Das war kein Elfmeter, den sie verschossen haben. Die Piraten standen 3 Meter vor dem Tor, kein Torwart, keine Gegenmannschaft, viel Zeit – und trotzdem haben sie das Tor nicht getroffen.

SchiffSchlagseite-lnhg6724

Ich habe in meinem Blog schon mehrfach prophezeit, dass die Piraten als Mehrheitsbeschaffer in die Regierung kommen könnten, wenn sie es über die 5-Prozent-Hürde schaffen. Eigentlich hatte ich vermutet, dass es für Schwarz-Gelb zu knapp wird, jetzt ist die FDP ganz draußen und für die CDU reicht es so nicht.

Hätten sich die Piraten auf Themen konzentriert, mit denen sie Erfolg und in denen sie anfangs mal Kompetenz hatten, wären sie ein passender Koalitionspartner für die CDU geworden. Man hätte sich politisch auf das Thema Internet beschränkt und damit der CDU komplementär gegenübergestanden, die ja in Sachen Internet so gar keine Kompetenz, kein Gefühl, keine Politik hat.

Und das hätte man schaffen müssen. Denn die Weltlage war eine Steilvorlage, den Ball förmlich vor den Fuß gelegt: Vorratsdatenspeicherung, NSA-Skandal, alles wird abgehört, völlige Abwesenheit von Internetkompetenz bei allen anderen Parteien. Das hätte man gewinnen müssen. So dämlich kann man doch eigentlich gar nicht sein, dieses Gratis-Ding nicht abzuholen und in den Bundestag einzuziehen.

Aber die Piraten waren so dämlich.

An keiner, an keiner einzigen Stelle haben die den Eindruck erweckt, Politik zu können oder überhaupt nur erwachsen zu sein. Die Piraten haben nichts geliefert, wirklich gar nichts, einfach überhaupt nichts geliefert (außer vielleicht stillose Polemik gegen andere), und sich stattdessen nur mit sich selbst beschäftigt – und dabei bewiesen, dass sie sogar noch an der Beschäftigung mit sich selbst scheitern.

Wer wäre so blöd, einer Partei Politik anzuvertrauen, die sich nicht mal stabil halten kann, wenn sie noch gar keine Aufgabe hat?

Die Piraten nahmen Kompetenz für sich in Anspruch, aber bewiesen nicht nur, in wirklich jedem Thema inkompetent zu sein, sondern gar nicht erst ein Thema zu brauchen, um inkompetent zu sein. Die können nicht mal zusammen in einem Zimmer sitzen.

Und dazu kamen dann noch solche Super-Schwachsinnsthemen wie Grundeinkommen und Gender. In Berlin haben sie nichts auf die Reihe bekommen, aber Klotüren umzubeschriften und um der Geschlechterquote wegen Straßen dämliche Namen zu geben, das passt so genau auf deren Niveau. Zu nichts, was auch nur irgendwie wichtig wäre, irgendetwas geleistet, aber Belanglosigkeiten, mit denen sich kein annähernd vernünftiger Mensch abgeben würde, zu Problemen aufgeblasen. Politische Kompetenz ist, bestehende Probleme zu erkennen und zu lösen, nicht künstlich welche zu machen.

Wie konnte man überhaupt auf die Idee kommen, dass man mit Themen wie Gender und linken Positionen Stimmen holen könnte? Das sind nur raubkopierte (oder nach feindlicher Übernahme) aufgezwungene Themen der Grünen, Billigplagiate, No-Name-Handelsmarken. Wer sollte sowas wählen? Wer auch immer sowas wählen wollte, würde dafür die Grünen wählen. Und die haben deutlich verloren.

Die Piraten haben überhaupt nicht kapiert, was Politik eigentlich ist, nämlich Themen anzupacken, die gefragt sind, und nicht zu versuchen, der Welt seine eigenen privaten Probleme aufzudrücken. Man wird dafür gewählt, dass man die Themen anpackt, die der Wähler hat. Nicht dafür, dass man den Wähler mit seinen eigenen Hirnrissen belästigt. Dabei sind sie ja nicht mal so weit gekommen. Sagt mir mal einer, für welches Thema außer Klotüren die Piraten überhaupt noch aufgefallen wären. Wofür hätte man die noch wählen sollen? NSA? Kam kein Ton von denen. Und wenn, dann nur Gemecker, keine Lösungsansätze. Wie so ein quengelndes Kind.

Und dann die idiotische Personalstrategie.

