Geschlechterdebatte:

Heidis Puppenparade: GNTM und marktkonformer Seximus

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Wir schreiben das Jahr 2018, #metoo und damit auch die negative Objektivierung der Frau, die in aller Munde ist. Gedichte, die bewundern werden wegen Sexismus Vorwurf entfernt und auch klassische Kunstwerke sollen aus Museen verbannt werden , da zu viel nackte Haut oder anrüchige Szenen gezeigt werden. Man kann sagen, dass extreme Zustände herrschen, die auch nicht davor halt machen, die Freiheit der Kunst in Frage zu stellen. Hauptsache man erreicht eine sexistisch einwandfreie Umwelt. Aber es gibt auch TV-Formate, deren Beliebtheit keinerlei Abbruch erleben, obwohl sie vor Sexismus nur so triefen.

Hier möchte ich mich aber einer bestimmten Sendung widmen. Denn ich verstehe nicht, warum dieser Sendung, unter den momentanen Zuständen nicht gleich der Saft abgedreht wird, obwohl sie junge Mädchen behandelt wie ein Stück schlechtgewordenes Fleisch. Die Kritik an dieser Sendung wird zwar mit #notheidisgirls lauter aber bisher niemals so laut, dass es wirklich bis zur breiten Masse durchgedrungen wäre. Weder haben namhaften Magazine auch in ihren Printausgaben darüber berichten, noch hat eine Bombendrohnung im Finale dazu führt, dass der Aufschrei um diese Sendung wirklich laut wurde.

Vielleicht liegt es daran, dass diese Sendung von einer Frau geführt wird. Diese Frau allerdings ist ein Beispiel für weibliches paternalistisches Verhalten. Sie besteht ausschließlich aus übersteigertem Selbstbewusstsein, Selbstverliebtheit, Business- und Machthunger und somit zeigt sie die gleichen Charakterzüge wie Harvey Weinstein, Donald Trump und Co. Auch bei ihr kann man psychopathische Züge vermuten, denn Mitgefühl scheint diese Frau ebenso wenig zu kennen wie besagte Herren. Nur das, was Erfolg verspricht wird gefördert. Alles andere, egal wie groß das menschliche Schicksal dahinter ist, zählt nicht. Schlimmer noch, was nicht in ihr Weltbild passt, wird bloßgestellt, verspottet und "ausgelacht". Dabei helfen ihr 2 Juroren, deren bornierte Blödheit und kindischen Affekte das Ganze als schlechten Slapstick ins Bodenlose stilisieren.

Die Schindluderin

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf Ilka Bühners Blog "Die Schindluderin"

Die Rede ist von Heidi Klum und dem Format Germanys next Topmodell. Eine Sendung, die sehr junge Frauen dazu zwingt eine Puppe zu sein, ohne Willen, ohne Bedürfnisse und ohne Respekt vor sich und den eigenen Grenzen. Nun kann man sagen, die Mädels entscheiden sich selbst dazu bei diesem Format mitzumachen. Was ist gegen den Traum Model zu werden einzuwenden? Wenn jemand Spaß daran hat als lebende Anziehpuppe zu arbeiten, dann soll er das auch tun können!

Aber diese Sendung produziert keine Models. Die Maschinerie um Heidi Klum und die Model Agentur OneEins, die von Günther Klum geführt wird, will ihre Models gar nicht auf den Laufstegen sehen. Vielmehr sollen sie an jeglicher Art Werbeveranstaltung teilnehmen, wie Einweihungen von Einkaufszentren oder ähnlichem. Und diese dienen wiederum nur dem Image von GNTM und Heidi Klum. Die Mädels sind die Aushängeschilder der Show und sollen selbige im Gespräch halten. Ähnliche Mechanismen findet man auch bei Sendungen wie DSDS, The Voice oder ähnlichen Shows. Keinem dieser Formate geht es wirklich darum Künstler oder echte Models hervorzubringen. Die Sieger dürfen einige Zeit im Namen der Shows durch diverse Städte tingeln oder an Marketing Produktionen teilnehmen. Sie sind quasi die Vertriebsleute der Shows, die dem kleinen Mann das Gefühl geben, dass er Teil nehmen kann an dieser Show, mit dabei sein kann.

Die Erwartungen, die die jungen Menschen an diese Show haben werden nicht erfüllt und hatten auch nie vor sie zu erfüllen. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, wissen die Teilnehmer eben oft nicht worauf sie sich einlassen.

Die Macher hingegen erwarten und verlangen Höchstleistungen von den Teilnehmern. Wer diese nicht erfüllt fliegt. Und in keinem Format ist der Erwartungsdruck höher und gnadenloser als bei GNTM.

