Die noch junge Männerrechtsbewegung hat in den letzten Jahren verschiedene wissenschaftliche Publikationen vorgelegt, die belegen, dass in unserer Gesellschaft Männer benachteiligt werden und die feministische Ideologie in zentralen Punkten fragwürdig ist.

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Der feministischen Fraktion ist es nicht gelungen, diese Publikationen zu widerlegen oder auch nur begründet in Zweifel zu ziehen. Weil man das in dieser Fraktion schnell merkte, entschied man sich offenbar für die Strategie, die Mitglieder der Männerbewegung in eigenen Publikationen auf der persönlichen Ebene anzugreifen, sie mehr oder weniger als Rechtsextremisten zu verunglimpfen und so aus dem Diskurs zu drängen (beziehungsweise ein Alibi zu haben, um selbst den Diskurs zu verweigern).

Diesen Publikationen wurde ein wissenschaftlich wirkender Anstrich verliehen. Allerdings ergab eine Analyse nach der anderen, dass dieser wissenschaftliche Anspruch nicht ernsthaft zu halten war. So zerpflückte etwa der Männerforscher Professor Walter Hollstein die Kampfschrift Thomas Gesterkamps als Pseudowissenschaft und "gefährliche Verniedlichung des wirklichen Rechtsextremismus". Im selben Tenor wurde Gesterkamps Machwerk von dem Bildungsforscher Michael Klein zerrissen. Dasselbe Schicksal ereilte auch die Magisterarbeit Hinrich Rosenbrocks - "Die antifeministische Männerrechtsbewegung - Denkweisen, Netzwerke und Onlinemobilisierung"-, der unter anderem von der Soziologin Dr. Heike Diefenbach Unwissenschaftlichkeit attestiert wurde. Professor Günter Buchhoz mutmaßt gar, dass sich Rosenbrocks Agitation als "Volksverhetzung" bereits im strafrechtlich relevanten Raum bewegen könnte.

In der jüngeren Vergangenheit zeigte sich nun, dass diese Traktate inzwischen vor allem einem Zweck dienen: nämlich mit ihnen die Wikipedia zu füttern. So gibt aktuell der Wikipedianer Andreas Kemper ein Buch heraus, in dem Texte von Thomas Gesterkamp und Hinrich Rosenbrock ebenso enthalten sind wie Texte von feministischen Bloggerinnen, und versucht nun, dieses Werk in der Wikipedia als seriöse Quelle durchzusetzen.

Eine kleine Seilschaft von Wikipedianern – allen voran Anonymas mit den Nicks "Fiona Baine"/"Finn" und "SanFran Farmer" – drückten bereits die Texte des Publizisten Thomas Gesterkamps und des Studenten Hinrich Rosenbrocks als "soziologische Studien" durch und unterdrückten zugleich entgegenstehende Belege. Wikipedia-Einträge wie "Männerrechtsbewegung", "MANNdat", "Monika Ebeling", "Gerhard Amendt" und "Arne Hoffmann" wurden auf dieser Grundlage so bearbeitet, dass sie der Konstruktion von Feindbildern dienlich sind.

All dieser Aufwand geschieht aktuell vor allem deshalb, vermutet Michael Klein, weil entgegen aller Hoffnung nur wenige Journalistinnen auf die diffamierenden Texte aus dem feministischen Lager hereingefallen waren. Menschen, die sich zum ersten Mal per Wikipedia über das dargestellte Thema und die angefeindeten Vereine oder Personen informieren, sollen im feministischen Sinne manipuliert werden.

Die deutsche Wikipedia ist allem Anschein nach derart ausgerichtet, dass sich solche Strategien dort durchsetzen. Inzwischen haben mir zwei Nutzer unabhängig voneinander berichtet, dass sie auf unbegrenzte Zeit gesperrt wurden, weil sie Belege einbrachten, die der feministischen Perspektive zuwiderliefen (in einem Fall ein kritisches Buch zum Gender-Mainstreaming, zu dessen Autoren zwei Universitätsprofessoren gehören). Die offizielle Begründung lautete beide Male "Verstoß gegen den Neutral Point of View". Andreas Kemper, "Fiona Baine"/"Finn" und "SanFran Farmer" bleiben trotz ihres Treibens sowie persönlicher Angriffe und Hasstiraden auf den Diskussionsseiten diverser Wikiepdia-Einträge unbehelligt.

