Prof. Gerhard Amendt hat einen angeblich „furchtbaren“ Artikel mit dem Titel „Die Frauenquote entmündigt das weibliche Geschlecht“ geschrieben und Caroline Engelhardt wird darüber wütend.

Nennt man so etwas in der Psychoanalyse nicht Widerstand? Wäre es so, und der Eindruck drängt sich förmlich auf, dann hätte der Psychologe Prof. Amendt den wunden Punkt exakt getroffen. 

Was ist nun dieser wunde Punkt? Nun, zum einen, dass die wirklichen Interessen, Neigungen und tatsächlichen Verhaltensweisen von Frauen nicht immer, aber doch oftmals ganz andere sind als diejenigen, die Feministinnen wie Frau Engelhardt für sie vorgesehen haben. Und zum anderen, dass die Quotenpolitik gerade nicht zu Autonomie und Selbständigkeit und Erfolgen durch echte eigene Leistungen führt, sondern dass sie eine staatsfeministische Abhängigkeit der Frauen dauerhaft festschreibt.

Das mag Frau Engelhardt gar nicht hören, das ärgert sie gewaltig. Sie folgt dem ironischen Satz von Christian Morgenstern, „dass nicht sein kann, was nicht sein darf.“ Und das „Dürfen“ oder das „Sollen“, also die Normen: Sie sind feministisch-ideologisch bereits verbindlich vorgegeben. Wie kann Herr Prof. Amendt es wagen, sich nicht daran zu halten? Empörend!

Allerdings sind Ärger und überzeugende Argumentation zwei verschiedene Dinge, wie sich dem Leser von Frau Engelhardts Text leicht erschließt. Denn der ist wenig schlüssig, allein schon wegen des Kategorienfehlers, Gleichberechtigung, die sich auf Anfangsbedingungen bezieht, mit Gleichstellung, die sich auf Ergebnisse von Leistungsprozessen bezieht, zu verwechseln. Und dann wird noch suggeriert, es gäbe neben der, wie jeder weiß oder wissen kann, bereits verwirklichten Gleichberechtigung noch eine ominöse „wirkliche Gleichberechtigung“, mit der dann aber wieder „Gleichheit“ – offenbar im Sinne von „Ergebnisgleichheit“ – gemeint ist. Sie wollen „die Hälfte“ von allem, einfach so, am liebsten als Geschenk auf dem staatsfeministischen Silbertablett. Sie wollen nicht klettern, sondern mit der nur für sie reservierten Seilbahn auf den Gipfel fahren, um dort „wir sind schon da“ nach unten zu rufen, nach unten, dort, wo sich die Kletterer mühen.

Solche Denkfehler machen aber nichts, weil die Feministinnen über „die Wahrheit“ verfügen, die es Ihnen vermeintlich erlaubt, ohne weitere Begründung und Legitimation normativ in die Lebensführung erwachsener Frauen, zumindest der Absicht nach, einzugreifen. Oder sie von oben herab zu be- und verurteilen. Die unverschämte Anmaßung, die darin liegt, bemerken sie nicht, weil sie sich - wie Geisterfahrerinnen auf der Autobahn - einbilden, sie verfügten diesbezüglich über „die Wahrheit“ und alle anderen befänden sich im Irrtum. Diese vermeintliche feministische „Wahrheit“ ist allerdings nichts als ein Bündel ideologischer Motive, die keiner Überprüfung standhalten, logisch wie empirisch.

Aber auch das macht ihnen nichts aus, weil es sich um eine verfestigte Vorurteilsstruktur handelt, in der sich Feministinnen ständig wechselseitig bestätigen, genauso, wie das Mitglieder einer Sekte auch tun. Die Meinung, Männer, und besonders ältere Männer in gehobenen Positionen, würden Frauen unterdrücken, sind ein Beispiel dafür. Eine solche Meinung entlastet natürlich von der Frage nach der eigenen persönlichen Verantwortung und den entsprechenden Bemühungen für eine eigene ausgewiesene Leistung und den eigenen persönlichen Erfolg. Wo keine Unterdrückung ist, da wird sie zur eigenen Entlastung eben subjektiv und kollektiv phantasiert.

Wes Geistes Kind Caroline Engelhardt tatsächlich ist, das offenbart sie selbst mit ihrem letzten Satz: „Eine Schande finde ich es jedoch, dass ein so sexistischer Artikel hier veröffentlicht wurde.“ Mit anderen Worten, sie fordert Zensur, und sie verwirft die Presse- und Meinungsfreiheit, und sie maßt sich an, darüber zu urteilen, was „sexistisch“ sei.

