Das Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) ist zunehmend ins Kreuzfeuer der öffentlichen wie auch fachlichen Kritik geraten. Auslöser der Kritik waren verschiedene Berichte über den enormen Anstieg der letzten Jahre in der Diagnosestellung und medikamentösen Behandlung von ADHS.

Familienpolitisch ist die Diskussion hoch aktuell: einige Fachleute und Verbände sehen die Entwicklung als Ergebnis einer falschen Pädagogik und Erziehung, denn gerade Trennungsfamilien sind stark betroffen.

ADHS-Diagnose boomt

Die Zahlen sind alarmierend: Die Deutsche Gesellschaft für soziale Psychiatrie (DGSP, der größte berufsübergreifende unabhängige Fachverband in der Psychiatrie) wies dieses Frühjahr in der Broschüre „Eine Generation wird krankgeschrieben“(1) darauf hin, dass die Verordnung des ADHS-Medikaments Methylphenidat (bekannt unter dem Markennamen „Ritalin“) um mehr als das Fünfzigfache zwischen 1993 und 2011 gestiegen ist. Alleine zwischen 2006 und 2011 ist laut BARMER GEK Ärztereport 2013(2), der auf die Daten von 8 Millionen Versicherten basiert, die Diagnoserate für ADHS um 49%, die Methylphenidat-Verordnungsraten um 39% gestiegen.

 

Die Symptome von ADHS werden in drei Gruppen aufgeteilt:

  • Unaufmerksamkeit (z.B. mangelnde längerfristige Konzentrationsfä higkeit, nicht zuhören, Übersehen von Details, häufiges Verlieren von Gegenständen, leichte Ablenkbarkeit)

  • Überaktivität (z.B. nicht still sitzen können, nicht ruhig spielen können, übermäßig Laut sein)

  • Impulsivität (z.B. mit Antworten herausplatzen, nicht in einer Reihe warten können, häufiges Unterbrechen und Stören anderer)

Dieser ADHS-Boom setzte mit der Aufnahme von ADHS als „Krankheit“ in der ICD10 in 1992 ein (Diagnoseschlüssel F90). Die ICD10 ist die von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) herausgegebene Klassifikation der Krankheiten, und in Deutschland verbindliche Grundlage für die Diagnosestellung (auch in der Abrechnung der Krankenkassen).

Der Studie der BARMER GEK zufolge wurde ADHS bei rund 750.000 Personen 2011 festgestellt (74% männlich). Davon waren 620.000 bis 19 Jahre alt (ca. 70% männlich). Bei Kindern des Jahrgangs 2000 wurde vom 7. bis zum 12. Lebensjahr 19,4% der Jungen und 7,8% der Mädchen schon ein Mal in ihrem Leben mit ADHS diagnostiziert. Das von der Bundesregierung beauftragte Robert-Koch-Institut kam in der KiGGS-Studie (2003-2006) zum Ergebnis, dass 7,9% der Jungen und 1,8% der Mädchen (3-17 Jahre) mit ADHS diagnostiziert wurden(3) und gibt eine Lebenszeitprävalenz (jemals im Leben diagnostiziert) von 4,8% an.

Die erhöhte Rate der 7- bis 12-jährigen in der BARMER-Statistik erklärt sich dadurch, dass mit der Einschulung der Kinder die Diagnoserate explosionsartig zunimmt: bei Jungen etwa von 3,2% (5J) auf 11,9% (10J).

