Am Donnerstag, 25. Juli 2013 erschien in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung (S. 14) ein ausführlicher Bericht über die Personalpolitik an der Universität Hildesheim, deren Schwerpunkt auf der Lehrerausbildung liegt, und zwar unter dem Titel „Uni setzt vermehrt auf Professorinnen“, mit dem Untertitel: „Universität Hildesheim hofft auf Förderung durch Professorinnenprogramm / Bis zu 450 000 Euro jährlich möglich“.

Grundgesetz

„Die Universität Hildesheim ist in der zweiten Phase des Professorinnenprogramms positiv bewertet worden. Somit winken in den nächsten fünf Jahren bis zu 450 000 Euro jährlich für drei neue Professorinnen.

Insgesamt haben sich sieben niedersächsische Hochschulen für das Professorinnenprogramm von Bund und Ländern beworben. Eine Jury entscheidet nun, ob die Universitäten mit bis zu 150 000 pro Professur gefördert werden. Das Gremium hat unter anderem das Gleichstellungskonzept der Universität Hildesheim gewürdigt. Durch die Fördermittel würden neue Gelder für die Stärkung dieser Gleichstellungs-Maßnahmen frei.“

Laut Auskunft von Isa Lange, der Sprecherin der Universität, sei der Frauenanteil unter den Professuren in den letzten Jahren kontinuierlich auf jetzt 42 Prozent gestiegen. Damit liege Hildesheim weit über dem Bundesdurchschnitt, der bei etwa 20 Prozent liege.

„Die Universität musste für das Professorinnenprogramm belegen, dass Gleichstellungs-Maßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden, erklärt Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte. Dazu gehört zum Beispiel das Mentorenprogramm: Studentinnen und Absolventinnen mit und ohne Migrationshintergrund werden in ihrer beruflichen Orientierung von Fachleuten aus Wirtschaft und Politik unterstützt. Im Projekt ´Männer und Grundschullehramt´stellt die Uni jungen Männern das Grundschullehramt als berufliche Perspektive vor. ´Wir müssen noch stärker den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern. Viele Frauen geben nach der Promotion ihre wissenschaftliche Karriere auf und entscheiden sich gegen eine Habilitation´, sagt Lange.“

Wer der oben genannten Jury angehört, darüber wird in dem mit (r/jkr) gezeichneten Artikel nichts ausgesagt. Zu vermuten ist, dass das BMBF in Berlin und das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (MWK) maßgeblich in ihr vertreten sind.

Es fehlt in dem Artikel jegliche Problematisierung des Vorgangs. Immerhin werden im Rahmen des Professorinnenprogramms Professuren nur für Frauen vergeben, d. h. männliche Bewerber werden von vornherein ausgeschlossen, und zwar nur, um den Frauenanteil auf einen willkürlichen Soll-Wert anzuheben.

Mit dem Art. 3 des Grundgesetzes ist das nicht zu vereinbaren, weil Art. 3 nur von Gleichberechtigung und nicht von Gleichstellung (im Sinne der Erreichung einer Zielquote) spricht:

Art 3
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Und zu Art. 33 (2) steht das Professorinnenprogramm im Gegensatz, denn dieser sichert Folgendes zu:

Art 33
(1) Jeder Deutsche hat in jedem Lande die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.
(2) Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.

Wegen dieses Verfassungsbruchs sollten sich Männer auf derartige Stellen bewerben und ggf. den Klageweg beschreiten.

 

Weitere Beiträge

Brecht das Schweigen: Männergesundheit an Universitäten

Männliche Studenten sind in den USA und Kanada eine vergessene demografische Gruppe – besonders wenn es um ihre gesundheitlichen und seelischen Bedürfnisse geht.
Wenn Millionen junger Menschen ihr Universitätsstudium beginnen, erwartet sie eine Zeit voller Hoffnung, Möglichkeiten und Spannung. Dennoch gibt es einige Studenten, die mit besonderen Problemen zu kämpfen haben, was auch mit...

Frauenquote in der Filmbranche


Regisseurinnen fordern eine Frauenquote in der Filmbranche. Sie beklagen „eine männliche Sicht auf die Welt“ in Film und Fernsehen.
170 Regisseurinnen fordern eine Frauenquote für die Vergabe von Regieaufträgen und Fördermitteln. Zu den Unterzeichnerinnen von Pro Quote Regie gehören u.a. Doris Dörrie, Senta Berger und Veronica Ferres.
 

Gleichberechtigung durch Bevorzugung? Das Professorinnenprogramm ist ein eklatanter Bruch mit dem Grundgesetz

10. Januar 2013, von Michael Klein, zuerst erschienen auf Sciencefiles.org
Eckhard Kuhla, erster Vorsitzender von Agens e.V., kommt das Verdienst zu, im European auf das Professorinnenprogramm aufmerksam gemacht zu haben, das seit 2007 und “fast unbemerkt von der Öffentlichkeit” vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Kultusministerien der Ländern konspirativ betrieben wird. 
Ziel...

Sklerose im deutschen Wissenschaftssystem


Die Politik beeinflusst die deutschen Universitäten zunehmend. Es sei besonders auf die sogenannte Exzellenzinitiative verwiesen.
Das hat Auswirkungen auf die Vergabe von Spitzenpositionen, denn immer weniger Universitäten bekommen immer mehr Geld. Das finanzielle Kapital in Form von Drittmitteln ist z. B. in medizinischen Fächern das wichtigste Zuweisungskriterium für eine universitäre...

Sherlock Holmes und Professorin Moriarty

3. September 2012, von Prof. Günter Buchholz
Eine Rezension zu Hadmut Danischs Buch „Frauenquote“
Das hier besprochene und empfohlene Buch ist wichtig, weil es bewusst und begründet gegen die Political Correctness (PC) verstößt, die bekanntlich oft nicht mehr als ein öffentlicher sozial-psychologischer Zwang zur Verleugnung oder zur Lüge ist. Und manchmal nimmt sie sogar die Form offener Zensur...

Von Natur aus besser? Der Biologismus hinter der Frauenquote in Aufsichtsräten


Das Bundesministerium für FSFJ hat einen freiwillig verpflichtenden Stufenplan erstellt, dem sich Unternehmen erst unterordnen dürfen, dann unterordnen müssen, Ziel: “Mehr Frauen – mehr Vielfalt in Führungspositionen”. Eine Initiative, “Frauen in die Aufsichtsräte”, FidAR e.V., die in Berlin ansässig ist und die vom BMFSFJ finanziert wird, hat nichts anderes zum Ziel, als den Frauenanteil in...

Menschenrechte in Beton

Zur Achtung der Menschenrechte in Deutschland. Update 2015
„Menschenrechte sind in der Bundesrepublik offenbar nur deklamatorischer Natur.“ Dieser Satz bezieht sich auf das deutsche Familienrecht und ist mehr als zwanzig Jahre alt. Er stammt aus dem Essay „Die Achtung der Menschenrechte in Deutschland – Anspruch und Wirklichkeit. Gedanken zum Jahr der Familie“, den Prof. Dr. Michael Reeken im Jahr...

Viele Frauen wollen Quotilden sein!


Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung des Maschinenbauers Trumpf ist gegen die Frauenquote, wie sie von den beiden SPD-Bundesministern Manuela Schwesig und Heiko Maas mit Zustimmung von Bundeskanzler Angela Merkel (CDU) in einem Gesetzgebungsverfahren vorbereitet wird.
Frau Leibinger-Kammüller meint, ebenso wie es die „Frankfurter Erklärung zur Gleichstellungspolitik“ formuliert, dass...