So erwartet Heidi von ihren "Mädchen" ein so großes "Selbstbewusstsein", dass sie sich bereits am 2. Drehtag der neuen Staffel nackt am Strand ausziehen müssen. Das Ganze soll ohne Hemmungen und ohne Scheu geschehen, damit die Mädels sich dann vor allen anderen sexy und lasziv wie Lolita im Sand räkeln. Aber bitte nicht zu sexy! Sonst sieht es nach Playboy aus und das ist so gar nicht on vogue und geht in den Augen der Juroren dann doch zu weit. So jedenfalls äußern sich Heidi und ihre beiden Lakaien Thomas Haio und Michael Michalsky. Ein Mädel, dass ihnen zu sehr nach Playboy aussieht, wird in der Entscheidungsrunde für diesen Sachverhalt abgestraft, in dem man ihr mitteilt, als wirkliches Model könnte sie nie arbeiten. Vielleicht für Sportmode. Dass die selbsternannte Übermutter der Models, Heidi, selbst ihre größten Erfolge als Sportmodel einheimste und die großen Laufstege der Pretaporte nie gesehen hat, interessiert nicht. Sie ist schließlich das Gesetz in dieser Schmierenkomödie.

Klum, die rappeldürre wannabe MILF, die in jeder Situation ihre Erhabenheit ausnutzt, dabei mit geheuchelter Mütterlichkeit versucht den jungen Frauen den letzten Funken ihres Selbstrespekts zu nehmen, ist der Inbegriff des weiblichen Sexismus und der Menschenverachtung. Eine Frau, die Äußerlichkeiten zum heiligen Gral erhebt und die nicht dazu in der Lage zu sein scheint, irgendetwas anderes wahrnehmen zu können, ist das Idol und Vorzeigemodel einer Nation.

Diese Verlogenheit dieser Show, die in jedem zweiten Schnitt erkennbar wird, die mit den Emotionen und Gefühlen dieser jungen Dinger spielt, wie die Katze mit der sterbenden Maus, scheint auch die Anziehungskraft dieses Formates auszumachen. Extreme prallen aufeinander. In einer wunderschönen Kulisse kämpfen optisch perfekte kleine Mädchen um den zweifelhaften Ruhm, das beste TV-Model Deutschlands zu werden. Dabei sind viele bereit mehr zu geben, als sie jemals bereit waren zu tun.

In diesem Alter, zwischen 16 bis Mitte 20 fällt es vielen leicht ihre Grenzen zu überschreiten. Vor allem wenn sie damit ihren infantilen Traum einer Modelkarriere wahr machen können. Dass sie dabei auch ihre Würde opfern ist Ihnen erst mal egal. Denn sie erlangen den Ruhm den sie wollten, werden bewundert von tausenden Girlies, die diesen Traum teilen. Die auch anfangen von so einem schlanken (klapperdürren) Körper zu träumen und bereit sind, viel dafür zu tun. Wie viele junge Dinger sich für diesen Traum in Bulimie oder Magersucht gestürzt haben? Obwohl man sagen muss, dass es mittlerweile auch einige normal proportionierte oder Plus Size Mädels gibt. Das soll dazu dienen, einen toleranten und weltoffenen Ruf zu ernten, damit sich die Macher selbstgefällig auf die Schulter klopfen können. Es ist aber einfach nur kalte Berechnung und hat mit wirklicher Toleranz Andersheit gegenüber soviel zu tun wie eine Seegurke mit Ballett.

Das von Klum geforderte Selbstbewusstsein, ist eher vergleichbar mit dem Verhalten eines Boderliners, der seine Grenzen regelmäßig soweit überschreitet, dass er sich selbst damit zerstört. Promiskuitives Verhalten, dass gar keine eigenen Grenzen und somit auch kein Problem mit deren Überschreitung kennt, wird gefördert und belohnt. Mädels, die ein vollkommen normales Bewusstsein zu sich selbst und auch zu ihren Grenzen haben, werden verachtet und runtergemacht. Nur wer regelmäßig seine eigenen Schranken und Hemnisse überschreitet und bereit dazu ist die Hilferufe seiner Physis und Psyche zu ignorieren erhält Anerkennung.

Um ein Beispiel zu nennen: Ich weiß nicht mehr, welche Staffel das war, jedenfalls mussten die Mädels in der Vorhalle eines alten Schlosses Dessous präsentieren. In dieser Halle herrschten eisige Temperaturen. Ein Mädel, das schon den Tag zuvor von einem Arzt krankgeschrieben wurde, wegen einer Lungenentzündung, hustete sich die Seele aus dem Leib, wollte dieses Shooting aber unbedingt machen. Also erzählte sie ihren Model-Vormündern nichts davon. Thomas Hayo hörte sie allerdings husten und fragte, ob alles in Ordnung sei. Soweit so menschlich. Das Mädel antwortete, dass der Arzt ihr eine Lungenentzündung attestiert habe, sie dieses Shooting aber unbedingt machen wolle. Da antwortete dieser Kerl doch wirklich: "Ok, aber wenn es schlimmer wird, hörst du auf."

