In Berlin hat jüngst eine Internationale Konferenz zum Thema "Männerpolitik" stattgefunden, organisiert vom Familienministerium.

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Programmatisch hieß es dazu: "Die gleichstellungsorientierte Jungen-, Männer- und Väterpolitik wird als zukunftsorientierte Säule der Gleichstellungspolitik positioniert." In ihrer Eröffnungsrede führte Ministerin Kristina Schröder aus, dass sich ihre "moderne Gleichstellungspolitik" an beide Geschlechter gleichermaßen richte. Deshalb habe sie auch ein Jungen- und Männerreferat eingerichtet.

Es deutet auf eine Art Perspektivwechsel hin, wenn nun auch Belange des männlichen Geschlechts politisch berücksichtigt werden sollen. Wer sich das Programm der Tagung näher anschaut, wird allerdings skeptisch bleiben müssen. Eingeladen waren aus den drei deutschsprachigen Ländern nur profeministische Referenten; Kritiker der bisherigen Gleichstellungspolitik wurden ebenso wenig berücksichtigt wie Vertreter von Männerrechtsorganisationen wie Manndat oder von geschlechterpolitischen Initiativen wie Agens.

was-vom-manne-uebrigblieb-das-missachteteDiese Ausgrenzung verhinderte – gewissermaßen prophylaktisch – die Auseinandersetzung mit den wirklich drängenden Themen, etwa der zunehmenden Feminisierung der Bildung, der weiblichen Definitionsmacht in der Geschlechter-, Gleichstellungs- , Schul- und Familienpolitik, den steigenden Suizidzahlen bei Jungen und Männern oder der wachsenden Arbeitslosigkeit in der männlichen Population – alles Problemstellungen, die von den eingeladenen Gruppierungen nie thematisiert worden sind.

Getragen wurde die Konferenz von Kräften, die sich in letzter Zeit als besonders feminismusfreundlich "bewährt" hatten wie die grüne Heinrich-Böll-Stiftung, "Dissens" oder das "Bundesforum Männer". Das Programm lässt sich in der Frage zusammenfassen, was Männer noch besser für Frauen tun können. So titelt ein Grundsatzreferat: "Wie viel Feminismus braucht die Männerpolitik?" Von daher war schon a priori verhindert, dass die Wirklichkeit von Jungen und Männern vorurteilslos wahrgenommen werden konnte. Das aber wäre die Voraussetzung dafür, dass so etwas wie Männerpolitik überhaupt einmal in Grundzügen konzipiert werden könnte. Kein Wunder, dass die "Emma" den Kongress schon im Vorfeld begeistert begrüßt hat.

Anlässlich der Weltfrauenkonferenz in Peking gab die schwedische Regierung das Buch "Men on Men" heraus. Der Ethnologe Jonas Frykman beschäftigte sich darin mit der Notwendigkeit eines "männlichen Raums". Die Bemühungen von Männern, sich um ihre eigene Befindlichkeit zu kümmern und dafür auch aktiv einzustehen, interpretierte er als Versuch, Männlichkeit zu konturieren. Frauen und Männer unterschieden sich wesentlich, und diese Unterschiede sollten produktiv genutzt werden, statt sie einzuebnen. Männer seien eben keine Frauen, und sie müssten endlich aufhören, sich dafür zu entschuldigen, dass sie keine Frauen sind.

 

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