Verbale Aufstände fragiler Persönlichkeiten

Die Frage, warum sich Menschen wie verhalten, hat Philosophen und Sozialpsychologen seit Jahrhunderten fasziniert. Unter den Antworten stechen nach meiner Ansicht insbesondere die von Leon Festinger und Stanley Milgram hervor. Milgram hat mit seinen Experimenten gezeigt, dass sich manche Menschen lieber einer Autorität unterordnen, für die sie dann alles zu tun bereit sind (die Betonung liegt auf alles, denn die Testpersonen von Milgram waren sogar bereit, im Dienste einer höheren Macht zu töten). Man könnte zugespitzt sagen, dass Milgram die Disposition mancher Menschen, ihrem Leben durch Gehorsam und Unterordnung unter eine Autorität erst einen Sinn zu geben, offengelegt hat.

 

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Bevor man sich über die Frauenquote unterhält muss man sich über einige grundlegende Fragen Klarheit verschaffen. Die erste Frage lautet, wem gehört ein Unternehmen. Im Sozialismus gehört ein Unternehmen dem Staat. Wenn der Staat das Unternehmen führt, dann ist es klar, dass der Staat auch die Personalpolitik bestimmt. In einer Marktwirtschaft gehört ein Unternehmen dem Privateigentümer.

Boardroom

Die Eigentümer und Anleger haben das größte Interesse daran, dass das Unternehmen in der Gewinnzone bleibt. Wenn das Unternehmen abwirtschaftet, dann sind es ihre Aktien, die an Wert verlieren und damit in vielen Fällen ihre Altersvorsorge. Das große Problem ist, dass sich die Interessen der Manager und der Institutionen des Unternehmens immer mehr von den Interessen der Eigentümer entfernt haben. Dem liegt der historische Prozess zu Grund, dass die Verbindung zwischen dem haftenden Unternehmer und dem Vorstand und Aufsichtsrat immer dünner geworden ist und immer mehr politisiert wurde.

 

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Im Grunde genommen sind nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zu Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und Fiskalpakt alle erleichtert. Der Kurssturz der Börsen ist mit dem Votum der Richter in den roten Roben wie erwartet ausgeblieben.

verfassungsgericht

Nun ist der Weg zu einer Europäisierung weiterer Teile der Fiskal- und Wirtschaftspolitik endgültig geebnet - nachdem schon die EZB in einem historisch zu nennenden Beschluss den notfalls unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen vorgesehen hat. Angesichts des nun absehbaren Zentralisierungsschubes der europäischen Politik brauchen wir in den kommenden Monaten endlich eine schonungslose Debatte über die Zukunft der Demokratie auf unserem Kontinent. Und noch mehr: Wir brauchen eine europaweite Volksabstimmung darüber!

 

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Deutschland (und mit ihm vermutlich ganz Westeuropa) wird sich (…) der Auseinandersetzung mit der Frage 'Wie hältst du´s mit dem Kapital?' demnächst stellen müssen.

— Rainer Rotermund 1997

European Parliament

1   Herrschaft des Volkes ?

Die moderne Demokratie ist jung; entstanden erst zur Zeit der einsetzenden Industriellen Revolution durch den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und durch die Französische Revolution, und mit geistigem Rückgriff auf die Antike: auf die Römische Republik und die Polis von Athen; von dort her beispielgebend und ausgreifend auch auf andere Gesellschaften. Das Bürgertum suchte eine politische Form, die seiner gesellschaftlichen, insbesondere seiner ökonomischen Führungsrolle entsprach, und es fand sie im Parlamentarismus, in der Staatsform der Republik. Die politische Gleichheit aller Staatsbürger war, z.B. im Hinblick auf die Wahlberechtigung, keineswegs von Beginn an gewährleistet, sondern die diskriminierten Klassen, Schichten und Gruppen mussten sich das Allgemeine Wahlrecht erst erkämpfen.

 

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Schon längst hat sich durch die Hintertür eine europäische Notgemeinschaft mit bundesstaatsähnlichen Zügen etabliert. Wenn ESM und Fiskalpakt in Kraft treten, ist Europa endgültig in einer Transfer- und Überwachungsunion gefangen – mit schlimmen und unumkehrbaren Folgen für die Demokratie

Bundestag-Plenarsaal

Die turbulenten Debatten über die Zukunft der Europäischen Union vermitteln gegenwärtig ein widersprüchliches Bild: Während Berufspessimisten vom Schlage eines Nouriel Roubini einen Kollaps der Eurozone innerhalb von „3 bis 5 Monaten“ an die Wand malen, läuft zugleich eine Debatte über die Schaffung einer „echten“ Wirtschafts- und Währungsunion.

 

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Liebe Piraten, liebe Frauen!

Da ich einige Piratengeschichten und ein Sachbuch für Kinder zum Thema geschrieben habe, liegt die Vermutung nahe, dass ich auch ein Freund der Piraten-Partei bin (ein Freund einzelner Frauen bin ich sowieso), und dass ich nun - quasi als Insider - etwas sagen kann zu dem Vorwurf, die Partei sei sexistisch und frauenfeindlich. Das kann ich. Ich will bei der Gelegenheit noch mehr sagen: zu Piraten, zu Feministen, zur Demokratie und zum Totenkult.

 

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23. Juni 2012, von Hadmut Danisch, zuerst erschienen in Hadmut Danischs Blog

Aus der deutschen Blogosphäre erreichte die Cuncti-Redaktion soeben folgende Meldung:

Ich hatte neulich gebloggt, dass ich der Piratenpartei beigetreten bin, allerdings erst mal probeweise für ein Jahr. Und dass ich darüber berichten wolle, im Guten wie im Schlechten. Hier nun ein Bericht über schlechte Erfahrungen.

Nachrichten von der politischen Front

Ich war vorhin bei der zweiten Sitzung der AG Familienpolitik in der Münchner Zentrale der Piraten (S71). Die AG heißt zwar Familienpolitik, und kümmert sich theoretisch auch um Themen wie etwa Kinder- und Jugendschutz, dreht sich derzeit aber um Frauenquoten (sind die Piraten generell dafür oder dagegen, soll es innerhalb der Piraten Frauenquoten geben usw.) und die Frage, wie man die Piratenpartei für Frauen attraktiver machen könnte.

 

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