Vor einigen Tagen berichtete Genderama darüber, dass in Facebook feministische Instanzen installiert worden sind, die genderpolitisch nicht korrekte Beiträge tilgen und deren Verfasser sperren sollen.

Facebook-hikj7925

Verankert wurde diese interne Zensurbehörde unter dem Vorwand, etwas gegen Bilder und Texte zu unternehmen, die Frauenfeindlichkeit und dabei insbesondere sexuelle Gewalt gegen Frauen darstellen.

Tatsächlich aber befürchteten Männerrechtler schon früh, dass die Feministinnen auf Facebook ihren Einfluss dazu nutzen werden, um gegen alles vorzugehen, was nicht der feministischen Ideologie entspricht:

The sexism that Facebook has agreed to root out is that which is identified and defined by ideological feminists only. No MHRA perspective on the subject, or any other perspective for that matter, is relevant. Consequently the hundreds and maybe thousands of male bashing pages on the social network giant will remain, and only those pages identified as a problem by moderators "trained" by feminist ideologues will be targeted.

Unfortunately, that is not near the worst of the news. What is happening, and it is going to happen more swiftly than you can imagine, is that just as we have seen in academia, in the military, in many workplaces and more recently in the secular community, feminists are using whatever tools are at their disposal to ensure that their narrative is the only one allowed.

Im Endeffekt würde mit Facebook also dasselbe geschehen wie im letzten Jahr mit der deutschen Wikipedia. (Näheres zu den Vorgängen dort findet man weiter unten auf der Blogroll von Genderama.)

Wer die zitierten Befürchtungen, was Facebook betrifft, als paranoid empfand, sieht sich jetzt eines Besseren belehrt. Ein frühes Opfer der Zensur auf Facebook wurde eine Infographik, die darstellt, dass die feministische Behauptung, es sei bereits jede vierte Frau Opfer einer Vergewaltigung geworden, wahrscheinlich falsch ist. Der Männerrechtler Paul Elam, der diese Statistik auf Facebook veröffentlichte, kommentiert:

Facebook has now declared that feminist dogma is the prevailing and unquestionable community standard by which now hundreds of millions of Facebook users musts abide. They have also banned me from posting to the Facebook page for 12 hours. I suppose this is designed to give me time to reflect on my failure to comply with their desire that I agree with false information, or at least have the good sense to not believe I can object to falsehoods in their community.

Der britische Politiker Mike Buchanan berichtet über eine ähnliche Erfahrung. Er hatte versucht, auf Facebook auf die männlichen Opfer häuslicher Gewalt aufmerksam zu machen, und zeigte zur Illustration das Gesicht eines zusammengeschlagenen Mannes. Versucht man, diesen Link auf Facebook anzuklicken, gelangt man inzwischen zu der Meldung Dieser Inhalt ist derzeit nicht verfügbar.

In den letzten Jahrzehnten wurden Kritik am Feminismus und Gegenpositionen dazu vor allem aus den klassischen Medien verbannt. Manche Journalisten tun inzwischen so, als seien solche Widerworte ein Verstoß gegen die Staatsräson und die Verfassung und dienten der Vorbereitung zum Massenmord. Wenigstens im Internet können von der feministischen Lehre abweichende Auffassungen aber immer noch verbreitet werden. Jetzt beginnt auch dort der Zwang zur Einheitsmeinung: zunächst in der Wikipedia und auf Facebook. Manche fragen sich inzwischen, wann Youtube und Google an der Reihe sein werden.

Das alles geschieht unter dem Vorwand der Bekämpfung von Frauenfeindlichkeit und sexueller Gewalt. Man sollte sich also vermutlich hüten, diese Zensur zu kritisieren, wenn man nicht als Unhold dargestellt werden möchte. Denn dagegen gibt es keinerlei Schutz – ganz sicher nicht in der deutschen Wikipedia und vermutlich auch nicht auf Facebook.

Ich nehme allerdings an, dass deutsche Facebook-Seiten von solchen Maßnahmen noch nicht betroffen sind. Genderama-Leser, die ein Facebook-Konto besitzen, sollten diesen Beitrag dort vielleicht veröffentlichen. Ohne jede Gegenwehr zu den geschilderten Entwicklungen gibt es für die Strippenzieher keinen Grund, davon abzulassen.

Der Beitrag erschien zuerst auf Genderama.

