Zu Texten von Teresa Bücker und Antje Schrupp

Am Beispiel zweier Texte von Teresa Bücker und Antje Schrupp zeigt sich: Was eine auch nur halbwegs linke, humane Politik heute braucht, ist keine Militanz – sondern mehr Ehrlichkeit.

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Beim Quizduell kann ich jeden Monat gegen „Deutschland“ spielen und also herausfinden, ob ich die Nachrichten des vergangenen Monats besser im Kopf habe als die Mehrheit der anderen, die schon mitgespielt haben. Beim letzten Oktober-Quiz war ich dabei ganz gut, und in einer Frage wusste ich auch besser Bescheid als die Mehrheit: Bei der Frage danach, welche Studiengänge in Ungarn nun gestrichen worden seien. Dass das die Gender Studies sind, war mir sofort präsent, während es an den meisten anderen vorbeigegangen war.

 

Stellen Sie sich vor, Sie hören Rolf Zuckowskis Lied „Wie schön, dass Du geboren bist", aber statt der Textzeile „Alle deine Freunde freuen sich mit dir" heißt es auf einmal: „Alle Deine Freunde, Freundinnen und Kinder mit intersexuellem Hintergrund freuen sich mit dir."

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So oder so ähnlich könnte sich der bekannte Vers anhören, wenn der sprachliche Gender-Unsinn weiter fortschreitet. Oder das Lied wird gar nicht mehr gesungen, oder ausgetauscht, gegen ein gendergerechtes Kinderlied. 

 

Männliche Studenten sind in den USA und Kanada eine vergessene demografische Gruppe – besonders wenn es um ihre gesundheitlichen und seelischen Bedürfnisse geht.

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Wenn Millionen junger Menschen ihr Universitätsstudium beginnen, erwartet sie eine Zeit voller Hoffnung, Möglichkeiten und Spannung. Dennoch gibt es einige Studenten, die mit besonderen Problemen zu kämpfen haben, was auch mit mangelnder seelischer Gesundheit einhergeht.

 

Männer sind in den Augen von Feministinnen wahlweise Müll oder Nazis, die abgeknallt gehören. Dabei zeigen die Fakten: Männer sind deutlich häufiger Opfer von Gewalt als Frauen – und keineswegs häufiger die Täter.

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Die Berliner Journalistin Sibel Schick hat unlängst im Internet und in der taz – einer linksfeministischen Szenezeitung – in die Welt gesetzt, dass Männer Kehricht sind: «Men are trash». Im Missy-Magazin hatte sie sich schon zuvor mit dem Gedicht «Männer sind Arschlöcher» grosse Publizität verschafft.

 

Kritikerinnen der #MeToo-Kampagne wird vorgeworfen, sie verhalten sich unsolidarisch gegenüber anderen Frauen. Dabei gibt es gute Gründe gegen die kollektive Opferidentität des #MeToo-Feminismus.

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Die Reaktion kam prompt und war heftig. Frauen, die die #MeToo-Kampagne kritisierten, wurden als Verräterinnen beschimpft: „Finde eine, die bereit ist, Solidarität gegen ein Schulterklopfen und einen Keks einzutauschen und nutze ihre Identität als Vorwand, um offen frauenfeindlich aufzutreten“, heißt es in einem Beitrag in der HuffPost. Verglichen werden die „Dissidentinnen“ mit jenen bürgerlichen Damen, die im 18. und 19. Jahrhundert gegen das Frauenwahlrecht polemisierten oder Mütter zurück an den Herd kommandieren wollten. Gutsituierte, privilegierte Frauen, so die Botschaft, zögen es vor, Applaus aus der Männerwelt zu bekommen, statt Solidarität mit ihren bedrängten Schwestern zu üben.

 

Ella Whelans neues Buch „What Women Want“ kritisiert Fehlentwicklungen im zeitgenössischen Feminismus.

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Während ich diese Zeilen schreibe, stechen mir zwei Zeitungsartikel ins Auge, die den Zeitgeist der gegenwärtigen, destruktiven Sexualpolitik treffend zusammenfassen. In der New York Times nähert sich der Autor Stephen Marche dem Weinstein-Skandal auf pseudo-Freudsche Weise und folgert: „Wenn man Jungs Jungs sein lässt, werden sie wohl ihre Väter töten und mit ihren Müttern schlafen“. Die nunmehr als wahr angenommene „Brutalität der männlichen Libido“ werde durch die Weigerung der Männer verschlimmert, „über ihre eigene geschlechtliche Natur zu sprechen“.

 

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Der Blogger Gunnar Kunz fordert uns auf, den 11. Juli als Tag des Gender Empathy Gap zu begehen, der daran erinnert, dass Männer und Jungen in öffentlichen wie in privaten Bereichen deutlich weniger Empathie erwarten können als Frauen und Mädchen.

