien" können Sie sich nebenbei bemerkt auch schenken. Wenn Sarrazin ein neues Buch herausbringt, ist er sofort auf der Titelseite von zig Zeitungen - "Stern", "Focus" und Günter Jauch inbegriffen. Selbst hier auf Cuncti wird man von diesem fremdenfeindlichen Zausel verfolgt. Das hat sehr viel mit billiger Provokation zu tun und nichts mit dem Versuch einer "Sachdebatte".
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