 

Weitere Beiträge

Diversity Management - wem nützt das?


Diversity ist ein Modebegriff, der auch in der Betriebswirtschaftslehre und in der unternehmerischen Praxis eine gewisse Rolle spielt. Aber es ist eine naive Selbsttäuschung oder ein Ausdruck von Einfalt zu meinen, mit diversity sei Vielfalt im Sinne von Heterogenität gemeint. Fragt man, was der Begriff wirklich - und das heißt praktisch - bedeutet, dann stößt man auf eine strategische...

Der Mann 2013: Arbeits- und Lebenswelten - Wunsch und Wirklichkeit


Die Studie "DER MANN 2013: Arbeits- und Lebenswelten - Wunsch und Wirklichkeit" (in der Presse kurz und plakativ "Wie tickt der Mann?" bezeichnet) beschäftigt sich mit dem Thema Gleichberechtigung. Natürlich in erster Linie aus Sicht der Frau.
Immerhin wurde diese Studie im Auftrag von Bild der Frau angefertigt. Bemerkenswert für MANNdat ist, dass immerhin 76% der befragten Männer angaben,...

Der Pöbler und die Menschenrechte


Die Süddeutsche Zeitung lieferte jüngst unter der Rubrik "Recherche" ein Dossier zum Themenkomplex "Gleichberechtigung der Geschlechter". Auffallend war die Einseitigkeit, mit der hier ausschließlich lobend feministische Positionen vorgezeigt wurden. Sodann mühte sich die Süddeutsche Zeitung ausgleichenderweise mit einem Beitrag zum Thema "Maskulismus" - ein Versuch, der nach Ansicht unseres...

Offener Brief an Cordt Schnibben, DER SPIEGEL


Einige meiner Leser haben die Bitte des SPIEGEL-Redakteurs Cordt Schnibben, ihnen über ihre Erfahrungen mit dem Niedergang des deutschen Journalismus zu schreiben, nicht nur erfüllt, sondern auch mich ins CC gesetzt. Einen dieser Briefe veröffentliche ich nach Rücksprache mit dem Verfasser gerne hier als Offenen Brief an den SPIEGEL.
Dass immer mehr Journalisten zu Ideologen werden und ihnen dabei...

Die Prinzessin auf der Erbse

23. Februar 2014, von Prof. Günter Buchholz
Bascha Mika, die frühere Chefredakteurin der taz, ist jetzt in der Chefredaktion der Frankfurter Rundschau, wie diese unter der Überschrift „Bascha Mika und Arnd Festerling neue redaktionelle Spitze“ berichtet.
Wir kennen Bascha Mika nicht nur durch Ihre Mitgliedschaft bei dem Frauen-Lobbyverein ProQuote, die ihre neue Rolle in der FR sicherlich...

Vom praktischen Wert der Männertränen (Wozu ist Männerhass eigentlich gut? Teil 2)


Möglicherweise klingt es übertrieben, über Männerhass zu schreiben – anstatt über Wut, über Ressentiments, über Vorurteile, also über irgend etwas weniger Dramatisches und Plakatives.
Es ist nicht übertrieben. Und natürlich wollte ich diesen Text auch mit vielen Belegen dafür versehen. Ich habe dann aber so viele gefunden, dass sie den Umfang gesprengt hätten und ich eine Auswahl in eine kleine...

Feministische Dichotomie – Männer versus Frauen

Warum die Gleichstellungspolitik keine linke, sondern eine rechte Politik ist! Interview mit Professor Günter Buchholz
Alexander Ulfig: Herr Professor Buchholz, in Ihren Artikeln kritisieren Sie die gegenwärtige Gleichstellungspolitik. Was hat Sie dazu bewogen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen?
Günter Buchholz: Erst meine Erfahrung als Hochschullehrer ab 1994 hat bewirkt, dass ich mich...

What if Women Rule the World?


Vom 12. bis zum 14. April fand an der Volksbühne „ein soziologisches Experiment, bei dem wir etwas über Humanität lernen können“ statt - so zumindest die Erläuterung der Regisseurin über ihre eigene semi-fiktionale Theater-Performance. Und wie sieht so etwas aus? Fünf reale Expertinnen und fünf Schauspielerinnen sitzen an einem runden Tisch, um eine globale Katastrophe zu verhindern. Das Stück:...