Im Gender-Feminismus wird die Auffassung, dass Geschlechter keine natürliche Grundlage haben, sondern alleine kulturell erzeugt wären, stets und nur damit begründet, dass Simone de Beauvoir das einfach so gesagt hätte.

de beauvoir 345678zhdg3g8guithj Sie wird immer und im Feminismus fast überall mit dem Ausspruch zitiert „Als Frau wird man nicht geboren, zur Frau wird man gemacht.” Das soll die ganze Grundlage des Genderismus sein. Weil das jemand einfach so gesagt habe.

Wer mich kennt, weiß, dass ich ja leidenschaftlich gerne solche Zitate nachprüfe. Im Buch „Frauenquote” habe ich ja schon beschrieben, dass eine andere Ikone des Genderismus, Judith Butler, von Feministinnen mehrere Tausend Male mit einem Ausspruch zitiert wird, den sie nie gesagt hat. Ich konnte den Ausspruch (auch mit der elektronischen Suche per Kindle im E-Book) in keinem ihrer Texte finden. Im Gegensatz zu Beauvoir lebt Butler aber noch, und so habe ich sie einfach angemailt und gefragt. Sie hat mir sofort geantwortet, dass sie das so nie gesagt habe und eines der Worte im angeblichen Zitat ganz sicher noch nie verwendet habe.

Das hängt halt alles damit zusammen, dass Feministinnen ja so gerne behaupten zu „forschen”, es tatsächlich aber nie tun, sondern immer nur zirkulär voneinander abschreiben und sich durch ständiges Wiederholen und Abkupfern gegenseitig bestätigen und hochpumpen. Ob das dann tatsächlich noch stimmt, was man behauptet, interessiert niemanden mehr. Es geht nur noch darum, dass alle, denen man Relevanz zugesteht, das behaupten, es also als anerkannt und wahr angesehen wird.frauenquote-danisch

Freilich wollte ich auch dieses Zitat überprüfen, und habe schon seit über einem Jahr zwei Bücher von Beauvoir im Regal. Das Problem ist aber (wie sollte es anders sein?), dass Feministinnen stets de Beauvoir mit diesem Satz zitieren, aber niemals eine Quellenangabe machen. Wie sollten sie auch, wenn sie ja immer nur voneinander abschreiben und nie die Quellen selbst lesen? Das Buch „Das andere Geschlecht” ist über 700 Seiten lang, und ich weiß nicht mal, in welchem ihrer Bücher der Satz stehen soll. Oder ob er überhaupt in einem ihrer Bücher oder anderswo getätigt wurde. Ich habe bisher nicht die Zeit gehabt, alle ihrer Bücher zu lesen, nur um nach einem einzelnen Satz zu suchen. Dazu kommt, dass ich kein Französisch kann und das auf deutsch oder englisch lesen müsste, wo man nicht weiß, wie der Satz durch die Übersetzung verunstaltet wurde und ob man ihn wiedererkennt.

Außerdem wäre die Suche fruchtlos. Denn selbst, wenn sie das genau so gesagt hat, was heißt das schon? Welche Substanz liegt einem so einzelnen, behaupteten Satz inne? Woher und auf welcher Grundlage will sie das überhaupt beurteilen können? Solange das Zitat nicht aus einem Buch, einem Aufsatz, Forschungsergebnissen oder ähnlichem, sondern nur aus einem einzelnen, isolierten, willkürlichen Satz ohne jede Herleitung oder Begründung besteht, ist das völlig wertlos, egal ob sie das nun gesagt hat oder nicht.

Warum sollte es überhaupt mehr Gewicht haben, wenn eine Simone de Beauvoir das sagt, als wenn irgendwer anderes das sagt? Irgendwelche Kompetenz oder wissenschaftliche Untersuchung wäre ihr ja nicht zuzuschreiben. Sie war Philosophin und Feministin. Darin liegt kein Hinweis, dass sie irgendwie mehr in der Birne gehabt hätte als all die anderen Philosophinnen und Feministinnen. Die schreiben ja auch nur hirnlos ab. Warum also sollte ausgerechnet Beauvoir da besser oder schlauer gewesen sein, so dass es etwas grundsätzlich anderes wäre, wenn sie diesen Ausspruch getan hätte?

Ausgerechnet die TAZ, die ja nun wirklich nicht in den Verdacht kommt, etwas anderes als stramm links-feministisch zu sein, ist auf die Suche nach dem Zitat gegangen und hat dabei verblüfft festgestellt, dass auch sie das so nicht gesagt hat und falsch zitiert wird.

De Beauvoir hat gesagt, dass man nicht als Frau zur Welt kommt, sondern man es wird.

Eine Binsenwahrheit. Das hätte ich Euch auch sagen können. Heißt aber gar nichts. Schon gar nicht, dass es um Kultur geht. Denn dass sich die Geschlechtsmerkmale und das Geschlechtsverhalten mit der Pubertät ausbilden, ist ja hinlänglich bekannt und damit keine Aussage, dass es kulturell wäre.

Besonders kurios an dem TAZ-Artikel ist dabei aber, dass er nicht von einem feminismus-kritischen Mann geschrieben wurde, sondern von einer Feministin, die ihre Master-Arbeit über de Beauvoirs Buch geschrieben und des dabei auf deutsch und französisch mehrfach gelesen hat. Wenn selbst eine Feministin beim Lesen de Beauvoirs merkt, dass das da so nicht drin steht, was ist dann mit all den anderen Feministinnen? Haben die das Buch selbst nie gelesen oder lügen die?

