Im akademischen Milieu werden die Rollen des weiblichen Opfers und männlichen Beschützers Tag ein, Tag aus systematisch verhärtet. Statt Gleichberechtigung fördert es aber die geschlechtliche Ungleichheit.

vagina typography hhdz3679z

Der Feminismus ist seit geraumer Zeit der neue, alte Fetisch vieler Medienschaffenden. Was bei den Freudianern die Sexualität war, ist bei den Feministen das Geschlecht. Egal ob Unterhaltungsshow, intellektuelle Lektüre oder Kinderserie, alles wird aus dem Blick der Geschlechterverhältnisse betrachtet, berichtet und interpretiert. Zu diesem intellektuellen Lifestyle-Paket gehört unter anderem die unaufhörliche Präsenz weiblicher Geschlechtsorgane in unterschiedlichen Ausformungen.

Dargeboten werden etwa Kunstausstellungen des weiblichen „Schmuckkästchens“, die einen in die fremden Galaxien „schwarzer Löcher“ entführen, bis hin zu kultähnlichen Treffen zur Feier der eigenen monatlichen Blutungen in „The Red Tent“, „a coachella for our vulvas“, wie auf der eigenen Seite „selbstbeblutet“ getönt wird, sowie für die intellektuell Ambitionierten, die Errichtung abstruser weiblicher Schutzräume. Das Münchener Philosophinnen*Kolloquium, auf dem sich Powerfrauen gegenseitig selbst befeuern, ist so ein selbstgewählter männerfeindlicher Frauenpalast.

„Männer*“ sind zur intellektuellen „Vulvenansammlung“ eingeladen. „Allerdings ist es - im Sinne der Frauen*förderung - den Frauen* vorbehalten, in diesem Rahmen Vorträge zu halten.“ Dieser Satz zeigt: es geht hier um die weibliche Selbstdarstellung in einem kultiviert-intellektuellen Rahmen. Der Mann muss zuhören, die Frau redet. So wie es beide von zu Hause aus kennen.

Doch zurück zum Rudelbluten im als Vulva bemalten „The Red Tent“, das „for menstruating people“ ist und dessen Öffnung nicht nur Frauen, sondern auch Männer betreten dürfen. Obwohl es als Schutzraum für Frauen während ihrer Periode gedacht ist, erweckt die Bewegung beim Durchstöbern der Bilder auf Instagram den Eindruck, als ob es sich um eine Bühne der sexuellen Selbstinszenierung handele. Überall präsentieren sich Frauen, oder ihre blutenden Blumen, in mal mehr, mal weniger obszönen und vulgären Zusammenhängen. Hier eine Vulva mandalaähnlich gezeichnet, dort das Foto eines weiblichen Mittelfingers in einer Blume. Weil es als aktionistisch-spirituelle Kunst verkauft wird, erhält es seine gesellschaftliche Legitimation.

Verehrte der Mann seinen Phallus nur ansatzweise so aufdringlich und obszön in seiner „primitiven“ Männerhöhle wie die „Frau von heute“, mit welch Beleidigungen wäre dieser konfrontiert? Dreckskerl, Deviant oder gar Perversling würde ihm mit großer Wahrscheinlichkeit entgegnet. Den Priesterinnen des Hohetempels „vagina blumus“ jedoch schützt ihre „sakral-anerkannte“ Immunität des Frau-Seins. Sie dürfen sich im weiblichen „Beauty Palace“ ihre monatliche Blutung auf die Fingernägel malen und ihre weibliche Perversität offen zur Schau tragen. Nota bene, Exhibitionismus ist in Deutschland nur für Männer strafbar.

Daher ist die Sache von Seiten des „schönen“ Geschlechts eindeutig. In der durch Programme geförderten Opferrolle mit mehr Rechten, weniger Pflichten und noch weniger Verantwortung, wird „frau“ schwach und stilisiert sich gerne freiwillig als Opfer. Zumal der Prinz in weißer Rüstung sich berufen fühlt den sich selbst benachteiligenden „Cinderellas“ mit lauter Frauenförderprogrammen zu helfen.

Obschon es alte Rollenklischees aufleben lässt, was jede „Cinderella“ in diesem Falle vehement verneinen würde, da sie bevorteilt wird, fühlen sich die Prinzessinnen in ihrer frei gewählten Opferrolle wohl und trachten sogar nach ihr. Die Opferrolle besetzen und sich gleichzeitig als emanzipiert und unabhängig darstellen? Das ist doppelmoralischer als doppelmoralisch.