Wenn ich mir anschaue, was für Typen, was für bekloppte Bilder ich hier in Berlin von den Piraten habe rumhängen sehen, habe ich mich stets gefragt, ob denen eigentlich klar ist, dass die Wählerstimmen holen und nicht vergraulen sollen. Wie konnte das passieren, dass ein Johannes Ponader da in eine exponierte Position kam? Wie konnte es passieren, dass eine Anke Domscheit-Berg gar auf die Kandidatenliste kommen konnte? Die politisch überhaupt nichts gebracht und geleistet, aber mit ihrem eigennützigen Gender-Quatsch enormen Schaden angerichtet hat?

Ich kann mir nur an den Kopf greifen, wenn man solche feministischen Lobhudeleien wie die der Süddeutschen liest, wonach Domscheit-Berg die perfekte Politikerin sein solle. Ich halte die Frau für unerträglich, für inkompetent und vor allem, was am schlimmsten ist, für massiv unseriös.

In meinem Blog gab es immer wieder Kommentare, und immer wieder bekam ich Mails, dass ich die Piraten doch nicht nach der blöden Führungstruppe bewerten sollte, sondern die angeblich so tolle Arbeit in den Regionen sehen müsse. So? Muss ich das? Es ist ja gar nichts zu sehen. Was haben sie denn gemacht? Und was bringt das, die Schuld auf die Knallchargen in den oberen Positionen zu schieben? Irgendwer muss die doch gewählt haben. Das Problem Anke Domscheit-Berg ist nicht von ihr selbst gemacht, sondern von denen, die sie intern gewählt haben. Und das waren auch die unteren Dienstgrade. Beschwert Euch nicht, den Mist habt Ihr selbst gebaut. Unternehmensberater in Sachen Gender will sie sein. Es möge jeder im Auge behalten, dass sie wesentlich daran beteiligt war, eine eigentlich unschlagbare Partei bei erwarteten 8% per Gender komplett raus- und in die Lächerlichkeit zu kicken.

Es war fatal, die Partei dem Genderismus und den grünen Überläufern zu überlassen. Reihenweise wurden die Leute mit Kompetenz rausgeekelt, weil die Gender-Idioten an immer mehr Stellen die Kontrolle übernommen haben, interne Medien wie Mailinglisten, Flaschenpost und so weiter heimlich zensiert und gefiltert haben.

Da habt Ihr den Mist: Als die Piraten noch eine Männer-Informatiker-Partei war, ging’s steil bergauf. Ziemlich genau seit die auf Gender sind und von diesem „Kegelclub” und deren vandalierenden Pöbel-Truppen gesteuert wurden, sich Leute wie Domscheit-Berg eingetreten haben, ging’s steil bergab. Merkt Ihr noch was?

Ich wage mal eine Prognose auf das traurige Ergebnis: Die CDU ist alleine nicht mehrheitsfähig und hat keinen Koalitionspartner mehr. Es wird wohl auf eine »große Koalition« aus schwarz-rot hinauslaufen. Oder womöglich auch auf Rot-Rot-Grün. Was bedeutet das? Dass die SPD die Ministerposten besetzen wird, für die die anderen keine Kandidaten eingeplant haben.

Und welche sind das?

Der Internet-Minister. Die SPD ist die einzige Partei, die explizit jemanden für das Thema Netzwerke aufgestellt hat. Gesche Joost, das ist die, die es für Internet-Kompetenz hält, Handys mit Glitzerfolie zu bekleben und dämliche Frauenhandys zu entwickeln, die Netzwerkstörungen vorgaukeln können, wenn man gerade nicht mit jemandem reden will. Internet auf dem Niveau pubertierender Teenager-Gören.

Gut möglich, dass wir künftig Internet-Politik auf diesem Niveau bekommen.

Und wem haben wir das zu verdanken? Den Piraten, die sich irgendwann mal für die führende Internet-Kompetenz in der Politik hielten.

Nachtrag: Nach aktuellem Stand der Hochrechnung (22.15) hat die CDU 295 oder 296 Sitze und hätte 300 zur Mehrheit gebraucht. Wären die Piraten mit einem ordentlichen Internet-Konzept reingekommen, hätten sie mit der CDU den Deal abschließen können, dass sie die Mehrheit beschaffen, dafür das Thema Internet bekommen und sich aus allem anderen komplett raushalten. Viele bei den Piraten halten die CDU nicht für unterstützungsfähig. So aber hätte man wenigstens das ursprüngliche Piraten-Kernthema »Internet« gehabt, Abgeordnete gestellt, wäre Bundestagspartei gewesen und hätte als Partei Geld bekommen.

Und jetzt? Jetzt haben sie gar nichts.