Zwar beschreibt die Autorin, dass de Beauvoir die These geäußert habe, dass die biologischen Unterschiede nichts bedeuteten und der Mensch sich selbst zu dem macht, was er ist, also eine Entwicklung erst nach der Geburt eintrete. Worauf das aber begründet sein soll, steht da nicht.

Es zeigt aber wieder einmal, auf wie dünnem Eis sich der Feminismus bewegt und dass da eigentlich gar nichts einer Nachprüfung standhält. Dass vieles, was Inhalt des Feminismus ist, eigentlich nur durch Schlampigkeit und voneinander abschreiben entstanden ist. Es zeigt, wo man bohren muss.

Der Artikel erschien zuerst in Hadmut Danischs Blog.

 

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Kommentare  

0 # Bernhard Huber 2019-02-24 20:12
Ich habe mal in Das andere Geschlecht herumgelesen und war ziemlich überrascht, weil ich den Eindruck hatte, es fehlt etwas, nämlich Argumente. Sehr viel erhellende ist „Das unmoralische Geschlecht. Zur Geburt der Negativen Andrologie” von Christoph Kucklick.
Antworten
0 # Connie Mazur 2019-04-09 20:10
"On ne naît pas femme: on le devient." Das ist das einzige, das wahre Original, alles andere wird Interpretation.

Zunächst: Das französische Zitat lässt sich nicht so ganz einfach ins Deutsche übersetzen, weil 'naître' eine aktive Handlung ist, und 'geboren werden' eine passive. Die wohl beste Übersetzung wäre tatsächlich so wie die TAZ es vorschlägt, mit einem Metapher:
"Man kommt nicht als Frau auf die Welt: man wird es."
Das ist aber stilistisch nicht korrekt, denn Simone de Beauvoir hat keinen Metapher verwendet.

An diesen Feinheiten zeigt sich bereits, dass Übersetzung immer auch eine ideologische Komponente hat, denn man kann beliebig Nebenbedeutungen hineinbauen, die ursprünglich nicht drin standen. Ist immer und überall so. Wohl dem der's Original lesen kann.

Alles was in feministischen Kreisen zu dem Zitat diskutiert wurde ist eh nur Ideologie und politisch motiviert. "Das Zweite Geschlecht" passte leider in den Zeitgeist linker Kräfte die einen dritten Weg zum Sozialismus suchten. Simone de Beauvoir selbst hat ziemlich viel Unfug in ihr Buch hineingeschrieben, und enormen Schaden angerichtet. So wie Philosophen für sich das Recht beanspruchen, die Welt nach ihren irren Vorstellungen beliebig zu interpretieren, so hat de Beauvoir die Biologie als Naturwissenschaft willkürlich auf den Kopf gestellt, so wie sie es wollte. Leider passte das auch zum Existentialismus von de Beauvoirs Kompagnon Sartre, der das natürliche Wesen des Menschen von der rein subjektiven Existenz abtrennte.

Das Ergebnis von de Beauvoir ist der Gender-Wahnsinn in 2019, und die Verdrängung von Frauen aus der Gesellschaft durch biologische Männer, einschliesslich sexueller BeLästigungen von lesbischen Frauen durch biologische Männer mit subjektivem Fraugefühl, und Personen mit Penis auf der Damentoilette, und Mordaufrufe gegen sogenannte TERF, das sind Frauen die sich offen dagegen wehren. (Trans Exclusive Radical Feminists) DAS ist das Ergebnis von Simone de Beauvoir und ihren Anhängerinnen. Frau de Beauvoir wurde durch ihren Bestseller allerdings wohlhabend.

Nicht zu vergessen dass die Bibel des Feminismus 'Le deuxième sexe' von einem amerikanischen Mann, einem Zoologen der noch nie professionnel Französisch übersetzt hatte, in die englische Sprache übertragen wurde, und von Männern nach männlichen Vorstellungen bearbeitet und gekürzt wurde. Simone de Beauvoir hatte zu keinem Zeitpunkt Interesse an einer Autorisierung ihres Werkes, sie wusste gar nicht welcher Müll auf English drinsteht. Geld regiert die Welt.

Da die zweite Welle des Feminismus ideologisch in den USA gezündet wurde, ist es nahezu lächerlich dass sich der amerikanische Feminismus auf die Buchbearbeitung 'The Sexond Sex' durch Männer stützt.

Judith Butler wiederum ist ein Kapitel für sich, und Frau Butler kennt auch nur die gekürzte englische Männerversion des Buches.

Butler wohl ist die allergrösste Scharlatanin in dem Drama. Wenn ich ihre Doktorat-Betreuerin gewesen wäre, dann hätte ich Butler's Dissertation als 'Thema verfehlt' abgelehnt und sie durchfallen lassen. Judith Butler hat keine Ahnung wovon sie spricht, und sie täuscht Deutschkenntnisse vor die sie nicht hat. Ihre gesamte Doktorarbeit über Hegel ist Fantasie und Kaffeesatzleserei, weil sie Hegel nie im Original gelesen hat, und es gar nicht kann. 'Des Kaisers Neue Kleider' lässt grüssen.

Und Judith Butler ist sowieso dafür bekannt dass niemand sie richtig greifen kann, und sie entwischt immer, da ist ein Aal ein Stacheltier gegen. Wenn Butler auf Widersprüche in ihren Theorien angesprochen wird, dann wurde sie grundsätzlich falsch verstanden und falsch widergegeben. Sie war's nie.

Soviel zu Feministen. Die Natur bleibt trotzdem die Natur, und Männer sind Männer und Frauen sind Frauen, egal was die da quatschen.
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