Sie ist gut beraten, sich an ihre Maxime zu halten, „immer wieder die eigenen Vorurteile überprüfen, wie es ja jeder Mensch immer wieder tun sollte.“ Schauen Sie einfach in ihren Spiegel, Frau Engelhardt, und fangen Sie bei sich an.

 

Weitere Beiträge

Sherlock Holmes und Professorin Moriarty

3. September 2012, von Prof. Günter Buchholz
Eine Rezension zu Hadmut Danischs Buch „Frauenquote“
Das hier besprochene und empfohlene Buch ist wichtig, weil es bewusst und begründet gegen die Political Correctness (PC) verstößt, die bekanntlich oft nicht mehr als ein öffentlicher sozial-psychologischer Zwang zur Verleugnung oder zur Lüge ist. Und manchmal nimmt sie sogar die Form offener Zensur...

Allen Frauen Gutes tun - der Mutter zuliebe?

Kollektive Schuldgefühle gibt es nicht. Wer in der Debatte über die aktuellen wie historischen Arrangements von Männern und Frauen sich Gedanken über eine männliche Kollektivschuld macht, der sitzt im Boot der Feministen und Genderideologen.
Er hat sich nämlich die Ideologie angeeignet, nach der alle Männer Täter seien und alle Frauen Opfer. Nur mit dieser Annahme lässt sich die Vorstellung einer...

Offene Protestnote an Manuela Schwesig: Gegen ideologisierte Geschlechterpolitik!


Auf Initiative des "Forums Soziale Inklusion" haben sieben geschlechterpolitische Plattformen und Bürgerinitiativen Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig in einer gemeinsamen, offenen Protestnote dazu aufgefordert, von ihrer einseitigen und ideologisierten Geschlechterpolitik abzurücken.
Anstoß und Fokus ist die Zusammenstellung der Sachverständigenkommission zur Erarbeitung des Zweiten...

Fachhochschule Nürnberg: Redefreiheit für Monika Ebeling durchgesetzt

Die Forderung nach Verbot eines Vortrags über Männerdiskriminierung mündet in eine konstruktive Debatte.

Der AstA der Nürnberger Georg-Simon-Ohm-Hochschule ließ die Alarmsirenen schrillen. "Schockiert" habe man dort erfahren, heißt es in seinem auch online gestellten offenen Brief, dass die ehemalige Goslarer Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling an der Fakultät der Sozialwissenschaften...

Gender – Familie – Allmende

Die gegenwärtige Politik ist geprägt vom Gender Mainstreaming. Dieses ist verbindlich festgelegt im Lissaboner Vertrag – siehe Webseite BMFSFJ. Gender Mainstreaming setzt neue Normen in Sexualität, Erziehung und Familie, und es ist gesellschaftlich umstritten.
Der vorliegende Text hat zum Zweck eine Analyse des Motivs. Anhand einiger Widersprüche und vorhandener, aber unbeachteter Hinweise leitet...

AUFRUF an von der Quote betroffene Männer und Frauen


Zum Hintergrund: Die Frauenquote ist inzwischen ein genial aufbereitetes Produkt der Medien, initiiert durch eine kleine Lobby-Gruppe von Frauen, konkreter: eine Gruppe der Radikalfeministinnen. Diese Lobby-Gruppe vermittelt fälschlicherweise den Eindruck, dass sie für “die” Frauen spricht, in realiter arbeitet sie nur für den eigenen Macht-Erhalt und -Gewinn. Dafür hat sich die Frauenquote als ein...

Morbus Feminismus: Und täglich grüßt die Doppelmoral

Im akademischen Milieu werden die Rollen des weiblichen Opfers und männlichen Beschützers Tag ein, Tag aus systematisch verhärtet. Statt Gleichberechtigung fördert es aber die geschlechtliche Ungleichheit.
Der Feminismus ist seit geraumer Zeit der neue, alte Fetisch vieler Medienschaffenden. Was bei den Freudianern die Sexualität war, ist bei den Feministen das Geschlecht. Egal ob...

Catherine Hakims Präferenztheorie: Was Frauen wollen


Ein alternativer Ansatz zur Diskriminierungsthese In Deutschland werden ungleiche Verteilungen zwischen den Geschlechtern in den Spitzenpositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik vor allem auf Diskriminierung zurückgeführt. Dies ist ein Erklärungsansatz, aber nicht der einzige.
Die britische Soziologin und Arbeitsmarktexpertin Catherine Hakim hat schon vor einigen Jahren einen...