Pebs' Kolumne

Pebs

 

Frau Dr. Angela Merkel bittet zur Wiederwahl

Der Berliner Senat war gut beraten, den 44. Berlin Marathon am 24. September nicht abzusagen. Bedenken, das Laufspektakel könne die gleichzeitig stattfindende Bundestagswahl stören und die Aufmerksamkeit der Wähler unnötig ablenken, waren unbegründet. Eine Beeinträchtigung der Wahl ist nicht zu befürchten. Im Gegenteil: Das sportliche Großereignis kann den einen oder anderen wahlmüden Zuschauer vor oder nach dem Lauf doch noch ins Wahllokal locken. Damit könnte die allgemein erwartete geringe Wahlbeteiligung zumindest noch etwas aufgehübscht werden.

 

Enteignete Sparer: Kein Thema?

Der größte Betrug der jüngeren Geschichte, die Enteignung von Millionen von Sparern, ist für die politische Klasse in Deutschland offenbar kein Thema. Auch im Wahlkampf nicht.

sparschwein 55678

Die politischen Parteien behandeln den staatlich gedeckten Raub an den Sparern wie einen Akt höherer Gewalt oder wie ein starkes Unwetter, dem man nun einmal ausgesetzt ist und an dem man so ganz und gar nichts ändern kann.

 

Bayrischer Bettvorleger

Es war ja von Seehofers CSU eigentlich nichts anderes zu erwarten: Die bayrische Schwesterpartei setzte selbstbewusst, mit Gebrüll und Getöse zum Sprung an, um schließlich als Bettvorleger zu Füßen der Kanzlerin unsanft und mit Blessuren zu landen.

Tigerjuoi5cfgie456n

Der „Münchner Friedensschluss“ zwischen Merkel und Seehofer vom 7. Februar ist - wie jeder im Fernsehen sehen konnte - an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten. Mehr an Heuchelei geht wirklich nicht mehr. Allein dafür müssten die christlichen Schwesterparteien bei der kommenden Bundestagswahl gehörig abgestraft werden.

 

Merkels Staatskunst: So lasse ich mir Demokratie gefallen

Pebs' Kolumne

Pebs 658 color

Dem entsetzlichen Lärm und rüpelhaften Krawall, der uns jenseits des Atlantiks als sogenannter Wahlkampf um das Präsidentenamt über Wochen und Monaten hinweg vorgesetzt worden war, haben die führenden deutschen Politiker in nur wenigen Tagen ein Zeichen eines gänzlich anderen, zivilisierteren Politikstils entgegengesetzt. Sie haben den USA sowie dem Rest der Welt in der Woche zwischen dem Volkstrauertag und Totensonntag demonstriert, wie in Deutschland Demokratie funktioniert: Effizient, schnell, geräuschlos.

 

Ehrenplakette für Merkel

ernakette 35665Eine Nachricht in der nicht gerade ereignislosen Sommerpause  - erinnert sei hier nur an die Niederlage der deutschen Fußballmannschaft gegen Frankreich, das Münchner Attentat oder an die Verabschiedung der „größten Sexualstrafrechtsreform in der Geschichte der Bundesrepublik“, die von den Märchenerzahlungen einer gerichtsnotorischen Lügnerin ausgelöst worden war - überraschte selbst abgebrühte Kenner des Berliner Politikbetriebs.

Der Vorstand der rechtspopulistischen Partei „Alternative für Deutschland“ hält nach den Landtagswahlen in diesem Herbst für die Bundeskanzlerin eine faustdicke Überraschung bereit. Wie aus Parteikreisen zuverlässig zu vernehmen ist, wird Angela Merkel die erst neulich geschaffene „Ernst Nolte“ - Ehrenplakette der Partei verliehen.

 

Die Clintons - Staffel 2: Bill wird First Husband der Nation

Pebs' Programmtipp der Woche (und für die nächsten 4 Jahre)

clint llssjdhdhgttttgege

Wenn es nach den deutschen Journalistinnen und Journalisten geht, ist das Rennen um das Weiße Haus entschieden. Hillary wird’s machen. Niemand gibt Donald Trump auch nur die geringste Chance, diesem rechtspopulistischen Ekel, dem nichts außer Hetze, Mies- und Angstmachen, Aufwiegeln, Abschotten und Spalten einfällt. Einem aufgeblasenen Kerl, der in seinem ganzen Leben außer seinem Scheckbuch noch kein Buch in der Hand hatte, der sich vorm Militärdienst in Vietnam drückte; ein Pleitier von hohen Graden, der sein Milliardenvermögen vermutlich erschwindelte. Die Sache ist also klar.

 

Kleine Anleitung zum Kanzlersturz

Es liegt so etwas in der Luft in diesen Tagen. Eine Unruhe, die das politische Ende Angela Merkels wohl ankündigt. Das braucht niemanden wirklich zu besorgen. Ein Kanzlersturz ist nichts Außergewöhnliches in Deutschland.

Mehr als die Hälfte der sieben deutschen Bundeskanzler ist nicht abgewählt, sondern gestürzt oder mehr oder weniger unsanft aus dem Amt gedrängt worden – erinnert sei an Ludwig Erhard 1966, an Willy Brandt 1974, an Helmut Schmidt 1982 und an Gerhard Schröder 2005. Alle mussten gehen, weil sie keine Mehrheit mehr hinter sich hatten.

Jetzt ist eben Angela Merkel dran. Alles halb so schlimm. 10 Merkel-Jahre sind ja auch genug.

 

Danke, Kanzlerin!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

mich drängt es Ihnen Dank zu sagen für Ihr beherztes Nichtstun und Ihr entschlossenes Abwarten bei der Bewältigung der Griechenlandkrise. Wieder einmal hat sich - wie zwischenzeitlich alle Welt an Ihnen bewundert - Ihre überragende Führungskunst bestätigt.

 

… son già mille e tre

Dank der modernen Reproduktionsmedizin und nicht zuletzt dank der Auflösung der abendländisch-patriarchalischen Werteordnung haben sich für den Mann ganz neue „Windows of Opportunity“ geöffnet, so weit wie kaum jemals zuvor in der Geschichte.

 

Griechische Offenbachiade

Karl Marx hat in einer seiner sprachlich wohl gelungensten Analysen zeitgenössischer Ereignisse, der Streitschrift "Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte" aus dem Jahre 1852, treffsicher notiert: „Hegel bemerkte irgendwo, dass alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.“

Eine Tragödie ist das wirklich nicht, was dieser Tage in und um Athen herum passiert. Eher eine Bouffonnerie, die amüsiert, zumindest zum Schmunzeln einlädt. Eine Farce, wie Marx sagen würde.

 

Kulturkampf ums Wasserlassen

Der Domestizierung des Mannes hat das Düsseldorfer Amtsgericht mit seinem Urteil vom 20. Januar 2015 (Az. 42 C 10583/14) einen schweren Schlag versetzt. Wie schwer dieser Schlag sein wird, lässt sich heute noch nicht abschätzen. Das Urinieren im Stehen, so stellten die Düsseldorfer Richter fest, sei heute trotz aller Umerziehungsbemühungen „durchaus noch weit verbreitet“, früher sei es sogar „herrschender Brauch“ gewesen.