Oder doch, eins haben sie: Einen Grund, den Laden dicht zu machen.

Der Artikel erschien zuerst in Hadmut Danischs Blog.

 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren

Weitere Beiträge

Zerstörte Chancen - Esther Vilar begegnet den Wundern im Alice-Land


Nachdem nun das Ende der Dauerpräsenz Alice Schwarzers in den Medien bevorsteht, lohnt es sich, noch einmal einen Blick zurück zu werfen in die ferne Zeit, in der diese Präsenz begann.
1975 wurde der Vietnamkrieg beendet, starb der spanische Faschist Franco, wurden die Konditorei Coppenrath & Wiese und das Unternehmen Microsoft gegründet, David Beckham und Angelina Jolie geboren,
...

Agent*In: das Ende einer rationalen Debattenkultur


Vieles wurde diese Tage über das Online-Lexikon Agent*In geschrieben. Das Lexikon soll Informationen über „Antifeministen“ bereitstellen. Die Agent*In ist nach eigenen Angaben ein „Antifeminismus-kritisches Online-Lexikon“. Das Projekt wird von der Heinrich-Böll-Stiftung, der parteinahen Stiftung der Grünen, getragen. Es befindet sich im Aufbau. „Wir sammeln und organisieren Wissen, Daten,...

Männer als Zeugungsverweigerer und Empathieverlierer?

Plädoyer für ein neues Arrangement der Geschlechter
In jüngster Zeit häufen sich die Texte über den Mann. Es folgt eine Betrachtung im Kontext Mann und Frau. 
Fangen wir mit den Jungens an: ich sehe vor mir Stefan inmitten des Stuhlkreises einer Grundschulklasse. Er muss sich für eine Rauferei auf dem Schulhof rechtfertigen und entschuldigen. Ein Grund für die Lehrkraft, den Jungen in der Mitte zu...

"Der abgrundtiefe Hass der Antifeministen"


In der Schweizer Tageswoche macht Franziska Schutzbach keine halben Sachen, wenn es darum geht, die Männerbewegung als Feindbild aufzubauen und Ideologiekritik in Sachen Feminismus durch rabiate Dämonisierungen abzuwehren.
Wer in diesem Stil anderen Menschen "abgrundtiefen Hass" unterstellt, leistet in Sachen Projektionsarbeit Beachtliches. Einige Auszüge des wegen seiner aggressiven,...

Das Unrecht der „gerechten“ Sprache


Harald Martenstein hat einen deftigen Beitrag über die Ungerechtigkeit von Schimpfwörtern verfasst, der mich bereichert hat. Einige der Kraftausdrücke kannte ich noch nicht. Ich muss aber auch meinerseits über Martenstein schimpfen, vielleicht muss ich ihn sogar einen „Arschkriecher“ nennen, ich bin nicht sicher.
Solche Ausdrücke sind nicht meine Spezialität. Ich bin auch nicht sicher, wie er das...

„Lasst das mal den Papa machen“

Der „Stromberg“-Film ist sexistisch: Fragt sich nur, gegenüber wem
Bernd Stromberg ist zurück: Noch ein Mal – als Kinofilm. Die Büro-Satire spielt im (vermeintlichen) Alltag europäischer Durchschnittsbürger, in diesem Falle Versicherungsangestellter in Nordrhein-Westfalen.
So viel vorweg: Ich teile die Ansicht des Schauspielers – und Hauptdarstellers – Christoph Maria Herbst, wonach „Stromberg“...

Aufruf zur Rettung von Freiheit von Forschung und Lehre an deutschen Hochschulen

{jcomments off}Offener Brief an die neue Bundesregierung 24. November 2013
Wir, die Unterzeichner dieses Offenen Briefes, fordern die Bundesregierung auf, die Verschwendung von Steuergeldern, wie sie im Rahmen des Professorinnenprogramms stattfindet, einzustellen und alle Versuche zu beenden, die Freiheit und Unabhängigkeit von Wissenschaft zu beseitigen und Wissenschaft zum Erfüllungsgehilfen der...

Feministische Zensur in Polen


Der polnische Regisseur Krzysztof Zanussi konnte seine Filme trotz kommunistischer Zensur realisieren. Doch was die Kommunisten nicht vollbrachten, wäre beinahe einer feministischen Lobby gelungen.
Krzysztof Zanussi gehört zu den bedeutendsten Regisseuren Polens. Er gewann mit seinen Filmen bei internationalen Filmfestspielen, z.B. in Cannes und Venedig, zahlreiche Preise. In der Bundesrepublik...