Männliche Hartz-IV-Empfänger werden bei Verstößen gegen die Bestimmungen doppelt so häufig und schwerer sanktioniert als Frauen. In der Folge müssen männliche Hartz-IV-Empfänger weitaus häufiger empfindliche Kürzungen der Geldleistungen hinnehmen. Dies geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hervor.

arbeitsagentur

Die Benachteiligung hat System. Bei Familien, in denen beide Eltern arbeitslos sind, konzentrieren sich die Vermittlungsbemühungen i.d.R. auf den Mann. Dadurch kommen entsprechend häufiger Männer in die Situation, Aktivierung nachweisen zu müssen. Männliche Arbeitslose werden aber auch gegenüber kinderlosen Single-Frauen benachteiligt.

Schon vor zehn Jahren hat die damalige Bundesanstalt für Arbeit (Vorläuferin der heutigen Bundesagentur für Arbeit) männliche Arbeitslose bei der Arbeitsmarktförderung benachteiligt. Mit Presseinfo Nr. 52 vom 06.08.2003 ließ sie zu den Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik zwischen Juli 2002 und Juni 2003 verlautbaren: „Frauen profitieren überdurchschnittlich stark von der Arbeitsförderung der Bundesanstalt für Arbeit“. Und dies, obwohl es schon damals mehr männliche als weibliche Arbeitslose gab. Der Verein MANNdat hat schon in seiner Analyse „Männerarbeitslosigkeit – das ignorierte Problem“ auf die Thematik aufmerksam gemacht.

Egal ob einseitige geschlechterspezifische Arbeitsmarktförderung ausschließlich für Frauen, Benachteiligung von Männern durch pauschale Frauenquoten, Zusage von Automobilkonzernen an die Frauenlobby, dass bevorzugt Männer entlassen werden, Bildungsbenachteiligung von Jungen oder, wie hier, Benachteiligung von arbeitslosen Männern bei staatlichen Hilfen. Die „positive“ Diskriminierung von Jungen und Männern wird immer häufiger als Frauenfördermittel eingesetzt. Die hohen männlichen Arbeitslosenzahlen werden nicht als Problem erkannt, sondern als positive Konsequenz einer Geschlechterpolitik gesehen, die sich auch heute noch ausschließlich auf Frauenförderung beschränkt.

Dadurch, dass mit Ursula von der Leyen eine typische Frauenpolitikerin Arbeitsministerin ist, die sich ja auch für Diskriminierung von Männern im Arbeitsmarkt durch die Frauenquote stark macht, dürfte sich die Situation für die männlichen Arbeitslosen kaum verbessern. Zumindest hat noch nie ein Arbeitsminister vor ihr Männerarbeitslosigkeit so viel Positives abgewinnen können. Schon kurz nach ihrer Ernennung zur Arbeitsministerin ließ sie verlautbaren: „Von 227.000 Menschen, die im vergangenen Krisenjahr ihren Job verloren, waren nur 10.000 Frauen. Arbeit wird weiblicher, bunter, älter.“

 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren

Weitere Beiträge

Das Unrecht der „gerechten“ Sprache


Harald Martenstein hat einen deftigen Beitrag über die Ungerechtigkeit von Schimpfwörtern verfasst, der mich bereichert hat. Einige der Kraftausdrücke kannte ich noch nicht. Ich muss aber auch meinerseits über Martenstein schimpfen, vielleicht muss ich ihn sogar einen „Arschkriecher“ nennen, ich bin nicht sicher.
Solche Ausdrücke sind nicht meine Spezialität. Ich bin auch nicht sicher, wie er das...

Sind Männer Menschen? (fragt die SPD)


Meine Eltern sind Bildungsaufsteiger, kommen aus typischen Arbeiterberufen und gehören so zu den Menschen, die der deutschen Sozialdemokratie besonders viel zu verdanken haben. Sie sind beide seit Jahrzehnten Mitglieder der SPD, haben über lange Zeit nie etwas anderes gewählt – so wie ich auch lange ausschließlich für Rot-Grün gestimmt habe.
In den letzten Jahren hat sich das geändert – durch meine...

Männerstreik – Interview mit Helen Smith: Warum immer mehr Männer sich der Gesellschaft verweigern

 
Seit nunmehr einigen Jahren lässt sich in den westlichen Ländern ein neues, zusehends kontrovers diskutiertes Phänomen beobachten: die sogenannte „Männerrechtsbewegung".
Träger und Motivation derselben ist ein offenbar geschlechtsspezifisches Gefälle zu Lasten von Männern in Bereichen wie der Kinderobsorge, Scheidungen, Gesundheitsversorgung und schließlich ein nach Ansicht besagter...

Ungleichheit ist nicht gleich Diskriminierung

Entideologisierung des Gender Pay Gaps
Zuerst erschienen auf Sciencefiles.org
Seit Jahren finden es die Betreiber von Sciencefiles.org immer wieder erstaunlich, dass ungleiche Verteilungen, wie sie z.B. zwischen den Einkommen von Männern und Frauen bestehen, als Beleg für Diskriminierung bewertet werden, und zwar von zumeist denselben Personen, die nie auf die Idee kämen, z.B. das schlechtere...

Gewalt gegen Jungen ist okay: Bitte spenden Sie jetzt!

Ein Brief an das Kinderhilfswerk Plan
Sehr geehrte Damen und Herren vom Kinderhilfswerk Plan,Ich hatte zunächst lange nach der Pointe gesucht. „Gewalt gegen Mädchen“ steht auf Ihren Plakaten, das Wort Gewalt ist dick und rot durchgestrichen, und daneben sieht uns ein großes Mädchengesicht an. Eine aggressive Kampagne, mit Anzeigen und Beilagen in vielen Medien und Plakaten in mehreren...

Vaterlose Krieger


Bestseller-Autor Leon de Winter beklagt eine Entmännlichung der Gesellschaft. Aber Sex- und Gewaltfantasien taugen nicht für ein Revival der Krieger. Eine Antwort.
Lieber Leon de Winter,
ist es moderner Fortschritt, dass eine Verweiblichung der Gesellschaft sich global ausbreitet? Sie sagen, es sei eine Bedrohung.
 

Petition zur Förderung von Jungen - Das Potential von Jungen begreifen

Petition an Manuela Schwesig
Liebe Unterstützer/innen, wir bedanken uns recht herzlich für eure Unterstützung zur Jungenförderpetition im Bildungsbereich.
Eine ehrliche und effektive geschlechterspezifische Bildungsförderung muss beide Geschlechter und damit auch Jungen im Blick haben, denn auch Jungen sind Kinder und was aus Kindern wird, dafür sind wir Erwachsene verantwortlich. 785 Menschen haben unsere...

Milton Friedman, Richard Nixon und „Affirmative Action“


In Milton Friedmans Klassiker „Kapitalismus und Freiheit“ stellte der us-amerikanische Ökonom fest: „Es ist eine auffallende historische Tatsache, dass die Entwicklung des Kapitalismus begleitet war von einer beträchtlichen Abnahme des Ausmaßes, in dem bestimmte religiöse, rassische und soziale Gruppen unter besonderen Behinderungen in Bezug auf ihre wirtschaftliche Entfaltung leben mussten, mit...