312.000 Kinder erhalten ADHS-Medikamente

Ähnlich verhält es sich dann auch mit der Verordnung von Medikamenten zur Behandlung von ADHS. 2011 wurden 1,99% der Kinder bis 19 Jahre mit Methylphenidat behandelt (BARMER). Die KiGGS-Studie ergab eine Verordnungsrate von 0,9% für Kinder zwischen 0 und 17 Jahre (1,5% Jungen, 0,3% Mädchen). Auch hier zeigt sich laut BARMER GEK ein rapider Zuwachs ab etwa 6 Jahren, wobei Kinder zwischen 10 und 14 Jahre die höchsten Raten aufweisen (mit 10 Jahren: Jungen 7%, Mädchen 2,2%). Die Langzeitentwicklung zeigt eine Steigerung in der Vergabe von Medikamenten von 3,2% in 2006 auf 4,2% in 2011 (eine Zunahme von etwa 31%). Die Statistiken zeigen eindeutig: bei Jungen wird ADHS 3- bis 4-mal so oft als bei Mädchen diagnostiziert. Medikamente gegen ADHS werden für Jungen 4- bis 5-mal so oft verschrieben (KiGGS bzw. BARMER).

Zweifelhafte Vererbbarkeit

Diese Zahlen gewinnen an Bedeutung vor allem in Anbetracht der verstärkt von der pharmazeutischen Industrie propagierten Ansicht, ADHS wäre wenigstens zum Teil genetisch bedingt. Da in den Jahren 2006 bis 2011 die Diagnose- und Verschreibungsraten um 49% bzw. 39% gestiegen sind, hätte es eine entsprechende Mutation der Gene in dieser Generation geben müssen. Evolutionsbiologisch ist dies nicht zu begründen.

Im Gutachten 2009 des Sachverständigenrates zur Entwicklung im Gesundheitswesen(4) wird klar gestellt: Studien, die eine genetische Disposition für ADHS nachzuweisen versuchen, lieferten nur Hinweise, keine Beweise. Diese und andere Studien ergaben bei ADHS-Familien auch ein erhöhtes Risiko für andere psychiatrische Erkrankungen und zeigten, dass ADHS auch durch psychosoziale Faktoren erklärbar ist.

Im Übrigen stellt das Gutachten klar, dass die These des Dopaminmangels im Gehirn, der ADHS als Folge eines neurologischen Defekts entscheidend begründen soll, in weniger als 5% der Fälle eine Erklärung begründen. Als Botenstoff wird Dopamin auch für gewisse Belohnungsgefühle verantwortlich gemacht. Fehlt Dopamin im synaptischen Spalt, werden Reize unzureichend gefiltert und somit unkontrollierter; Ritalin verhindert vermutlich die Aufnahme von Dopamin, erhöht somit die Konzentration und Signalübertragung in der Synapse – gerade auch in einer Gehirnregion, die für kognitive Aufgaben zuständig sein soll (Stratium). Strittig bleibt aber zusätzlich, ob nicht eher bestimmte Sozialisationserfahrungen hauptsächlich zu diesen Stoffwechselstörungen im Gehirn führen.

Interessen der Pharmaindustrie

Warum der Absatz von ADHS-Medikamenten enorm gewachsen ist trotz diesen erheblichen Zweifel an den genetischen und neurologischen Ursachen von ADHS erklärt die DGSP so: „Mit massivem Marketing fördern die Herstellerfirmen weltweit die Verbreitung der Diagnose ADHS und der Medikamente; sie sponsern Angehörigengruppen, Ärztefortbildungen und lancieren umsatzfördernde Forschung.(1)

So kommt Professor Irwin Savodnik der Universität von Kalifornien nach einer Studie zum Ergebnis: „Das eigentliche Vokabular der Psychiatrie wird gegenwärtig auf allen Ebenen durch die pharmazeutische Industrie definiert“. In den USA hat diese Einflussnahme der Industrie dazu geführt, dass über 15.000 Psychologen sich gegen die Lockerung der Diagnosekriterien für ADHS im neuen DSM ausgesprochen haben und vor allem dagegen, dass ADHS als eine Störung in der neurologischen Entwicklung klassifiziert wird, womit suggeriert wird, ADHS hätte definitiv eine neurologische Ursache. Dies spielt in Deutschland eine Rolle, da das amerikanische DSM hierzulande auch in der Diagnostik herangeführt wird.