Die Kritik an der Wikipedia ist mittlerweile so umfangreich, dass sie zu einem eigenen langen Wikipedia-Eintrag geführt hat. Die ideologische Manipulation der Wikipedia durch die feministische Lobby ist indes noch kein Teil dieses Eintrags.

Dass die feministische Ausrichtung der Wikipedia ein speziell deutsches Problem ist, wird überaus deutlich, wenn man vergleicht, wie die englischsprachige Wikipedia die Männerrechtsbewegung darstellt und wie es im Vergleich hierzu die deutsche tut (in der englischen Wikipedia: Men's Rights mit dem Unterpunkt Men's Rights Movement; in der deutschen Wikipedia: Männerrechtsbewegung).

Was fällt auf? Die englischen Wikipedia-Einträge sind neutral gehalten und erreichen das Niveau eines üblichen Lexikonartikels. Der Eintrag in der deutschen Wikipedia hingegen ist stark ideologisiert und abwertend verfasst. Von dem in der Wikipedia normalerweise geforderten "balanced and impartial treatment" fehlt jede Spur – stattdessen haben die Verfasser offenkundig versucht, jede Äußerung, die diese Bewegung in ein negatives Licht rücken könnte, dort unterzubringen. Als Resultat erscheinen Männerrechtler als psychische Krüppel mit emotionalen Problemen und wirken wie Störfälle in einer gesunden Gesellschaft. Beim Leser soll offenkundig der Eindruck erweckt werden: "Da sind einige Männer nach ihrer Scheidung durchgeknallt und an den rechten Rand gerückt." Das Engagement für Männer soll, anders als das Engagement für Frauen, nicht als moralisch so geboten erscheinen, wie es ist, sondern als anrüchig und zweifelhaft.

Erfreulich ist immerhin, dass man diesem Wikipedia-Eintrag problemlos ansieht, wie einseitig gewichtet er ist. Sprachlich und stilistisch zeigen sich seine Verfasser von dem Erstellen eines wissenschaftlich klingenden Artikels immer wieder überfordert, und die groteske Häufung von abwertenden Passagen erzeugt vermutlich bei den meisten Lesern irgendwann Widerwillen. Der Artikel ist allerdings ein wunderbares Anschauungsobjekt dafür, wie die Männerrechtsbewegung von radikalen Feministinnen und ihrem Unterstützerkreis gesehen wird. Gerade weil der Artikel mit seiner Häufung an Unterstellungen und Vorwürfen schon fast ins Parodistische abgleitet, wäre ich fast geneigt, ihn in dieser Form zu konservieren. Allerdings erhebt auch die deutsche Wikipedia den Anspruch, ein Lexikon zu sein und kein Satiremagazin.

Problematisch bleibt insofern, dass in der deutschen Wikipedia – anders als in der englischsprachigen – ideologische Indoktrination und Diffamierung mit dem "Neutral Point of View" gleichgesetzt wird. Sexismus (solange er gegen Männer gerichtet ist), die "gefährliche Verniedlichung von Rechtsextremismus" sowie möglicherweise auch Volksverhetzung finden in der deutschen Wikipedia problemlos ein Forum, solange darüber nur das feministische Banner weht – von Verleumdung und übler Nachrede ganz abgesehen. Wer diese Entwicklung beanstandet, wird zügig gesperrt. Deshalb hat sich Michael Klein nun entschlossen, den Wikipedia-Gründer Jimmy Wales in einem Offenen Brief auf den Verfall der Standards der wissenschaftlichen Ethik in der deutschen Wikipedia aufmerksam zu machen. (Früher musste man noch befürchten, sobald man die Wikipedia kritisiere, werde man in den Artikeln dort niedergemacht; inzwischen findet das ohnehin statt, sobald man die feministische Ideologie kritisiert. Da fällt die Entscheidung leicht.)

Dieser offene Brief findet sich sowohl auf Cuncti als auch in Michael Kleins Blog. In Letzterem ist auch das englische Original enthalten. Auf Michael Kleins Blog kann man den Brief mit seiner Unterschrift unterstützen.

 

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