Geschlechterdebatte:

Massenvergewaltigungen, Versklavung, Gendercide

Von Arne Hoffmann   29. März 2012

Wenn in unserer Gesellschaft Männerrechtler darüber sprechen, wie sie und ihre Geschlechtsgenossen diskriminiert werden, führen sie von der Ausgrenzung der Väter bis zur Jungenkrise gerne Beispiele aus ihrem direkten Umfeld an. Aber ist das nicht ein verengter Blick? Die internationale Perspektive auf die Benachteiligung von Geschlecht geht dabei häufig verloren. Wie sieht es denn in den Staaten unserer Erde aus, die nicht zum vergleichsweise reichen Norden gehören? Wie steht es dort mit Themen wie Massenvergewaltigungen, Versklavung und Gendercide?

Manchmal geschehen Verbrechen, die von solchen ungeheuerlichen Ausmaßen sind, dass die Zeitungen voll damit sein müssten. Und doch lesen wir keine einzige Zeile darüber. Nur wenige Medien brechen aus diesem Raster aus. Man muss lange danach suchen, und an der Mehrzahl der Bevölkerung gehen sie deutlich vorbei. Auf die politische Tagesordnung gelangen sie schon gar nicht.

Die Massenvergewaltigung von Männern ist eines dieser weitgehend tabuisierten Themen. Erst im Verlauf des letzten Jahres konnte dieses Tabu hierzulande zumindest vereinzelt gebrochen werden. So berichtete hierzulande Arne Perras in der Süddeutschen Zeitung darüber. In seinem Artikel heißt es unter anderem:

Männer tauchen als Opfer kaum auf, wie die US-Wissenschaftlerin Lara Stemple von der Universität Los Angeles beobachtet hat. Und das, obgleich sexuelle Gewalt gegen Männer ebenfalls weit verbreitet ist, wie neuere Studien aus Kongo und Liberia zeigen. "Menschen denken gerne in Stereotypen", sagt die Juristin. Wenn es um Kriege geht, werden Frauen stets als schwach betrachtet, sie sind immer und überall die Opfer. Männer hingegen sind stark und aggressiv und folglich die Täter. Dass auch sie zu Opfern werden können, passt nicht in das Schema. Stemple verweist auch auf die UN-Resolution 1325 aus dem Jahr 2000, die zwar einen besseren Schutz von Frauen in Konfliktzonen einfordert, aber nichts über sexuelle Gewalt gegen Männer zu sagen hat.

Wer hierzulande die massive Form von Diskriminierung männlicher Opfer thematisiert, wird schnell entweder in die rechtsextreme Ecke gerückt oder von Genderisten wie Henning von Bargen als psychischen Störfall in einer ansonsten gesunden, weil fast ausschließlich auf die Opfererfahrungen von Frauen fixierten Gesellschaft dargestellt. Zu diesen Störfällen gehören offenbar auch die Aktivisten von Greenpeace, die ebenfalls frech über männliche Opfer berichten, ohne Ilse Lenz oder Henning von Bargen vorher um Erlaubnis gefragt zu haben:

Viele der Männer lebten jahrelang mit ihrem schrecklichen Geheimnis und sind stark traumatisiert. Denn der Einsatz von sexueller Gewalt gegen Männer als Kriegswaffe ist fast überall auf der Welt ein Tabu, das schlichtweg totgeschwiegen wird. Nicht einmal in den internationalen Menschenrechtsgesetzen wird das Thema berücksichtigt: Eine Resolution des Weltsicherheitsrates aus dem Jahr 2000 etwa nennt im Zusammenhang mit sexueller Kriegsgewalt ausschließlich Frauen und Mädchen.

Der meines Wissens erste deutsche Autor, der vergangenes Jahr über dieses Tabuthema berichtet hat, war ich selbst, allerdings nicht auf der Grundlage eigener Recherche in Kriegs- und Krisengebieten sondern im Rückgriff auf einern Artikel, den der britische Guardian über dieses Thema veröffentlicht hatte, The rape of men.