Richtlinien der Behandlung

Aber auch in der Behandlung von ADHS treten Ungereimtheiten ans Licht. Methylphenidat ist als Betäubungsmittel verschreibungspflichtig. Es handelt sich um ein amphetaminähnliches Psychostimulans. Entsprechend streng sind die Richtlinien für Diagnostik und Behandlung, die von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP) definiert wurden.(5) Das hohe Vorkommen von ADHS bei Kindern vermutet die DGKJP in Fehldiagnosen und sieht als mögliche Ursache eine Nichtbeachtung der Leitlinie.

Aus der Stellungnahme der DGKJP zum BARMER-Report: „Nach den Leitlinienempfehlungen der DGKJP sollte Pharmakotherapie nach einer umfassenden Psychoedukation entweder primär oder nachrangig nach psychosozialen Interventionen nur dann erfolgen, wenn erhebliche Funktionseinschränkungen vorliegen. Bei einem deutlichen Anteil der Kinder und Jugendlichen mit ADHS (und geringeren Funktionseinschränkungen) ist daher eine Pharmakotherapie nicht indiziert“. Allerdings meint die DGKJP, dass eine Verordnungsrate von 50% unter den ADHS-Kindern zwischen 0 und 19 Jahren „im Einklang mit den Leitlinien liegen kann“.(6)

Entscheidend scheint also, ob die umfangreichen diagnostischen Schritte durchgeführt werden. Hierzu zählen: Exploration der Eltern (Fragebogen), Informationen vom Kindergarten und der Schule und Verhaltensbeobachtung. Beispielsweise umfasst die Exploration der Eltern „hinsichtlich abnormer psychosozialer Bedingungen und familiärer Ressourcen, insbesondere:

  • Inkonsistentes Erziehungsverhalten

  • Mangelnde Wärme in den familiären Beziehungen

  • Spezifische Bewältigungsstrategien der Eltern in kritischen Erziehungssituationen

  • Störungskonzepte der Eltern, ihre Therapieerwartungen und ihre Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit“.(6)

Besonders betroffen: Trennungskinder

Rechnet man das KiGGS-Vorkommen (2004) von ADHS-relevanten Symptomen bei Trennungskindern (13%) auf die BARMER-Statistik hoch, zeigt sich, dass ca. 42% der mit ADHS diagnostizierten Kinder aus Trennungsfamilien stammen. Dagegen stellen Trennungskinder nur ca. 15% der Kinderbevölkerung dar.

Interessant ist hier, dass bei 80% der ADHS-Kinder sogenannte Komorbiditäten (parallel verlaufende Störungen anderer Art wie Alkohol-, Tabak- und Drogenmissbrauch, schlechte Gesundheit, Asthma, Depressivität, soziales Problemverhalten, Übergewicht) in Erscheinung treten. Diese anderen Störungen sind Gegenstand vieler Studien gewesen, auch der KiGGS, von denen auf dem Männerkongress 2012 – gemeinsam von AGENS e.V. und dem klinischen Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Düsseldorf veranstaltet – berichtet wurde.(7) Dort war der Schwerpunkt die psychosozialen Langzeitfolgen von Familientrennungen bei Kindern.

In der KiGGS-Studie wurde gezeigt, dass Kinder aus Trennungsfamilien unter erheblichen gesundheitlichen Schäden zu leiden haben. Alleinerziehung führt zu einem 2-fachen Risiko psychischer Auffälligkeit, bei zusätzlicher Erwerbslosigkeit der Mutter gar zu einem 3-fachen Risiko. So waren Jungen sowohl alleinerziehender Mütter wie auch in Stieffamilien doppelt so häufig betroffen – laut Berichten der Eltern – von Unaufmerksamkeit/Hyperaktivität.

