Gesellschaft:

Horst Arnold - ein bitterer Nachruf

Exemplarische Abrechnung mit der Gleichstellungsideologie der letzten 10 Jahre

horst-arnold

Der Gymnasiallehrer Horst Arnold musste für 5 Jahre hinter Gitter, weil seine Kollegin behauptet hatte, sie sei von ihm in der großen Pause im Biologievorbereitungsraum rektal vergewaltigt worden. Es stand Aussage gegen Aussage. Warum sollte sie so etwas behaupten?

Sicher ist so ein Verfahren wegen Vergewaltigung kein einfacher Weg für die Opfer. Trotzdem werden manche Frauen kriminell, um für sich selber Vorteile zu bekommen. So auch die Kollegin von Horst Arnold, denn ganz offensichtlich wollte die Biolehrerin ihren Konkurrenten aus dem Arbeitsleben beseitigen und zerstörte so seine Existenz. Schon 2001 gab es reichlich Fragen zur Glaubwürdigkeit des Opfers. Das Gericht interpretierte diese Lügen als traumatisierte Wahrnehmungsstörung.

Der Fall passte seinerzeit in das politische Propagandamuster der Bundesministerinnen Bergmann und Schmidt. Das BMFSFJ legte 2003 eine Studie zur Gewalt an Frauen vor. Ergebnis war, dass jede 3. Frau Opfer von Gewalt sei. Dies mündete in den Slogan: Männer sind Gewalttäter und Frauen die Opfer. Eine wissenschaftliche Studie zur Situation der Gewalterfahrung von Männern wurde lediglich als Pilotprojekt in Auftrag gegeben, welches keine repräsentativen Aussagen möglich machte. Unabhängig von den wissenschaftlichen Erkenntnissen oder Ausblendungen gab es schon einige Jahre vorher eine Kampagne: Gegen Gewalt gegen Frauen. Ein ganzes Netzwerk von Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten war mit der Verbreitung dieser Botschaft beschäftigt: Frauen sind Opfer durch gewalttätige Männer.

Männerverbände und viele Einzelpersonen haben gegen solche Slogans beim BMFSFJ protestiert, so auch mehrfach der Väteraufbruch für Kinder. Der Einwand, dass diese Kampagne die wirkliche Gewaltsituation von Männern und Frauen ignoriert, blieb unbeantwortet. In dieser ideologisch aufgeheizten Zeit fand das erste Verfahren gegen Horst Arnold statt und die späteren Aussagen der Verfahrensbeteiligten im Wiederaufnahme-verfahren 2011 lässt einen die Luft anhalten. Arnold wurde nicht durch die Polizei vernommen und die Nebenklägerin wurde im Gericht geschützt, obwohl es hinlänglich Fragen zur Glaubwürdigkeit gegeben hatte. Von der Frauenbeauftragten des Schulamtes wurde sie begleitet und unterstützt. Auf der Webseite des Schulamtes findet man die Aufgaben wie folgt beschrieben: "Sie überwacht im Amt die Durchführung des Gesetzes, also alle Maßnahmen oder Unterlassungen, die sich auf die Chancengleichheit des Zugangs von Frauen und Männern zu öffentlichen Ämtern auswirken können." Von Fairness oder Gerechtigkeitssuche keine Spur.

Arnold zahlte einen hohen Preis. Er hat sich von der Justiz nicht bestechen lassen, um früher entlassen zu werden. Er lehnte Therapieangebote für Täter ab, noch leistete er zur Wiedergutmachung ein nachträgliches Geständnis. So blieben Hafterleichterungen aus und es gab keine vorzeitige Entlassung. Er wurde von Mitgefangenen verprügelt und ihm wurde sogar mit einem Messer gedroht. Die gesamten 5 Jahre war er als Vergewaltiger stigmatisiert. Trotzdem schrieb er liebevolle Briefe aus der Haft an seine elfjährige Tochter und malte ein kleines Herz neben ihren Namen.

Im Zeitraum dieser 10 Jahre gab es im BMFSFJ noch mehrere Ministerinnenwechsel. Die aufgeheizte Stimmung gegen Männer kühlte merklich ab. Die derzeitige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat für Männerfragen ein Referat eingerichtet. In ihrer Antrittsrede machte sie unmissverständlich deutlich, dass sie für Chancengleichheit von Frauen und Männer eintritt und schrieb ein Buch gegen bestimmte Feministinnen mit dem Titel: Danke, emanzipiert sind wir selber. Zum Referat für Männerfragen etablierte sich ein Bundesforum verschiedenster Männer- und Vätergruppen. Eine der ersten wissenschaftlichen Publikationen legte Peter Döge zur Gewalt gegen Männer vor. Er kommt zu dem Ergebnis, dass Gewalterfahrung Frauen und Männer gleichermaßen trifft. Das Klima 2011 hat sich gewandelt.

