17. Mai 2012

Die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goslar - Monika Ebeling - wurde aus ihrem Amt entlassen, weil sie wider dem Geschmack ihrer Gegner zu sehr das getan hatte, was eigentlich als ihr gesetzlicher Auftrag zu gelten hätte: Nämlich sich für die Gleichstellung von Männern und Frauen einzusetzen.

Kurzum: Sie setzte sich auch für Männer und Jungen ein. Jene, die unter "Gleichstellung" lediglich Frauenbelange subsumierten, sorgten dafür, dass Monika Ebeling gehen musste. Nun aber wurde gegen mehrere Angehörige der Goslarer Grünen hinsichtlich unwahrer Bahauptungen bezüglich Monika Ebeling eine Unterlassungserklärung erwirkt - "Gleichstellende Gerechtigkeit" heißt es dazu von einem Leser in Frau Ebelings Blog.

Die Männerbeauftragte

Am 27.4.2012 wurde in einer öffentlichen Sitzung der 9. Zivilkammer des Landgerichtes Braunschweig (AZ 9 O 777/12 (257) Ebeling ./. Bündnis90/Die Grünen Kreisverband Goslar, Doris Juranek und Jochen Baldauf verfügt, dass Bündnis90/Die Grünen Kreisverband Goslar, Doris Juranek und Jochen Baldauf sich verpflichten es zu unterlassen, wörtlich oder sinngemäß die Behauptung aufzustellen und/oder zu verbreiten, dass Monika Ebeling es als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goslar abgelehnt habe, dass eine Zuflucht für männliche Opfer häuslicher Gewalt in Goslar eingerichtet würde.

Bündnis90/Die Grünen, Doris Juranek und Jochen Baldauf dürfen weiterhin nicht behaupten oder verbreiten, dass Ebeling als Gleichstellungsbeauftragte die Belange von Frauen ausgeschlossen hätte. Vor der Abberufung Ebelings als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goslar am 17.Mai 2011 hatten sich öffentlich Behauptungen verbreitet, die Gleichstellungsbeauftragte hätte sich nur noch um die Belange von Männern gekümmert, sich zu viel um Männer bekümmert, oder ihr sei der Fokus verrutscht.

Am 26.3.2010 hieß es z.B. in der Goslarschen Zeitung (GZ), Doris Juranek, die frühere Zweite Bürgermeisterin Goslars, würde sich bisweilen verwundert die Augen reiben, wenn sie die Bemühungen der Gleichstellungsbeauftragten sieht, ´die Benachteiligungen von Männern aufzuzeigen. „Nachdem wir vor Jahren Oberstadtdirektor Georg Michael Primus als Frauenbeauftragte abgelehnt haben, haben wir nun eine Frau als Männerbeauftragte“, unkt Juranek´. Sie erklärt weiter, die Gleichstellungsbeauftragte ´diskriminiere Frauen´. Ebenso heißt es im gleichen Artikel in der GZ ´in einer Ratsanfrage wollen die Grünen deshalb wissen, wer die Gleichstellungsbeauftragte abberufen kann´.

´Die Zeit´ schreibt nach der Abberufung in dem Artikel „Hexenverbrennung“, ´Zunächst hatten die Grünen im Stadtrat erklärt, Frau Ebeling wolle die „Benachteiligungen von Männern aufzeigen und beseitigen – dies ist nicht unser politischer Wille“. Inzwischen haben die Kritikerinnen der Gleichstellungsbeauftragten am Engagement für Väter im Prinzip nichts mehr auszusetzen – wenn nur nicht so viel wichtigere Anliegen vernachlässigt worden seien´…

Monika Ebeling hat jüngst ein Buch zu dieser Thematik veröffentlicht:

Die Gleichberechtigungsfalle: Ich habe mich als Gleichstellungsbeauftragte für Männer eingesetzt und wurde gefeuert

 

 

Weitere Beiträge

Sexuelle Übergriffe bei der Bundeswehr: Was unsere Medien verschweigen


Im Gefolge der aktuellen Bundeswehr-Studie sind auch sexuelle Übergriffe bei unserer Armee wieder ein Thema in unseren Medien.
Geliefert wird uns aber, wie gewohnt, nicht das ganze Bild – dafür ist der Pöbel in den Blogs und Kommentarspalten da, wobei immer mehr Journalisten freimütig bekennen, sich deren Wortmeldungen unter einem Artikel erst gar nicht mehr durchzulesen. (Zur Arroganz mancher...