Weitere eindeutige Hinweise für Korrelationen zwischen Trennungsfamilien und ADHS:

  • In einer Studie mit 100.000 Kindern in den USA wurde festgestellt, dass Kinder allerziehender Mütter signifikant verstärkt eine schlechtere Gesundheit, Lernschwierigkeiten, Asthma, Depressivität aufweisen und fast doppelt so oft unter ADHS leiden.(8)

  • Die bayerische Bevölkerungsstudie von 2011 zeigte bei Kindern allerziehender Mütter ein 1,8-fach erhöhtes Risiko für ADHS gegenüber Paarfamilien.(9)

  • Die schwedische Bevölkerungsstudie 2009 (1,1 Millionen Kinder zwischen 6-19 Jahre) zeigte bei alleinerziehenden Eltern ein 1,5-fach, bei niedrigerer mütterlicher Bildung sogar ein 2,2-fach erhöhtes Risiko für ADHS.(9)

  • Eine Studie in Kanada unter Beteiligung von 521 Haushalten kam 2007 zum Ergebnis, dass Kinder aus getrennten Familien ein 1,8-faches Risiko für die Verordnung von Methylphenidat aufwiesen.(10)

Nicht Ritalin, sondern Sozialisation fehlt

Das Gutachten des Sachverständigenrates kommt zum Ergebnis, dass die medikamentöse Therapie eine Ursachenerklärung unterstellt, die es gar nicht gibt und resümiert: „Vielmehr werden multifaktorielle Auslöser und Einflüsse vermutet (z. B. familiäres und soziales Umfeld, Medienkonsum), sodass eine intensivierte multidisziplinäre Forschung (z. B. medizinisch, psychologisch, soziologisch usw.) notwendig ist, um auch eine adäquate und differenzierte Therapie anbieten zu können. Die Forschungsergebnisse sollten auch zur Klärung beitragen, inwieweit Möglichkeiten der primären Prävention genutzt werden können“.(11)

Wichtige Ansätze zur primären Prävention lieferte der Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther, indem er zwei Monate mit ADHS-Kindern auf einer Südtiroler Alm verbrachte. Das Ergebnis: „Sie lernen sich selbst zu erleben, ein Gefühl für sich selbst zu entwickeln, die eigene Gefühlswelt zu managen, also Aufmerksamkeit für die eigenen Bedürfnisse und die anderer Menschen. Sie lernen, Impulse zu kontrollieren, Spannungen zu lösen. Und vor allem lernten sie, sich für andere einzusetzen und Gemeinsames zu schaffen. Das war für die meisten eine völlig neue Erfahrung.(12)

Warum der Erfinder Leon Eisenberg ADHS „ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung“ kurz vor seinem Tod 2009 nannte, wird bei den Almkindern klar: ein Jahr nach dem Almaufenthalt brauchten sie kein Ritalin und auch keine Therapie mehr.

Anmerkungen

(1) http://www.dgsp-ev.de/unterseite/positionspapier-der-dgsp-zu-adhs-und-dem-medikament-ritalin.html
(2) https://presse.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Presseportal/Subportal/Infothek/Studien-und-Reports/Arztreport/Arztreport-2013/Content-Arztreport-2013.html
(3) http://edoc.rki.de/oa/articles/reuPv4KL2czE/PDF/227Ar6DRSOXo.pdf
(4) http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/137/1613770.pdf
(5) http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/028-019.html
(6) http://www.dgkjp.de/publikationen/stellungnahmen/stellungnahmen-2013
(7) http://maennerkongress2012.de/
(8) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17339685
(9) Zitiert in: http://maennerkongress2012.de/images/ppt/mk2012_franz.pdf
(10) http://www.cmaj.ca/content/176/12/1711.full

(11) http://www.svr-gesundheit.de/index.php?id=34
(12) http://www.gerald-huether.de/populaer/veroeffentlichungen-von-gerald-huether/zeitschriften/psychologie-heute-interview-gerald-huether/

Dieser Artikel erschien zuerst bei pappaya.

Zum Autor: Tom Todd, Jahrgang 1956, Trennungskind und –vater, Koordinator der AG Trennungskinder bei AGENS e.V., Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

In Planung: Interdisziplinäres Symposium zu ADHS. Bei Interesse bitte melden!

 

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