Der Menschenrechtsaktivist Aaron Rhodes äußert Bedenken gegen die gesetzliche Frauenquote, die in der Debatte zur Frauenquote bis dato kaum Beachtung fanden.

Menschenrechte-aubg6234 Aaron Rhodes ist ein bekannter Menschenrechtsaktivist. Er ist Mitbegründer von Freedom Rights Project, einer Initiative, die sich mit der Menschenrechtsproblematik im internationalen Recht beschäftigt. Rhodes engagiert sich weltweit für die Einhaltung von Menschenrechten.

In seinem auf Zeit Online erschienenen Artikel unter dem Titel „Mannomann“ macht er darauf aufmerksam, dass die Frauenquote den Menschenrechten widerspricht (ich vermute, dass sich den idiotischen Titel „Mannomann“ nicht Aaron Rhodes selbst, sondern eine Redakteurin von Zeit Online ausgedacht hat).

In der Debatte zur Frauenquote spielen Rhodes zufolge Menschenrechte keine Rolle. Man muss dazu anmerken, dass diese Diagnose nur auf die Mainstream-Medien zutrifft. In unabhängigen Internet-Medien wird immer wieder auf die Verfassungswidrigkeit der Frauenquote hingewiesen, z. B. von dem Quoten-Gegner Prof. Günter Buchholz (vgl. „Entweder Gleichberechtigung – oder Gleichstellung!“). Da in den bundesdeutschen Verfassungsgrundsätzen Menschenrechte zum Ausdruck kommen, kann die Diskussion über die Verfassungswidrigkeit der Frauenquote auch als eine Diskussion über die Verletzung von Menschenrechten betrachtet werden.

Die Frauenquote verstößt nach Rhodes gegen die Menschenrechte,

„denn eine Gruppe zum Nachteil einer anderen Gruppe zu privilegieren, widerspricht nicht nur dem Rechtsstaatsprinzip, sondern auch den Menschenrechten.“

Rhodes meint damit in erster Linie die Gleichheit vor dem Gesetz: Menschen sollten vor dem Gesetz gleich behandelt werden, d.h. unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion usw. Die Frauenquote privilegiert Frauen zum Nachteil von Männern. Sie stellt somit eine Diskriminierung von Männern dar.

Die Frauenquote wird oft damit begründet, dass sie Vorteile für die Gesellschaft, insbesondere für die Wirtschaft bringe. Das ist für Rhodes eine ganz schwache Begründung, denn

„wenn wir die Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz anderen Zielen opfern, schwächen wir die Menschenrechte und somit unseren Schutz vor Tyrannei und Willkür.“

Menschenrechte dürfen demnach weder relativiert noch instrumentalisiert werden.

Unabhängige Studien belegen, dass die Erhöhung des Frauenanteils in Unternehmen keine Vorteile, sondern eher Nachteile für die Unternehmen bringt (vgl. „Die gesellschaftlichen Kosten einer gesetzlichen Frauenquote“, „Führt die Frauenquote im Vorstand zu einer neuen Finanzkrise?“). Aber auch wenn die Erhöhung des Frauenanteils mit Hilfe der Frauenquote irgendwelche Vorteile hätte, wäre – so Rhodes – die Frauenquote falsch:

„Denn der Preis – die Verhandelbarkeit der Gleichheit vor dem Gesetz – ist zu hoch.“ (Hervorhebung A. U.)

Aaron Rhodes macht in seinem Artikel auf einen weiteren, in den Mainstream-Medien nicht behandelten Aspekt der Quoten-Problematik aufmerksam: Dem Gesetz zur Einführung der Frauenquote, ja überhaupt dem Quoten-Denken liegt ein „rechtlicher Relativismus“ zugrunde: „Prinzipien werden immer so interpretiert, wie es gerade zu den politischen Zielen passt.“ Anders formuliert: Rechtliche Prinzipien werden relativiert und für politische Ziele, die bestimmten Lobbygruppen dienen, instrumentalisiert.

Diesem rechtlichen Relativismus liegt m. E. ein allgemeinerer, umfassenderer Relativismus zugrunde: der postmoderne Relativismus. Ich habe in einigen Artikeln auf die Auswüchse des postmodernen Ungeistes hingewiesen. Für die Postmoderne gibt es keine festen Prinzipien. Alles ist vielmehr kontextbedingt, relativ zu dem jeweiligen sozio-kulturellen Hintergrund, alles kann dekonstruiert und konstruiert werden. Auch Prinzipien bestehen der Postmoderne zufolge relativ zu dem jeweiligen sozio-kulturellen Hintergrund und können nach Bedarf und nach Belieben umgedeutet werden. Sie sind – um die Terminologie von Rhodes zu verwenden – verhandelbar und bestimmten politischen Zielen dienlich zu machen.

