Meinungsfreiheit ist ein kostbares Gut. Sollte man ihr Grenzen setzen? Oder lassen sich Argumente für uneingeschränkte Meinungsfreiheit finden?

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Zur Meinungsfreiheit gehören zwei Seiten: derjenige, der eine Meinung äußert, der Adressant, und derjenige, der eine Meinung empfängt, der Adressat. Wenden wir uns zunächst dem Adressanten zu. Die Psychoanalyse fordert, dass ein Patient über alles frei, offen und somit tabulos sprechen soll. Nur so kann er seine unbewussten, verdrängten Probleme bewusst machen und sie gegebenenfalls lösen. Tut er das nicht, leben diese Konflikte im Unbewussten weiter und äußern sich irgendwann im Verhalten des Patienten, etwa in Gewaltausbrüchen.

 

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Was weibliche Wichtigtuerei anrichten kann

Wie fühlt es sich an, wenn man zu Unrecht des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird? Dieser Frage hat sich der dänische Regisseur Thomas Vinterberg mit seinem neuen Epos „Die Jagd“ gestellt.

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Ich halte den Film, der seit 28.03.13 in den deutschen Kinos läuft, für einen Meilenstein, nicht nur weil er perfekt gemacht und spannend wie ein Hitchcock-Psychodrama ist. Auch nicht, weil nur eine Handvoll Verletzter und ein toter Hund zu beklagen sind. Nein, hier wird vielleicht zum ersten Mal die weibliche Schlüsselfigur weder als Opfer noch als omnipotente Kommissarin dargestellt, sondern als gründlich danebenliegende Profi-Pädagogin, die durch ihren Irrtum zum ursächlichen Problem, zur unfreiwilligen Täterin wurde.

 

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Im VSA Verlag Hamburg ist ein Arbeitsrechtsprozess dokumentiert worden, der bundesweit bekannt wurde, weil es gegenüber einer langjährig tätigen Verkäuferin (Emmely) in einem Supermarkt zu einer fristlosen Kündigung aufgrund einer Bagatelle kam, und dies in einer Zeit, in der mitten in der Finanzkrise die am anderen Ende der Skala befindlichen Fälle millionenschwerer Banker-Boni öffentlich diskutiert wurden.

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Der Widerspruch beider Erscheinungen könnte größer nicht sein. Er verweist darauf, dass die soziale Wirklichkeit der „kleinen Leute“, die sehr oft in dem von Kanzler Schröder mit Stolz geschaffenen Niedriglohnsektor arbeiten müssen, bereits mit der sozialen Wirklichkeit der gehobenen Angestelltenschichten, geschweige denn mit jener der Selbständigen, noch etwas zu tun hat.

 

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Presse und Rundfunk erleiden gerade einen dramatischen Qualitätssturz.

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Es gab mal eine Zeit, in der verstanden sich Journalisten als welche, die untersuchen, aufdecken, konfrontieren, überprüfen. Die nichts glauben, die nichts abschreiben, sondern der Sache auf den Grund gehen. Diese Journalisten gibt es (fast) nicht mehr.

Immer stärker werden die Medien von einem neuen Typus von Journalisten durchsetzt, die ihre Position nicht mehr als die eines Kritikers und Untersuchers, sondern nur noch als die eines Sprachrohrs verstehen.

 

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23. Januar 2013, von Andreas Kraußer, zuerst erschienen bei MANNdat

Eine Jury um die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich hat „Opfer-Abo“ zum Unwort des Jahres 2012 gekürt. Sowohl inhaltlich als auch im Hinblick auf das Auswahlverfahren hat sich die Jury damit der Lächerlichkeit preisgegeben. Dagegen gebührt Jörg und Miriam Kachelmann Dank, mit ihrer kreativen Wortschöpfung einen gesellschaftlichen Missstand im wahrsten Sinn des Wortes namhaft gemacht zu haben.

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Dieser von Jörg Kachelmann im Zusammenhang mit dem gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwurf geprägte Ausdruck kritisiere Frauen „pauschal und in inakzeptabler Weise“, so die Jury. Es werde der Verdacht erweckt, Frauen seien pauschal selbst Täterinnen und erfänden die sexuelle Gewalt, von der sie betroffen zu sein vorgeben. Die Jury behauptet, nur fünf bis acht Prozent der von sexueller Gewalt betroffenen Frauen schalteten tatsächlich die Polizei ein und es komme nur in drei bis vier Prozent der Fälle zu einer Anzeige und einem Gerichtsverfahren.

 

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Dass man eine Korrelation zwischen dem Einkommen und der Lebenserwartung zeigen kann, ist unter Sozialwissenschaftlern seit langem bekannt: Mit einem geringeren Einkommen geht eine geringere Lebenserwartung einher.

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Je nach ideologischer Färbung wird das Ergebnis dann genutzt, um gegen “Bonzen” zu Felde zu ziehen, die sich einem Mindestlohn widersetzen, um die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse zu beklagen oder um eine neue Anstrengung zu machen, um das Bildungsniveau der Bevölkerung zu heben. Wenig bekannt, jedenfalls wenig wissenschaftlich fundiert, ist dagegen, was die gemessene Korrelation zwischen Einkommen und Lebenserwartung eigentlich bedeutet.

 

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Wer schon einmal mit dem Flugzeug in London-Heathrow gelandet ist, der hat einen Eindruck davon erhalten, wie eine integrierte Gesellschaft aussieht.

Die Passkontrolle führt ein Brite durch, der offensichtlich afrikanische Vorfahren hat, ein Brite mit offensichtlich asiatischen Vorfahren kümmert sich um die Touristen vom Kontinent, die auf der Suche nach der Tube (U-Bahn) verloren gegangen sind, und ein Polizeibeamter mit klar erkennbarem osteuropäischem Akzent nimmt sich derer an, die nicht verloren gingen, sondern verloren haben, was auch immer.

 

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