Ausgerechnet die Frauenbeauftragte aus dem Unterstützer- und Helfernetzwerk bekam Zweifel an der Geschichte und brachte über ihren Bruder, der Anwalt ist, das Verfahren wieder neu auf den Richtertisch.

Horst Arnold wurde 2011 im Wiederaufnahmeverfahren vom Landgericht Kassel freigesprochen. Im Februar wurde der Freispruch des Landgerichtes Kassel durch den BGH bestätigt. Seine Tochter ist nun 21 Jahre und hat immer an die Unschuld ihres Vaters geglaubt. Arnold hoffte auf Besserung seines Lebens. Sein Herz konnte mit dieser Hoffnung nicht Schritt halten und versagte nur wenige Monate später. Der Anwalt, Hartmut Lierow, wirft heute der Justiz und der Schulverwaltung vor, dass sie Arnold nicht rehabilitiert haben. Der Antrag auf Haftentschädigung wurde nicht bearbeitet und eine schnelle Wiedereinstellung in den Schuldienst wurde verweigert. Der unschuldig suspendierte Lehrer sollte sich wie jeder andere neu bewerben. Die Staatsanwaltschaft hat die Kollegin noch nicht einmal angeklagt.

Es verwundert nicht, dass unter solchen Umständen die Sterblichkeit bei Männern doppelt so hoch liegt, wie vergleichsweise bei Frauen. Herz- und Kreislauferkrankungen nehmen hier die Spitzenposition ein. Der Tod von Horst Arnold stimmt nachdenklich. Was ertragen Männer alles in einer ideologischen Gleichstellungsschlacht? Aber wen hat das bisher interessiert? Solange es ein Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gibt, in dem der Mann nicht einmal im Namen vorkommt, wird es keine ausgewogene Gleichstellungspolitik geben können. Ein Referat reicht jedenfalls nicht aus, auch wenn es ein hoffnungsvoller Anfang ist. Das Herz von Horst Arnold konnte nicht genügend Hoffnung schöpfen, wir werden diese Hoffnung mit Leben erfüllen, damit die Gleichbehandlung von Frauen und Männer nicht nur auf dem Papier steht, sondern in der Gesellschaft mit Leben gefüllt wird.

Sendung im Väterradio vom 15.09.2011

 

Weitere Beiträge
Gesellschaft

Das Strafrecht als Erzieher

Zur Entscheidung des Bundestags für ein neues Sexualstrafrecht
Das neue Sexualstrafrecht, das im Bundestag beschlossen wurde, hat wohl nicht nur eine rechtsstaatliche, sondern auch eine pädagogische Funktion – der WDR bezeichnet es gar als Signal an die Männerwelt. Die Debatte darüber zeigt: Welche Konsequenzen es haben wird, ist auch den Abgeordneten noch nicht ganz klar. Trotzdem war ihre...

Geschlechterdebatte

Jugendgewalt: Agenda-Setting und manipulative Berichterstattung in Schweizer Medien


Warum bleiben männliche Opfer von Gewalt in der Partnerschaft oft noch immer unsichtbar? Schauen wir uns mal die Berichterstattung über eine aktuell vorliegende Untersuchung an.
Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, kurz ETH Zürich, hat dieser Tage eine aktuelle Studie veröffentlicht, die die Hochschule auf ihrer Website unter der Überschrift Gewalt unter Jugendlichen sinkt vorstellt....

Wissenschaft

Rufmord: Medien unterschreiben Unterlassungserklärung


Am kommenden Wochenende findet an der Universität Frankfurt ein wissenschaftlicher Kongress zur Verhinderung häuslicher Gewalt statt. Ohne sich mit den Inhalten befasst zu haben, fantasierten Politiker der Grünen und der SPD einen homosexuellenfeindlichen Kongress herbei. Auf Cuncti haben wir darüber berichtet. Journalisten hatten die Behauptungen unhinterfragt ohne Recherche übernommen - nun...