Das zeigt: wer nicht für sie ist, ist pro forma gegen sie, der Fetisch längst zum morbus feminismus geworden. Zumal die feministischen Immunisierungsstrategien, Übernahme der Opferrolle und das Überstülpen der Täterrolle auf den Mann, so ausgeprägt sind, dass eine Impfung sinnlos wäre. Die Ergänzung des feministischen Altars durch einen männlichen scheint die einzige Antidot. Das Symbol dieser Priesterschaft steht auch schon fest. Der fliegende Phallus.

 

 

Weitere Beiträge

„Gender“-Theorie?


In der österrechichen Zeitung „Der Standard“ gelangt man, wenn man in der Suchfunktion „gender“ eingibt, auf eine feministische Seite, die sich „Die Standard“ nennt.
So wird man gleich eingestimmt auf das Niveau, das einen hier erwartet. Ich greife unter den verschiedenen Beiträgen den von Sonja Fercher mit dem Titel „Der Kampf gegen das ´andere Geschlecht´“ heraus.
 

Schnelltest Gendersprache: Es tut nicht weh


Er ist kostenlos, tut nicht weh – und es sind keine Nebenwirkungen bekannt. Er ist freiwillig. Niemand wird gezwungen. Es handelt sich um einen denkbar einfachen Schnelltest, den Sie zu jeder Tageszeit an jedem Ort ohne ärztliche Betreuung und ohne zusätzliche Hilfsmittel selbst durchführen können.
 

Feminismus - so funktioniert er in der schulischen Praxis


Aktuell erreichte uns der beeindruckende Erfahrungsbericht eines Abiturienten. Darin zeigt sich ein Mechanismus von perfektem, arbeitsteiligem Wirken von Feministinnen.
Mit öffentlich inszenierten Aufschreien zu Sexismus und anderen Nichtigkeiten binden Vulgärfeministinnen öffentliche Aufmerksamkeit, während Politfeministinnen, fest etabliert in den Institutionen, unbeachtet von einer breiten...

Diversity Management - wem nützt das?


Diversity ist ein Modebegriff, der auch in der Betriebswirtschaftslehre und in der unternehmerischen Praxis eine gewisse Rolle spielt. Aber es ist eine naive Selbsttäuschung oder ein Ausdruck von Einfalt zu meinen, mit diversity sei Vielfalt im Sinne von Heterogenität gemeint. Fragt man, was der Begriff wirklich - und das heißt praktisch - bedeutet, dann stößt man auf eine strategische...

Unser täglich Einheitsbrei gib uns heute


Liebe Journalisten,
in aller Regel nehme ich von anderen Menschen zunächst das Beste an, bis mir das Gegenteil bewiesen wird. Aber ihr macht es einem wirklich nicht leicht.
Ich kann mir gerade eben noch vorstellen, dass das Weglassen der einen oder anderen relevanten Information aus Unwissenheit geschieht. Etwa in einem Artikel über männliche Unterhaltspreller nicht darauf hinzuweisen, dass von...

Feministische Dichotomie – Männer versus Frauen

Warum die Gleichstellungspolitik keine linke, sondern eine rechte Politik ist! Interview mit Professor Günter Buchholz
Alexander Ulfig: Herr Professor Buchholz, in Ihren Artikeln kritisieren Sie die gegenwärtige Gleichstellungspolitik. Was hat Sie dazu bewogen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen?
Günter Buchholz: Erst meine Erfahrung als Hochschullehrer ab 1994 hat bewirkt, dass ich mich...

Die Politik heizt Feindseligkeit zwischen den Geschlechtern an

Gerhard Amendt im Interview mit MANNdat
Der Soziologe und Autor Prof. Gerhard Amandt ist Experte im Bereich Geschlechterpolitik und Geschlechterverhältnisse.
 Er war an der Universität Bremen Professor am Institut für Geschlechter- und Generationenforschung und hat die WHO in Familienplanungsfragen beraten. Wir haben ihn zu seinem neuen Buch „Von Höllenhunden und Himmelswesen“ interviewt.
...

Polemischer antifeministischer Backlash, gruselige Verschwörungstheorien ...

... und andere sachliche Worte der Zeit für Kritik an den Gender Studies
In der Zeit hat die Kulturjournalistin und Deutschlandradio Kultur-Redakteurin Catherina Newmark gerade einen Text veröffentlicht, in dem sie Kritikern der Gender Studies vorwirft, ihre Kritik lediglich Aus Angst vor einem anderen Leben zu üben: aus Angst also vor einer Änderung bestehender Verhältnisse, aus Angst davor,...