Einige der Inhalte dieses Guardian-Artkels findet man auch in der deutschen Berichterstattung zu diesem Thema wieder. Andere lässt man hierzulande bezeichnenderweise unter den Tisch fallen. Dazu gehört die Schilderung, wie jene politische Bewegung, die Männer als "universelle Täterklasse" zeichnen möchte, massive Lobbyarbeit dahingehend betreibt, ausschließlich über Frauen als Vergewaltigungsopfer zu sprechen.

Ich übersetze hierzu einmal zentrale Passagen des Guardian-Artikels, beginnend mit der Reaktion von Dr. Chris Dolan, dem britischen Direktor des Refugee Law Projects an der Universität Makerere (Uganda) auf die Erkenntnisse Dr. Lara Stemples:

Stemples Erkenntnisse über das Versagen der Hilfsorganisationen sind für Dolan keine Überraschung. "Die Organisationen, die sich um sexuelle und geschlechtsbezogene Gewalt kümmern, sprechen nicht darüber", sagt er. "Es wird systematisch ausgeblendet. Wenn Sie sehr, sehr viel Glück haben, dann widmen sie der Sache am Ende eines Berichts eine Randnotiz. Sie bekommen vielleicht fünf Sekunden a la 'Ach ja, Männer können auch Opfer sexueller Gewalt sein.' Aber keine Zahlen, keine Diskussion."

Als Teil eines Versuches, dies zu verbessern, produzierte das Refugee Law Project im Jahr 2010 die Dokumentation Gender Against Men. Als sie gezeigt wurde, berichtet Dolan, gab es Versuche, ihn zu stoppen. "Gingen diese Versuche von Menschen in wohlbekannten internationalen Hilfsorganisationen aus?" frage ich.

"Ja", antwortet er. "Es gibt unter ihnen die Angst, dass dies ein Nullsummenspiel ist, dass es also einen vorneweg definierten Kuchen gibt, und wenn man anfängt, über Männer zu sprechen, essen diese irgendwie ein Stück dieses Kuchens weg, den andere lange Zeit gebacken haben." Dolan deutet auf einen Bericht der Vereinten Nationen vom November 2006, der einer internationalen Konferenz über sexuelle Gewalt im Osten Afrikas folgte.

"Mir ist als Tatsache bekannt, dass die Leute hinter diesem Bericht darauf bestanden haben, dass die Definition der Vergewaltigung auf Frauen begrenzt bleibt", sagt er und fügt hinzu, dass einer der Spender des Refugee Law Projects, das Holländische Oxfam, sich weigerte, ihm jegliche Spendengelder zukommen zu lassen, bis er versprach, dass siebzig Prozent seiner Klienten weiblich sein würden. Er erinnert sich auch an einen Mann, dem es "besonders übel" ging und der an den Flüchtlingsrat der Vereinten Nationen verwiesen wurde. "Dort sagte man ihm: Wir haben ein Programm für verwundbare Frauen, aber nicht für Männer."

(...) Als ich Lara Stemple deswegen anmaile, schildert sie einen "konstanten Trommelwirbel, dass Frauen DIE Opfer von Vergewaltigungen sind" und ein Milieu, in dem Männer als "einheitliche Täterklasse" behandelt werden.

"Internationale Menschenrechtsgesetze lassen Männer bei allen Maßnahmen aus, die sexuelle Gewalt angehen sollen", berichtet sie weiter. "Die Vergewaltigung von Männern zu ignorieren vernachlässigt aber nicht nur Männer, es schadet auch Frauen, indem es eine Perspektive verstärkt, die 'weiblich' mit 'Opfer' gleichsetzt und dadurch unsere Fähigkeit behindert, Frauen als stark und machtvoll wahrzunehmen. Auf dieselbe Weise bestärkt das Schweigen über weibliche Opfer ungesunde Erwartungen über Männer und ihre vermutete Unverwundbarkeit."

Der Kern des Skandals ist: Wenn als Folge einer jahrzehntelangen feministischen Agitation selbst die Vereinten Nationen "sexuelle Gewalt" inzwischen ähnlich mit "Gewalt gegen Frauen" gleichsetzen, wie sie es auch bei "häuslicher Gewalt" tun, werden die Hilfsgelder für Vergewaltigungsopfer tausende betroffene Männer und Jungen niemals erreichen.

