ErdeHände lonh7851

Der Zweite Weltkrieg endete 1945 mit dem Sieg der Allierten, deren Allianz aufgrund ihres Sieges in eine bipolare Weltordnung überging, mit der Führungsmacht USA auf der einen und mit der Sowjetunion auf der anderen Seite; diese geschichtliche Periode ging 1989 mit der Implosion der Sowjetunion zu Ende. Seit 1989 verstehen sich die USA als einzige Weltmacht, und ihre weltweite militärische Präsenz verdeutlicht das.

Gleichwohl haben die USA - aus ihrer Sicht - nicht alles hinreichend unter Kontrolle.

Abgesehen vom allgemeinen Problem des Islams (9/11; ISlamischer Staat, Hidschra) und dem besonderen Problem des Iranischen Staates (Kernwaffenentwicklung) sind vor allem Rußland und China Mächte, die die Weltherrschaft der USA zumindest relativieren. Daher wurde und wird die NATO in Europa weit nach Osten verlagert, um militärischen Druck auf Rußland auszuüben, während gleichzeitig eine wirtschaftliche Sanktionspolitik betrieben wird, um Rußland vom Einflußbereich der Europäischen Union abzugrenzen, und daher wurde seinerzeit auch die Ukraine destabilisiert, mit den bekannten Folgen.

Die USA – insbesondere das Pentagon – sind offensichtlich daran interessiert, die innereuropäichen Spannungen mit Rußland zu schüren, was sich eben an der Osterweiterung der NATO und der seinerzeitigen Destabilisierung der Ukraine ablesen läßt. Zugleich wenden sie sich einschließlich des Weißen Hauses gegen China. Beide Staaten sind objektiv Rivalen der USA, die von ihnen ihren Weltmachtanspruch gefährdet sehen. China scheint dabei mehr im Fokus des Weißen Hauses zu sein, weil Chinas stark gewachsenes und noch längst nicht ausgeschöpftes Potenzial nunmehr in eine Einflusspolitik übersetzt wird (Projekt „Neue Seidenstraßen“), die von den USA als bedrohlich wahrgenommen wird. Denn es kann doch nicht sein, nicht wahr, daß China sein Interesse an offenen Handelsrouten zur See gegen das Interesse der US Navy an der Kontrolle chinesischer Küstengewässer durchzusetzen versucht.

Wenn daher die Sicherheitsfrage Europas gestellt wird, dann ist vor diesem Hintergrund klar, gegen wen sich das Teil-Europa der EU im US-Interesse geostrategisch wenden soll. Aber es fragt sich, ob diese Sichtweise für EU-Europa überhaupt sinnvoll ist, denn EU-Europa hätte doch die allerdings behutsam zu nutzende Handlungsalternative, mit Rußland und mit China kontrollierte ökonomische Wechselbeziehungen einzugehen oder sie als bereits bestehende Wechselbeziehung zu verstärken (z. B. Nord-Stream 2). Das war seinerzeit die außenpolitische Linie von Bundeskanzler Schröder (SPD).

Woher käme denn dann überhaupt ein Sicherheitsrisiko für Europa? Nun, nicht von einem östlich gelegenen Staat, sondern aus den failed states und den Regionen des Südens.

Man lese hierzu:
Michael Ley: Reconquista – Menschenrecht oder Islam, 1. Aufl., Bad Schussenried 2020, 147 S., 16,80 €, ISBN 978-3-87336-667-1
Günter Buchholz: Das Große Spiel, Zeitschrift: Tumult / Herbst 2019 (überarb. Fassung), sowie in:
https://www.cuncti.net/politik/1046-das-grosse-spiel-geopolitische-strukturen-und-entwicklungen-2

 

Weitere Beiträge

Sozialdemokratisches Trauma: Kölner Parteitag 1983


Am 19. November 2013 jährte sich zum dreißigsten Mal der Kölner Parteitag der SPD. Für die meisten ein vergessenes, für Sozialdemokraten ein verdrängtes Datum.
Es war der Parteitag, der ganz im Zeichen des NATO-Doppelbeschlusses stand, jenes Beschlusses, der die Partei seit seinem Inkrafttreten im Dezember 1979 zu zerreißen drohte. Es war der Parteitag der Abrechnung mit dem ungeliebten...

Zweierlei Frauenverachtung: H. Clinton versus D. Trump

Wer von beiden ist abschätziger gegenüber Frauen?
Der 45. Präsident der USA hat mittlerweile sein Amt angetreten. Die Enttäuschung auf der Verliererseite über den sicher geglaubten Sieg ist noch immer groß. Was vielen als Verrat an Hillary Clinton als einer Symbolfigur der Frauensache dünkt, bedarf der genaueren Betrachtung.
Die Äußerungen  von Donald Trump über die Verfügbarkeit von Frauen – grab ’em...

Die Scharia der Grünen


Rund 2/3 der befragten Bundesbürger trauen sich nicht mehr, laut einer Allensbach – Umfrage, ihre Meinung in der Öffentlichkeit frei zu äußern. Und: über die Hälfte der Jugendlichen hat Angst vor einer wachsenden Feindlichkeit zwischen Menschen, die unterschiedlicher Meinung sind (Shellstudie 2019). An Universitäten werden Redeverbote erteilt, und die Redefreiheit kann dann häufig nur mit...

Familienbilder in Deutschland und Frankreich - Monitor Familienforschung 34/2015


In ihrer aktuellen Stellungnahme zum Monitor Familienforschung 2015 vergleicht Frau Bundesministerin Manuela Schwesig die unterschiedlichen kulturellen Herangehensweisen zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland und unserem Nachbarland Frankreich. Dabei weist sie zu Recht darauf hin, dass diesseits des Rheins in den letzten Jahren große Verbesserungen erzielt werden konnten.
Ich...

Im Schatten Willy Brandts: Endlich liegt eine wissenschaftliche Würdigung der fast vergessenen Gertrud Meyer vor


Zum 100. Geburtstag von Willy Brandt sind viele Bücher und Sonderausgaben von Zeitungen und Magazinen erschienen. Auch Fernsehen und Hörfunk erinnerten ausführlich an den bedeutenden Staatsmann und SPD-Vorsitzenden.
Wirklich Neues konnte kaum mehr mitgeteilt werden, es sei denn, man hätte zuvor eine Persönlichkeitsstudie aus der Perspektive seiner Haut vermisst, die nun in der biografischen...

Alternative für Deutschland: Euro-Rebellen auf Sparflamme


Die AfD macht den etablierten Parteien Angst. Richtig so, meint Novo-Redaktionsleiter Johannes Richardt. Dank der Anti-Europartie haben wir nun die Debatte über Europa, vor der sie sich drücken wollten. Zu einer echten Alternative für bessere Politik macht das die AfD aber wohl nicht.
Von der Linkspartei bis zur Union treibt die neu gegründete Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) den...

Was hat das Deutschlandradio eigentlich gegen Menschenrechte?


Die Situation deutscher Mütter ist – von der breiten Öffentlichkeit wie üblich unbemerkt – unerträglich geworden. „Unverheiratete Mütter und ihre Kinder geraten (…) in eine noch nie da gewesene Situation des Ausgeliefertseins an den Kindesvater.“
Durch gesetzlichen Zwang sieht sich die unschuldige Mutter der Willkür eines missgünstigen Vaters ausgesetzt, der sich zwar – wir kennen diese...