 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren

Weitere Beiträge

Von Kuckuckskindern, Scheinvätern und gehörnten Ehemännern


Immer wieder sage ich, dass sich Deutschland in eine matrilineare Gesellschaft zurückentwickelt hat. Schuld ist der faustische Umgestaltungs- und Schaffensdrang, den Progressive, Feministen und Anhänger des Wohlfahrtsstaats seit Jahrzehnten an den Tag legen.
Untrügliches Zeichen ist der geänderte Paragraf 1592 des Bürgerlichen Gesetzbuches, wonach der Vater eines Kindes nicht etwa derjenige ist,...

Heuchler, Heuchelei und die Logik dahinter

Zuerst erschienen auf Sciencefiles.org
Haben Sie auch ein Gefühl der Befremdung, wenn Sie Politiker den “Wählerauftrag” beschwören hören, nur um dann im nächsten Satz im Hinblick auf hehre Ziele wie “Solidarität” oder “soziale Gerechtigkeit” darüber belehrt zu werden, was gut für Sie ist bzw. was Sie und “die Menschen” “verstehen” oder “einsehen” müssen? Haben Sie dasselbe Gefühl, wenn...

Sexismus ist weiblich – oder: Das Märchen vom bösen Buschmann


Was haben Frauen für ein Bewusstsein von Aggression und Unterdrückung? Haben Affen den Flitzebogen erfunden? Hat jede Frau ein süßes Geheimnis? Warum schleppen schwarze Männer Scheiße? Wie erkennt man Sexisten? Warum schmeckt ihnen die Süßspeise nicht?
Das sind vielleicht Fragen. Die haben sich nach und nach ergeben, als ich die Überschrift las: „Viele Frauen haben kein Bewusstsein für die eigene...

Wie zu erwarten: Eine antisemitische Allianz formiert sich

26. Juli 2014, von Prof. Adorján Kovács
Was ich am 8. Juni 2010 zum neuen Stolz der Berliner Republik und ihrem geänderten Verhältnis zu Israel und den Juden geschrieben habe, ist so aktuell wie nie.  Die Konsequenzen sehen wir heute auf deutschen Strassen: Antisemitismus ist wieder salonfähig.
Der Krieg in Syrien und Irak – interessiert nicht. Der Krieg in der Ukraine – egal. Der Massenterror in...

Was ist das größte Tabu in Deutschland?


Der Publizist Harald Martenstein hat vor einiger Zeit einen Vortrag zum Thema „Politische Korrektheit“ gehalten. Er wollte herausfinden, was das größte Tabuthema in Deutschland ist. Er hat fünf Themen angesprochen, die in Deutschland tabuisiert werden. Nur bei einem Thema gab es Proteste und einen wütenden Zwischenruf seitens des Publikums.
 

Fachhochschule Nürnberg: Redefreiheit für Monika Ebeling durchgesetzt

Die Forderung nach Verbot eines Vortrags über Männerdiskriminierung mündet in eine konstruktive Debatte.

Der AstA der Nürnberger Georg-Simon-Ohm-Hochschule ließ die Alarmsirenen schrillen. "Schockiert" habe man dort erfahren, heißt es in seinem auch online gestellten offenen Brief, dass die ehemalige Goslarer Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling an der Fakultät der Sozialwissenschaften...

Das Kind als Beute

Über grüne Familienpolitik und ihre unmodernen Wurzeln
Was die Ausbeutung von Kindern für die Bedürfnisse Erwachsener angeht, hat keine andere Partei im Deutschen Bundestag eine so schreckliche Geschichte wie die Partei Bündnis 90/Die Grünen. Ein neuer Gesetzesentwurf zeigt, dass die Grünen leider gar nicht auf die Idee kommen, sie könnten aus dieser Geschichte irgendetwas lernen.
...

Gerechtigkeit und Ungleichheit


„Gerechtigkeit“ ist im Alltagsbewusstsein ein ebenso gängiger wie unscharfer Ausdruck. Dass dieser oder jener Sachverhalt ungerecht sei, das wird gerne und häufig vorgeworfen.
Und es wird damit die Erwartung verknüpft, dass der angesprochene andere Mensch doch bitte unmittelbar einsehen müsse, dass die Aussage, es bestehe eine Ungerechtigkeit, berechtigt und zu unterstützen sei.
...