Sie möchten sich als deutscher Männerrechtler gegen diese Einseitigkeit engagieren? Dann rechnen Sie bitte damit, dass die hiesige Gender-Szene sie in fragwürdigen "Expertisen" in einem Atemzug mit Rechtsextremen oder Massenmördern wie Anders Breivik nennen wird – oder wie Henning von Bargen behauptet, dass Sie sich lediglich "als kleiner Junge an ihrer Mutter abarbeiten". Vielleicht ist es doch besser, Sie sind stattdessen ein "großer Junge", der weiter brav die Klappe hält, so wie es Generationen von Männern ja auch erfolgreich eingebleut worden ist?

Englischsprachige Männerrechtler haben inzwischen begonnen, über die skandalöse Einseitigkeit bei der internationalen Opferhilfe zu sprechen. Der Verfasser des Blogs "Toy Soldier" etwa zeigt sich erschüttert darüber, wie sehr Vergewaltigung von Menschenrechtsgrupen als ein Verbrechen gerahmt wird, dessen Opfer nur Frauen werden können:

Das ist einer der Gründe, warum es wenig Berichterstattung über den massenhaften Missbrauch von Jungen in Afghanistan gegeben hat. Er wird immer wieder mal erwähnt, aber es scheint keine Menschenrechtsgruppen zu geben, die ihn wirklich zum Thema machen wollen. Das steht im Kontrast zu den zahllosen Kampagnen der letzten Jahre, mit denen Gewalt gegen Frauen in Darfur und im Kongo gestoppt werden sollte. Unglücklicherweise ist die damit verbundene Botschaft kristallklar: Vergewaltige Jungen und Männer, und niemand kümmert sich darum. Vergewaltige Mädchen und Frauen, und sie erhalten internationale Unterstützung.

In der größten britischen Studentenzeitung, The Mancunion, äußerte sich vor wenigen Wochen Eve Fensom zum Ausblenden männlicher Opfer seitens der Vereinten Nationen:

Wenn Sie durch die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates waten, die mit sexueller Gewalt während militärischen Konflikten zu tun haben, finden Sie den Begriff "genderbasierende Gewalt" unglaublich oft. "Genderbasierende Gewalt" ist einer dieser aalglatten, heimtückischen und politisch aufgeladenen Begriffe, die ihren Mangel an Klarheit mit den zahlreichen möglichen Definitionen wettmachen. Dieser Begriff könnte bedeuten: jede Form von Gewalt, die gegen einen Menschen aufgrund seines Geschlechts ausgeübt wird, aber tatsächlich bedeutet er inzwischen Gewalt, die gegenüber Frauen (und Mädchen) begangen wird, was wiederum sämtliche Formen sexueller Gewalt umfasst.

Die sexistische Wahrnehmung, die Opfern von sexueller Gewalt international zuteil wird, erstreckt sich aber auch auf andere Themen. Eines davon ist Sklaverei. Gut erinnern dürfte man sich etwa an die "40.000 Zwangsprostituierten" die von Alice Schwarzers EMMA und dem Deutschen Frauenrat vor der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland herbeihysterisiert wurden. Vermutlich weil wir in einem "Patriarchat" leben, übernahmen etliche Medien und Politiker diese irrwitzigen Zahlen nur allzu bereitwillig. Da ich aber einer von diesen bösartigen und gemeingefährlich verharmlosenden Männerrechtlern bin, bezeichnete ich diese Angaben schon damals als "wirklichkeitsfremde Horrorzahlen". Tatsächlich konnten sie nicht einmal im Ansatz bestätigt werden, wie Bruno Waterfield, der Brüsseler Korrespondent für den Londoner "Daily Telegraph" rückblickend berichtet:

Letzten Sommer behaupteten reißerische Schlagzeilen, dass 40.000 Frauen von Sex-Sklavenhaltern nach Deutschland geschmuggelt würden, um für Fans der Fußball-WM prostituiert zu werden. Die Wahrheit sieht komplett anders aus. Neu für die Öffentlichkeit freigegebene Dokumente der Europäischen Union enthüllen, dass die deutsche Polizei volle FÜNF Fälle von "Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung" im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft aufdeckte. (...) Im Kontrast zu den Horrorgeschichten über versklavte Afrikanerinnen, Lateinamerikanerinnen, Asiatinnen und Russinnen kamen die fünf aus Ländern, die entweder Mitgliedstaaten der EU sind oder es bald sein würden, alle waren berechtigt, frei nach Deutschland einzureisen, eine Person kam sogar aus Deutschland. Von den anderen waren zwei aus Bulgarien, eine aus der Tschechei und ein weiteres, ungarisches Opfer war ein zwanzig Jahre alter Mann.

Während fünf Opfer unterschiedlichen Geschlechts zu 40.000 versklavten Frauen phantasiert werden, fallen männliche Opfer von Sklaverei in der Geschlechterdebatte konsequent durch das Raster. Besonders deutlich wurde das ein Jahr nach der Weltmeisterschaft in China. Dort wurden Männer von Menschenhändlern ins Land gelockt und zu einer unmenschlichen Schufterei in Ziegeleien versklavt. Der Clou bei der Sache: Einige Täter konnten vor Gericht deshalb nicht belangt werden, weil es nur bestraft wird, wenn man Frauen und Kinder Zwangsarbeit tun lässt. Männliche Opfer solcher Praktiken werden auch hier unter den Tisch fallen gelassen.

Derartiges Unrecht führt bei Ihnen zu Zorn? Dann müssen wir wirklich dringend über Ihre gestörte Mutterbeziehung sprechen! Fragen Sie Henning von Bargen. Ich bin mir sicher, er kann Ihnen einen guten Psychoanalytiker empfehlen, der ergründet, welche frühkindliche Schädigung bei Ihnen dazu geführt hat, dass Sie nicht ausschließlich Frauen als Opfer von Diskriminierung wahrnehmen, und der diese Störung rasch beseitigt, damit Sie wieder ein angepasstes und unauffälliges Mitglied unserer Gesellschaft sein können. Wenn Sie das nicht möchten, ist es aber auch egal: Sie bezahlen Aktionen, mit denen Männerrechtler zum Schweigen gebracht werden sollen, mit Ihren Steuergeldern sowieso.

Kontraproduktiv für Ihr seelisches Gleichgewicht könnte es sein, wenn Sie sich weiter mit derartigen Zuständen auseinandersetzen. Beispielsweise mit Gendercide, also einem Massenmord, dessen Opfer durchgehend demselben Geschlecht angehören. Der weltweit wohl renommierteste Experte für Gendercide ist Adam Jones, Herausgeber des Grundlagenwerks Gendercide and Genocide (Vanderbilt University Press 2004) und Begründer von Gendercide Watch. Diese Organisation macht darauf aufmerksam, dass staatlich angeordnete geschlechtsbezogene Massentötungen in der gesamten Mesnchheitsgeschichte wie in der Gegenwart weit überwiegend Männer zum Opfer hatten und haben. Dieser Punkt werde aber weder von der Politik noch von anderen Menschenrechtlern, noch von der wissenschaftlichen Forschung zur Kenntnis genommen. Gendercide Watch bezeichnet dies als eines der größten Tabus unseres Zeitalters.

Und das trifft zu. Oder wann haben Sie in unseren Medien das letzte Mal etwas über die zahllosen männlichen Opfer von Gendercide gelesen? Eine Perspektive, die nur Frauen als Opfer wahrnimmt, durchdringt unsere Gesellschaft dermaßen penetrant, dass sie mitunter zu extrem bizarren Formulierungen führt. Ein anschauliches Beispiel liefert die Analyse "Frauen und der Völkermord in Ruanda", in der es heißt: "Der Völkermord ist eine weitreichende Tragödie, von der Frauen besonders übel betroffen waren. Sie stellen jetzt 70 Prozent der Bevölkerung, weil der Völkermord vor allem die männliche Bevölkerung ausradiert hat." Derartig absonderliche Logik (Frauen sind besonders von einem Übel betroffen, bei dem hautpsächlich Männer abgeschlachtet werden) ist, wie Adam Jones zutreffend kommentiert, "typisch für den generellen Trend bei Diskussionen über 'Gender' und Menschenrechte, wobei eine überwiegende Opferschaft von Frauen fast schon als Glaubensbekenntnis verwendet wird".