Die Frauenquote und ihr Rattenschwanz


Die Beseitigung der Benachteiligung aufgrund des Geschlechtes am Arbeitsplatz war eine der Hauptforderungen der Frauenpolitik vor 30 Jahren. Jetzt setzt die gleiche Frauenpolitik durch, dass die Benachteiligung aufgrund des Geschlechtes in immer mehr Bereichen gesetzlich festgelegt wird: Per Frauenquote.
Dabei wird es nicht nur Dax-Unternehmen treffen, sondern weitgehende negative Veränderungen...

Frauen - Opfer der Gesellschaft?


Wir alle haben es längst internalisiert: Frauen sind das diskriminierte, das benachteiligte, das unterdrückte Geschlecht.
In der Berufswelt, in der Familie, in der Partnerschaft und nicht zuletzt in der Sprache: Frauen sind das Opfer patriarchaler Strukturen. Seit bald zwei Generationen wird die Öffentlichkeit mit diesem Dogma bearbeitet.
 

Infopaket zur Gleichstellungspolitik

04. März 2014
In den Leitmedien herrscht eine sehr einseitige Berichterstattung zur Gleichstellungspolitik: Die Gleichstellungspolitik wird dort meist unkritisch propagiert, wobei unbegründete und falsche Informationen verbreitet werden.
Das betrifft beispielsweise die längst als falsch erwiesene Behauptung von einem 23 %igen Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen sowie die Mär von der...

Eine Quote für das Eigenlob


Die Unterstützer der Frauenquote feiern sich selbst. Der Emanzipation der Frau haben sie nicht geholfen. Die Quote verstößt gegen grundlegende Freiheitsrechte.
Endlich haben Deutschlands Frauen es geschafft. Die Herrschaft der Männer ist überwunden. Das zumindest war die Botschaft des vor einem halben Jahr verabschiedeten Quotengesetzes. Ab Januar müssen die ca. 100 börsennotierten und...

Italienischer Entzug


Mal Hand aufs Herz  - wer nimmt nach 20 Jahren Berlusconismus die italienische Demokratie noch ernst? Die Italiener wohl am allerwenigsten.
Da dürfte es auch kaum jemand mehr im Land aufregen, wenn der neue „starke“ Mann im Quirinalspalast, Matteo Renzi, seit Februar im Amt, das Wahlrecht für einen „guten Zweck“ eben mal so zurechtbiegt.
 

Reaktionäre?


“Der Klimawandel? Erfunden. Die Evolution? Eine Lüge. Gleichberechtigung von Mann und Frau? Emanzen-Quatsch. Reaktionäre ignorieren alle Fakten. Applaus ist ihnen dennoch sicher”, so Georg Diez in einem Artikel auf Spiegel Online.
Sehr geehrter Herr Diez,wenn Sie schon Leute mit anderer Auffassung meinen zusammenstauchen und als angebliche Reaktionäre bezeichnen zu dürfen, dann sollten Sie sich...

Der Mann 2013: Arbeits- und Lebenswelten - Wunsch und Wirklichkeit


Die Studie "DER MANN 2013: Arbeits- und Lebenswelten - Wunsch und Wirklichkeit" (in der Presse kurz und plakativ "Wie tickt der Mann?" bezeichnet) beschäftigt sich mit dem Thema Gleichberechtigung. Natürlich in erster Linie aus Sicht der Frau.
Immerhin wurde diese Studie im Auftrag von Bild der Frau angefertigt. Bemerkenswert für MANNdat ist, dass immerhin 76% der befragten Männer angaben,...