Geschlechterdebatte

Die Diskriminierung des Mannes


Über die negativen Auswirkungen des Feminismus
Fast jede Form des sozialen Wandels kann zu Konflikten führen. Denn Wandel löst komplexe Alltäglichkeiten auf, die sich innerhalb von Kulturen, sozialen Schichten, Ethnien und im Arrangement der Geschlechter als Selbstverständlichkeiten etabliert haben. Solchen Wandel wollte auch die Frauenbewegung bewirken. Sie hat es erfolgreich getan. Unter dem...

Geschlechterdebatte

Feminismus: die Zeiten ändern sich....


Bevor man sich erstaunt über das Schweigen der Männer gibt, sollte man sich einmal Gedanken über die Selbstverständlichkeit machen, wie deren Tod hingenommen und stillschweigend totgeschwiegen wird.
Wohingegen das Unbehagen von Frauen im Kleinen wie im Großen – wie bei kriegsbedingten Vergewaltigungen - zum Gesellschaftsskandal stets aufgerüstet wird. Wobei immer die Frage auftaucht, ob sich hinter...

Geschlechterdebatte

Gewalt gegen Jungen ist okay: Bitte spenden Sie jetzt!

Ein Brief an das Kinderhilfswerk Plan
Sehr geehrte Damen und Herren vom Kinderhilfswerk Plan,Ich hatte zunächst lange nach der Pointe gesucht. „Gewalt gegen Mädchen“ steht auf Ihren Plakaten, das Wort Gewalt ist dick und rot durchgestrichen, und daneben sieht uns ein großes Mädchengesicht an. Eine aggressive Kampagne, mit Anzeigen und Beilagen in vielen Medien und Plakaten in mehreren...

Geschlechterdebatte

Ein Kämpfer für den rechten Glauben besucht ein Amt

Die offene Gesellschaft und ihre falschen Freunde: Ein Monolog für zwei Personen
Die Kampagne „ausnahmlos“ wurde von Feministinnen nach den vielfachen sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht mit erheblicher medialer und politischer Unterstützung lanciert. Vereinzelt fragten Kommentatoren in sozialen Netzwerken auch danach, ob denn die Kampagne ausnahmslos allen Opfern, also auch männlichen...

Geschlechterdebatte

Massenvergewaltigungen, Versklavung, Gendercide

Von Arne Hoffmann   29. März 2012

Wenn in unserer Gesellschaft Männerrechtler darüber sprechen, wie sie und ihre Geschlechtsgenossen diskriminiert werden, führen sie von der Ausgrenzung der Väter bis zur Jungenkrise gerne Beispiele aus ihrem direkten Umfeld an. Aber ist das nicht ein verengter Blick? Die internationale Perspektive auf die Benachteiligung von Geschlecht geht dabei häufig verloren....

Geschlechterdebatte

Bericht zum 3. Männerkongress (19-20 September 2014)


Um das Ergebnis aus Sicht dieses Autors gleich vorwegzunehmen: Der Kongress war ohne Zweifel ein Erfolg – gemessen an dem Anspruch, fundierte und kritische wissenschaftliche Beiträge zu diversen Aspekten der seelischen Gesundheit von Jungen und Männern zusammenzutragen und einer interessieren (Fach-)Öffentlichkeit zu präsentieren.
Auch war in fast allen Vorträgen eine klare Bemängelung der nicht wirklich...

Gesellschaft

Im Zweifel gegen die Eltern


Manuela Schwesig will ein Recht der Kinder gegen das Erziehungsrecht der Eltern konstruieren. Ein Generalverdacht par excellence!
Sind Kinder keine Menschen? Das ist der erste von vielen Einwänden, der mir spontan einfiel, nachdem Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig einmal wieder die Verankerung von Kinderrechten in der Verfassung forderte. Unsere Verfassung unterscheidet nämlich weder...

Geschlechterdebatte

Pulitzer-Preisträger: Angebliche Sex-Übergriffe bringen Vorteile für "Opfer"


Sexuelle Übergriffe und der Umgang mit den Opfern sind ein Problem an amerikanischen Hochschulen. Ein konservativer Publizist glaubt: Die Opferrolle ist unter den Studentinnen begehrt. Die Belästigen seien kaum erkennbare "Mikro-Übergriffe".
Die Opfer von Vergewaltigungen profitieren, wenn sie die Tat anzeigen. Denkt zumindest der konservative amerikanische Autor George Will. Wenn die...