Eine bei manchen Feministinnen beliebte Polemik, um das Sprechen über männliche Opfer zu unterbinden, ist die oft mit großer rhetorischer Selbstgerechtigkeit vorgetragene Auffassung, dass ja in der Regel auch die Täter fast durchgehend männlich seien. Erstens macht dies das Leiden und den Tod keines einzigen männlichen Opfers ungeschehen, zweitens stimmt es in der Regel schlicht nicht, sondern ist nur ein weiterer zentraler Glaubenssatz der feministischen Gender-Ideologie. Im Rahmen dieses Artikels lässt sich schlecht nebenher noch über weibliche Täterschaft sprechen, aber speziell was Ruanda angeht, verweise ich gerne auf die Analyse Rwanda – Not so Innocent – When Women Become Killers. Darüber, dass die ruandische Frauen- und Familienministerin Pauline Nyiramasuhuko, eine der fünf für den Völkermord und Massenvergewaltigungen mitverantwortlichen Frauen, von einem Tribunal der Vereinten Nationen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, berichtete letztes Jahr sogar Spiegel-Online. Natürlich in aller Kürze, um den auf einseitige Wahrnehmung geschulten Bürger nicht allzu sehr zu irritieren, aber immerhin.

Ob Massenvergewaltigungen, Versklavung oder Gendercide: Beim konsequenten Übergehen männlicher Opfer machen sich Konservative wie Linke gleichermaßen dauerhaft schuldig. Aber das Versagen wiegt schwerer auf der Seite der Linken, die mit Lippenbekenntnissen zur weltweiten Gleichheit und Gerechtigkeit ohne das Ansehen von Geschlecht in der politischen Arena um Wähler wirbt. Es wird eine der Aufgaben einer linken Männerrechtsbewegung sein, dieses Versagen aufzuarbeiten.

Ob es tatsächlich dazu kommen wird, ist eine andere Frage. Die Männerrechtsbewegung hat derzeit schon alle Hände voll damit zu tun, sich um die Unsäglichkeiten vor der eigenen Haustür zu kümmern. Die Blockaden durch einen verbunkerten Feminismus sind hierzulande genauso stark wie international. Das Bundesforum Männer hätte durch jährliche staatliche Finanzierng in sechsstelliger Höhe ausreichend Finanzkraft, um die geschilderten Probleme anzusprechen, kann sich aber kaum dazu aufraffen, sich ähnlich engagiert um Männer zu kümmern, wie AGENS und MANNdat dies tun. Letzere Gruppen ignorieren inzwischen sogar diverse Verleumdungsversuche, statt juristisch dagegen vorzugehen, weil dies wertvolle Zeit kosten würde, die dann beim Einsatz für benachteiligte Männer fehlt. Währenddessen polemisiert aktuell Alice Schwarzers EMMA: Wenn Menschen- und Bürgerrechtler beiderlei Geschlechts sich jetzt auch um männliche Opfer zu kümmern beginnen, vergifte dies das Verhältnis zwischen den Geschlechtern: "Durchgeknallte Frauenhasser" sähen lediglich "ihre Macht ist in Gefahr. Um sie zu halten, scheinen sie zu allem entschlossen ..." Als Folge dieser Propaganda reagiert die Leserschaft der EMMA erwartungsgemäß mit "Angst".

Der Weg, bis auch männliche Opfer dieselbe Unterstützung erhalten werden wie weibliche, ist lang und der Widerstand ist massiv. Er rangiert vom Gunda-Werner-Institut bis zur Heinrich-Böll-Stiftung, von Andreas Kemper bis zu Thomas Gesterkamp. Bei vielen Männerrechtlern erzeugen diese Gruppen und Personen deshalb nur noch Verachtung. Viele sagen aber auch mit unserem neuen Bundespräsidenten Gauck: Euer Hass ist unser Ansporn. Wer es einfach haben will, sollte nicht ausgerechnet Männerrechtler werden.

 

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