Genderistinnen beklagen die Benachteiligung von Frauen an den Universitäten, die TU Eindhoven stellt zukünftig nur noch Frauen ein.

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Lang, lang ist‘s her! Bis in die sechziger Jahre gab es in Deutschland geschlechtergetrennten Unterricht. Eine Schule für die Mädchen, eine andere für die Buben. Oma und Opa würden sagen: „Damals war die Welt noch in Ordnung!“ Das heißt: als noch Kapitalismus und Sozialismus sich gegenüberstanden, als die deutsche Sozialdemokratie das „Sozial“ in ihrem Namen ernst nahm und die Christdemokraten inhaltlich Paroli boten, als Sexsymbol zu gelten ein Kompliment war und sufragettenhaftes Auftreten für Empörung sorgte.

So weit, so gut zu den alten Zeiten. Die einen sehen diese Ära als Auflösung gesellschaftlicher Ordnung an, die anderen vielmehr als Erlösung. Doch Fakt bleibt: Die 1960er Jahre wirbelten einiges in Deutschland um. Auch das Schulsystem, in dem fortan Mädchen und Jungen gemeinsam eine Schule, eine Klasse, denselben Unterricht besuchen konnten. Es war ein erster Schritt in die geschlechtliche Gleichberechtigung.

Doch sind wir gezwungen bald eine Rolle rückwärts zu machen und mit Marty McFly und dem „Doc“ Dr. Brown „zurück in die Zukunft“ zu reisen? Dass ihre Zeitmaschine, der „DeLorean“-Sportwagen die Abgaswerte überschreitet, wäre in diesem Falle vorteilhaft. Schließlich gäbe es uns einen Zeitvorsprung, mehr Zeit zum Nachdenken über eine weniger disruptive Alternative als die folgende.

Und dieser bedarf es, wie folgende Nachricht verdeutlicht: Die TU Eindhoven wird in den nächsten eineinhalb Jahren nur noch Frauen einstellen. Damit möchte sie den Frauenanteil erhöhen, treibt jedoch gleichzeitig den Blutdruck in die Höhe; bei den einen aus schierer Freude, bei den anderen aus empörten Unverständnis über diesen vermeintlich progressiven Schritt. Denn es ist ein Schritt „zurück in die Zukunft“, in die Zeit von Heintjes Lobgesang auf die verehrte Frau „Mama“. Doch statt Heintje würde heute Beowulf nicht die Mutter, sondern den Herrn „Papa“ besingen.

Aber zurück zur TU Eindhoven. Natürlich werden genug Frauen dieses Angebot nutzen. Schließlich scheinen die Universitäten heutzutage ein „frauenfreundlicher“ Ort zu sein. Die zahlreichen Frauenuniversitätshüterinnen (Gleichstellungsbeauftragten), Genderseminare und Genderinstitute sprechen Bände. Dass Forschungsprojekte, bei denen Frauen involviert sind, höhere Chancen auf Zusagen für Forschungsgelder haben (wissenschaftliche Interna), dass „Vulvenseminare“ angeboten werden, dass auf die Bedürfnisse von Frauen mehr eingegangen wird als die von Männern ergänzt das „Kuschelpaket“.

Daher mein Vorschlag zur Geschlechtergerechtigkeit von Mann und Frau: Liebe Männer, gründet eure eigene Universitäten, die Männeruniversitäten, kurz MUs genannt. Liebe Frauen, macht das gleiche für die Frauenuniversitäten, den FUs. Für die koedukativ Tickenden gäbe es die sogenannten FUMUs, also Frauen- und Männeruniversitäten, für das dritte Geschlecht oder die Unentschlossenen die *_U, also Genderstar-, Binnenstrichuniversitäten.

So wäre für jeden Geschmack etwas dabei, Oma und Opa würden sich wie Schnitzelbrötchen und Marty und „Doc“ sich über eine neue gemeinsame Mission „Zurück in die Zukunft IV“ freuen. Stattdessen ins wissenschaftliche Kräftemessen treten, würden FUs und MUs. Wer wohl beim Programmieren gewinnen würde?

Zudem: Hört es sich nicht „stylisher“ und „sexier“ an statt auf die TU Eindhoven auf die FU Einhorn, statt auf die TU Delft auf die FUMU Delfin oder statt auf die Universität Rotterdam auf die MU Rottweiler zu gehen?

 

 

 

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Kommentare  

+1 # Studentus interuptus 2019-07-05 13:38
Eine Trennung nach Geschlechter wäre tatsächlich der beste Weg - AUSSER man würde die militanten Feministinnen mal darauf hinweisen, das gleiche Rechte auch gleiche Pflichten beinhaltet; aka "sich im Wettbewerb mit anderen zu befinden"...

Im Sinne von #metoo, #timesup, #allmenaretrash, dem #believeallwomen und den Gina-Lisa Lohfink-Gesetzen wäre es die einfachste Lösung.

Bedingung wäre: an den MU werden im bsp. Studiengang Mathematik keine Gender-Studys-Pflichtsemi nare mehr abgehalten.

An den FU dagen darf dann auch "feministische Geografie", "feministische Mathe", und meinetwegen "feministische Logik" unterrichtet werden (aber liebe Feministinnen - dann nicht aufregen, wenn eure Absolventinnen in der realen Welt nicht klar kommen!)...
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+3 # luttpf 2019-07-06 13:02
>Liebe Männer, gründet eure eigene Universitäten, die Männeruniversitäten, kurz MUs genannt.

Das ist ein interessanter Gedanke, allerdings in diesen Zeiten nicht umsetzbar, da "Frauenexklusiv".

Männer ist in diesem System das Bilden von Rückzugorten untersagt. Frauen können alles, dürfen alles, insbesondere was das Eindringen in männliche Bereiche angeht.

Wo kämen wir denn hin wenn wir Männern Raum zu Kameradschaft, Diskussionen und Nachdenken ohne weibliche Kontrolle geben würden!
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0 # Anders 2019-07-10 15:26
Sich darüber zu echauffieren, dass einzelne Universitäten so was machen, finde ich übertrieben. Die meisten Kosten, die daraus entstehen, die Auswahl an Kandidaten so stark zu begrenzen, werden sie selber tragen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass die zur Seite geschobenen männlichen Kandidaten sehr viele andere Optionen haben in einem Fachbereich, wo in den USA Einstiegsgehälter oft die magische 200.000 dollargrenze übersteigen.

Doch der Effekt ist natürlich auch, dass je mehr Unis dies machen, desto weniger Frauen werden übrig sein für den Rest - was zu nichts Anderem führen kann als zu einer noch schieferen Geschlechterverteilung zugunsten von Männern. Vor Allem natürlich in den bereits männerdominierten technischen Fachbereichen.
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0 # Studentus interuptus 2019-07-11 19:25
"Männer haben andere Optionen" - ja genau da fängts ja schon an! "Männer können/sollen/müssen sich anderweitig orientieren", währenddem Frauen zwecks GLEICHberechtigung spezielle Selektionsprozesse bekommen - weil sie sich sonst nicht gegen die männlichen Mitbewerber durchsetzen können...

(darf Mann denn jetzt einer Frau, die den Job nicht bekam weil sie ne Frau ist, auch sagen "jammern hilft nicht, such weiter" wie das bei Männern passiert, die Absagen mit Begründung "weil sie Männer sind" bekommen haben?)

...siehst du das Problem? Die ganze Quotendebatte verfehlt das wichtigste Ziel der Gleichberechtigung. Nämlich die GLEICHEN Rechte.
Antworten
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