Die Frauenquote scheint eine beschlossene Sache zu sein. Die börsenorientierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen sollen ab 2016 verpflichtet sein, 30 Prozent der Aufsichtssitze mit Frauen zu besetzen.

Frauenquote-lksg6739Die Frauenquote wird die Bundesrepublik grundlegend verändern, denn sie verstößt gegen fundamentale Prinzipien unserer Gesellschaft:

- Der Individualismus wird zugunsten des Kollektivismus aufgehoben; Menschen werden nicht mehr als Individuen in ihrer Individualität, sondern als Repräsentanten von Kollektiven (die Frauen versus die Männer) betrachtet.

- Das Individualrecht wird zugunsten des Kollektivrechts außer Kraft gesetzt; Menschen werden auch in rechtlicher Hinsicht nicht als Individuen, sondern als Angehörige von Kollektiven angesehen. Da das Grundgesetz weitgehend individualrechtlich ausgerichtet ist, wird die Frauenquote das Grundgesetz verletzen.

- Das Leistungsprinzip wird abgeschafft; nicht die Leistung eines Individuums, seine Fähigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen, sondern die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht wird zum entscheidenden Beurteilungs- und Einstellungskriterium.

- Das Prinzip der Bestenauslese wird aufgehoben, denn nicht das bestqualifizierte Individuum wird die entsprechende Arbeitsstelle erhalten, sondern die Person, die dem bevorzugten Geschlecht angehört.

- Die unternehmerische Freiheit wird beseitigt; Unternehmer können nicht diejenigen Personen einstellen, die sie einstellen möchten, sondern müssen sich an einem Proporzprinzip orientieren.

- Das Antidiskriminierungsprinzip wird außer Kraft gesetzt, denn besser qualifizierte Männer werden diskriminiert, indem sie nicht die Stellen erhalten werden, die sie eigentlich erhalten sollten.

- Die demokratische Wahlprozedur wurde bereits in den meisten etablierten Parteien abgeschafft; viele Männer, die für politische Ämter kandidieren möchten, können es nicht tun, weil sie Männer sind und durch die Frauenquote von der Kandidatur ausgeschlossen werden. Aus der Perspektive der Wähler gesehen: Wähler können nicht diejenigen Kandidaten wählen, die sie sonst wählen würden.

- Die bundesrepublikanische Politik wird zu einer Lobby- und Klientelpolitik; die einflussreiche Frauenlobby wird über die Richtlinien der Politik und über die Vergabe von gut bezahlten und prestigeträchtigen Stellen entscheiden.

Es ist fraglich, ob es den meisten Bundesbürgern bewusst ist, dass die Frauenquote die genannten Grundprinzipien unserer Gesellschaft außer Kraft setzt, denn seit fünf Jahren werden sie fast täglich durch die Mainstream-Medien mit Pro-Frauenquote-Propaganda bombardiert. Bereits 2010 schrieb ich in dem Artikel „Immer das Gleiche“: „Die Mainstream-Medien propagieren täglich die Frauenquote. Dabei bedienen sie sich gebetsmühlenartig immer wieder der gleichen Parolen und Phrasen.“ Seitdem hat sich nichts geändert.

Deshalb haben wir auf „Cuncti“ das Dossier „Contra Frauenquote“ angelegt. In über 70 Artikeln äußern sich Politiker, Wissenschaftler, Wirtschaftsfachleute, Publizisten und Blogger kritisch zur Frauenquote. Das ist notwendig, um ein kritisches Gegengewicht zu der Pro-Frauenquote-Propaganda der Mainstream-Medien zu schaffen.

Auch wenn die Frauenquote bald eingeführt wird, wird die Debatte über ihren Sinn und ihre Auswirkungen weitergehen. Dabei wird die Aufhebung der oben genannten fundamentalen Prinzipien unserer Gesellschaft durch die Frauenquote immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken.

Zum Cuncti-Dossier "Contra Frauenquote"

 

Weitere Beiträge

Diktatur des Kapitals?