Schlimmer? Soll sie dazu tot umfallen? Ich weiß noch wie ich mich über diese Szene aufgeregt habe und darüber, dass sowas auch noch ausgestrahlt wird. Was soll das den Zuschauern suggerieren? Wie unfähig und unmenschlich dieser Mensch ist oder wie wenig Verständnis man für Krankheiten haben sollte?

Was diese Sendung eindrucksvoll klarmacht, sind die Zustände, die im Modebusiness vorherrschen müssen. Denn Klum ist nur die Schaufensterpuppe einer Industrie, die nicht sexistischer und menschenverachtender sein könnte. Die Modebranche erschafft auch in einer aufgeklärten Zeit nur ein einziges weibliches Bild; das der ewig lustvollen und willigen Frau mit perfekter Optik, die aber außer ihrem oberflächlichen Äußeren nicht viel zu bieten hat.

Musste sich jede andere Branche bereits dem Aufruf zur Gleichberechtigung beugen, so bleibt die Modebranche davon unberührt und erfährt keinerlei Einbußen durch Debatten wie #metoo. Sie ist sogar noch unendlich stolz auf ihre herzlose Ausprägung und erhebt sich dafür selbst in den Olymp der Götter.

Diese Zustände sind bekannt und werden alle paar Jahre mal wieder hinter dem Ofen hervorgekramt, wenn ein Mädchen an ihrer Magersucht oder einem anderem Raubbau an ihrem Körper gestorben ist. Die Pluse Size Models, die mittlerweile über den Laufsteg geprügelt werden, sollen zeigen wie offen diese Branche nun geworden ist. Aber Sendungen wie GNTM oder auch das nachahmende Format Curvey Super Models zeigen, wie wenig sich wirklich geändert hat. Denn es geht nicht nur um dick oder dünn, es geht vor allem darum, wie wenig sich diese Branche um den Menschen schert, nämlich überhaupt nicht.

Was mich bei all dem besonders wütend macht ist, dass in der heutigen Zeit, in der all das um #metoo geschieht, eine Sendung wie GNTM davon völlig unberührt bleibt. Wie kann das sein? Geht es bei #metoo nicht gerade um frauenverachtende bzw. menschenverachtende Zustände? Wie Frauen zu Objekten gemacht werden und andere diese Objektstellung ausnutzen? Genau das geschieht fast in jeder Minute bei GNTM, wo bleibt der große Aufschrei um diese Zustände? Nur weil eine Heidi Klum nicht grabscht und eine Frau ist, kann sie nicht menschenverachtend und sexistisch sein? Kann sie ihre Machtstellung nicht ausnutzen und junge Dinger zu etwas zwingen, das jedem guten Anstand widerspricht? Wo bleiben die empörten Eltern, die dieses Format mit ihren Protesten in die Knie zwingen?

Die Empörungskultur macht vor nichts halt aber bei dieser Sendung scheinen alle auf Stand-by zu schalten und geflissentlich zu übersehen, wie sehr diese Sendung die Emanzipation der Frau mit Füßen tritt. Das eine Frau eben keine Anziehpuppe ist, ohne Willen oder Gefühle, Grenzen oder Bedürfnisse.

Wie kann es sein, dass herausragende Kunstwerke wegen #metoo eliminiert werden, aber aktuelles Zeitgeschehen davon unberührt bleibt? Wieso werden Männer, die angeblich ihre Machtposition vor vielen Jahren ausnutzten, wie Dieter Wedel, regelrecht gejagt, eine Heidi Klum dafür aber quasi gefeiert wird? Ist die #metoo Debatte wirklich so kurzsichtig? Ich denke, man kann diese Frage ganz klar mit "Ja" beantworten, denn es ist viel einfacher den offensichtlichen Sündenbock zum Schafott zu tragen, anstatt ein kleines Stück weiterzuschauen und wirkliche Missstände aufzudecken und zu ändern.

Ein weiteres Mal schaue ich enttäuscht auf eine Debatte, die so viel Gutes bewirken könnte aber der es doch eigentlich nur darum geht, eine Hexenjagd auf leichte Beute zu machen und diese dann möglichst medienwirksam zu Grunde zu richten.

Der Beitrag erschien zuerst auf Ilka Bühners Blog "die Schindluderin"

 

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Kommentare   

0 # RE: Heidis Puppenparade: GNTM und marktkonformer SeximusMatthias 2018-04-22 00:32
Guter Artikel, aber nächstes Mal bitte etwas mehr auf die Grammatik achten.
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