 

Frauen das friedliche, Männer das gewalttätige Geschlecht? Obwohl Frauen als Mörder und Totschläger statistisch weniger auffällig werden, ist die Sache weitaus komplexer.

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Gewalt ist kein Charaktermerkmal ausschließlich von Männern, auch Frauen sind, auf je spezifische Weise, zu Grausamkeiten aller Art in der Lage. Auch waren und sind sie weder nur Opfer noch Unbeteiligte. Zu allen Zeiten und in allen Kulturen applaudierten Frauen männlicher Gewalt, forderten Männer und Söhne dazu auf, in die Schlacht zu ziehen, zur Verteidigung von Clan, Stamm oder Vaterland. Oder sie amüsierten sich in den Arenen bei blutigen Schaukämpfen.

Sie waren, als diejenigen, die für den Erhalt der Gattung zuständig waren, begehrte Beute und kostbare Ressource. Sie waren Anstifterinnen, Ursachen, Ziele und Opfer zugleich. Und nicht nur Jeanne d’Arc war aktiv beteiligt am Krieg, wie eine Ausstellung im Militärhistorischen Museum in Dresden zeigt.

 

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Feministen verstehen es, ihre Lügen mithilfe von öffentlichkeitswirksamen Symbolen in den Köpfen der Menschen zu verankern, beispielsweise durch die Initiierung von Gedenktagen wie dem Gender Pay Gap Day. Höchste Zeit, dass wir dem ein Symbol entgegensetzen, das die wirkliche Welt abbildet. Aus diesem Grund möchte ich den Internationalen Tag der Geschlechter-Empathielücke ins Leben rufen, den Gender Empathy Gap Day. Ich habe lange überlegt, welcher Tag dafür geeignet sein könnte*, und ich glaube, es kann keinen besseren geben als den 11. Juli.

 

„Was wir über Männerleben wissen, ist oft einseitig, wenn nicht eindeutig falsch.

Dieser Artikel ist eine Replik auf den Artikel “Die Verunsicherten” in der WELT am 4.6.2018. Dort wird über die diesjährige “Männersein”-Konferenz berichtet, an der auch Gerald Hüther über Männer als das “schwache” Geschlecht sprach. Die Schwäche sei im männlichen Chromosomensatz zu suchen

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Wer erinnert sich noch an Robert Bly, der 1991 die amerikanischen Jungmänner in die Dickichte der Wälder des Bundesstaates Maine gelockt hat, um sie mit ihrer wilden Natur in Verbindung zu bringen? Männer sollten das Verborgene in sich wiederentdecken. Sie haben geheult wie die Wölfe und Ähnliches wird jetzt aus Berlin berichtetet. Nicht aus den Wäldern, sondern einem Tagungszentrum. Selbstergründung von Männern im Geraune des Urschreis und der Wälder hat eine Prämisse. Der Mann, so wie er ist, ist nicht der Mann, der er sein will oder sein könnte und wie er sein sollte; nämlich nach den Erwartungen von „den Frauen“!

 

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Vom 12. bis zum 14. April fand an der Volksbühne „ein soziologisches Experiment, bei dem wir etwas über Humanität lernen können“ statt - so zumindest die Erläuterung der Regisseurin über ihre eigene semi-fiktionale Theater-Performance. Und wie sieht so etwas aus? Fünf reale Expertinnen und fünf Schauspielerinnen sitzen an einem runden Tisch, um eine globale Katastrophe zu verhindern. Das Stück: „What if Women Rule the World?“ Sind Frauen die humaneren Menschen?

 

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Wir schreiben das Jahr 2018, #metoo und damit auch die negative Objektivierung der Frau, die in aller Munde ist. Gedichte, die bewundern werden wegen Sexismus Vorwurf entfernt und auch klassische Kunstwerke sollen aus Museen verbannt werden , da zu viel nackte Haut oder anrüchige Szenen gezeigt werden. Man kann sagen, dass extreme Zustände herrschen, die auch nicht davor halt machen, die Freiheit der Kunst in Frage zu stellen. Hauptsache man erreicht eine sexistisch einwandfreie Umwelt. Aber es gibt auch TV-Formate, deren Beliebtheit keinerlei Abbruch erleben, obwohl sie vor Sexismus nur so triefen.

 

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Kürzlich hat Joseph Croitoru das neue Buch von Hamed Abdel-Samad über den islamischen Faschismus in der „SZ“ vernichtend besprochen. Dabei hat sich Abdel-Samad auf die ägyptischen Muslimbrüder konzentriert, deren Mitglied er ja einmal war und die er kennen sollte.
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Plädoyer für eine zivile Debatte - ein offener Brief an den SWR

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