Ich reibe mir die Augen. Da fordert der Arbeitgeberverband (BDA) und sein Präsident Dieter Hundt eine Verkürzung der Elternzeit auf ein Jahr und erklärt die Kleinkind-Betreuung zur „Kernaufgabe des Staates“. Warum? Um der Wirtschaft möglichst viele Arbeitskräfte zuzuführen, was die Lohndrückung erleichtert?
Die Wirtschaft hat sich an die angebliche „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ gewöhnt, die...

So machen Sie Quotengegnergegner mundtot


"So machen Sie Quotengegner mundtot" verspricht die SZ anhand von den beliebtesten handentkräfteten Gegenargumenten zu erklären.
Was folgt, ist ein jeweils "beliebtes" Gegenargument zur Quote in Vorständen, um danach entsprechende Pro-Quote-Argumente zu bringen. Das ist natürlich ein Spiel, das zwei spielen können, daher soll hier Stellung zu den Quote-Argumenten genommen werden, zu deren...

Erneute Klatsche für Rotrotgrün: Gleichstellungsgesetz nichtig


Nach Thüringen ist nun auch in Brandenburg das sogenannte „Paritätsgesetz vor dem Verfassungsgericht des Landes gescheitert. Mit dem Paritätsgesetz waren die politischen Parteien verpflichtet worden, bei der Aufstellung ihrer Landeslisten für Wahlen zum Landtag Brandenburg abwechselnd Frauen und Männer („Reißverschlussverfahren“) zu berücksichtigen. Eine solche Vorschrift ist vom...

Geschlechterdebatte: Messen mit zweierlei Maß

Rezension zu Arne Hoffmanns "Not am Mann"
Moderne Gesellschaften weisen paradoxe Entwicklungen auf. Gemeint sind gesellschaftliche Prozesse, die sich gegenseitig widersprechen.
Als Paradebeispiele für diese Paradoxalität können Entwicklungen herangezogen werden, die man in den kommunistischen Staaten beobachten konnte. Paradox war dort erstens die Kluft zwischen der Politik sowie den Medien...

Wie unsere Presse zum korrupten Desinformationsorgan verkommt


Presse und Rundfunk erleiden gerade einen dramatischen Qualitätssturz.
Es gab mal eine Zeit, in der verstanden sich Journalisten als welche, die untersuchen, aufdecken, konfrontieren, überprüfen. Die nichts glauben, die nichts abschreiben, sondern der Sache auf den Grund gehen. Diese Journalisten gibt es (fast) nicht mehr.
Immer stärker werden die Medien von einem neuen Typus von Journalisten...

Die Männerrechtsbewegung – grenzenlos


In der momentanen Propagandaschlacht gegen die Männerrechtsbewegung werden aus strategischem Interesse die verschiedensten Falschbehauptungen gestreut. Eine besonders beliebte: Die Männerrechtsbewegung sei sehr winzig und umfasse lediglich wenige hundert Mann, weshalb sie eigentlich völlig unwichtig sei und es sich gar nicht lohne, sie in ständig neuen "Expertisen", Büchern und EMMA-Artikeln zum Thema zu...

Petition zur Förderung von Jungen - Das Potential von Jungen begreifen

Petition an Manuela Schwesig
Liebe Unterstützer/innen, wir bedanken uns recht herzlich für eure Unterstützung zur Jungenförderpetition im Bildungsbereich.
Eine ehrliche und effektive geschlechterspezifische Bildungsförderung muss beide Geschlechter und damit auch Jungen im Blick haben, denn auch Jungen sind Kinder und was aus Kindern wird, dafür sind wir Erwachsene verantwortlich. 785 Menschen haben unsere...

Agent*In: das Ende einer rationalen Debattenkultur


Vieles wurde diese Tage über das Online-Lexikon Agent*In geschrieben. Das Lexikon soll Informationen über „Antifeministen“ bereitstellen. Die Agent*In ist nach eigenen Angaben ein „Antifeminismus-kritisches Online-Lexikon“. Das Projekt wird von der Heinrich-Böll-Stiftung, der parteinahen Stiftung der Grünen, getragen. Es befindet sich im Aufbau. „Wir sammeln und organisieren Wissen, Daten,...