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Der Zweite Weltkrieg endete 1945 mit dem Sieg der Allierten, deren Allianz aufgrund ihres Sieges in eine bipolare Weltordnung überging, mit der Führungsmacht USA auf der einen und mit der Sowjetunion auf der anderen Seite; diese geschichtliche Periode ging 1989 mit der Implosion der Sowjetunion zu Ende. Seit 1989 verstehen sich die USA als einzige Weltmacht, und ihre weltweite militärische Präsenz verdeutlicht das.

Gleichwohl haben die USA - aus ihrer Sicht - nicht alles hinreichend unter Kontrolle.

Abgesehen vom allgemeinen Problem des Islams (9/11; ISlamischer Staat, Hidschra) und dem besonderen Problem des Iranischen Staates (Kernwaffenentwicklung) sind vor allem Rußland und China Mächte, die die Weltherrschaft der USA zumindest relativieren. Daher wurde und wird die NATO in Europa weit nach Osten verlagert, um militärischen Druck auf Rußland auszuüben, während gleichzeitig eine wirtschaftliche Sanktionspolitik betrieben wird, um Rußland vom Einflußbereich der Europäischen Union abzugrenzen, und daher wurde seinerzeit auch die Ukraine destabilisiert, mit den bekannten Folgen.

Die USA – insbesondere das Pentagon – sind offensichtlich daran interessiert, die innereuropäichen Spannungen mit Rußland zu schüren, was sich eben an der Osterweiterung der NATO und der seinerzeitigen Destabilisierung der Ukraine ablesen läßt. Zugleich wenden sie sich einschließlich des Weißen Hauses gegen China. Beide Staaten sind objektiv Rivalen der USA, die von ihnen ihren Weltmachtanspruch gefährdet sehen. China scheint dabei mehr im Fokus des Weißen Hauses zu sein, weil Chinas stark gewachsenes und noch längst nicht ausgeschöpftes Potenzial nunmehr in eine Einflusspolitik übersetzt wird (Projekt „Neue Seidenstraßen“), die von den USA als bedrohlich wahrgenommen wird. Denn es kann doch nicht sein, nicht wahr, daß China sein Interesse an offenen Handelsrouten zur See gegen das Interesse der US Navy an der Kontrolle chinesischer Küstengewässer durchzusetzen versucht.

Wenn daher die Sicherheitsfrage Europas gestellt wird, dann ist vor diesem Hintergrund klar, gegen wen sich das Teil-Europa der EU im US-Interesse geostrategisch wenden soll. Aber es fragt sich, ob diese Sichtweise für EU-Europa überhaupt sinnvoll ist, denn EU-Europa hätte doch die allerdings behutsam zu nutzende Handlungsalternative, mit Rußland und mit China kontrollierte ökonomische Wechselbeziehungen einzugehen oder sie als bereits bestehende Wechselbeziehung zu verstärken (z. B. Nord-Stream 2). Das war seinerzeit die außenpolitische Linie von Bundeskanzler Schröder (SPD).

Woher käme denn dann überhaupt ein Sicherheitsrisiko für Europa? Nun, nicht von einem östlich gelegenen Staat, sondern aus den failed states und den Regionen des Südens.

Man lese hierzu:
Michael Ley: Reconquista – Menschenrecht oder Islam, 1. Aufl., Bad Schussenried 2020, 147 S., 16,80 €, ISBN 978-3-87336-667-1
Günter Buchholz: Das Große Spiel, Zeitschrift: Tumult / Herbst 2019 (überarb. Fassung), sowie in:
https://www.cuncti.net/politik/1046-das-grosse-spiel-geopolitische-strukturen-und-entwicklungen-2

 

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